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Strukturdaten 2016 - Tierhaltung

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Ökotierproduktion in Deutschland

Bei der Agrarstrukturerhebung im März 2016 wurde erstmals die Anzahl ökologisch gehaltener Tiere erfasst. Diese Werte lagen in der Regel unter den Tierzahlen, die durch die Öko-Kontrollstellen erfasst wurden. Ein Grund dafür dürfte sein, dass die Meldepflicht in der Geflügelhaltung erst ab 1.000 Haltungsplätzen für Geflügel greift. Kleinere Einheiten mussten nur erfasst werden, wenn die Betriebe in einer anderen Kategorie meldepflichtig waren, wenn sie also die Mindestgröße der landwirtschaftlich genutzten Fläche oderWaldfläche überschritten bzw. über vorgegebene Mindesttierbestände oder Mindestanbauflächen für Spezialkulturen verfügten.

Zudem unterscheidet die Agrarstrukturerhebung erstmals zwischen Haltungsplätzen und gehaltenen Tieren. In der Vergangenheit hatte die fehlende Unterscheidung bei den meldenden Betrieben offensichtlich teils zu Verwirrung und ungenaueren Meldeergebnissen geführt, insbesondere bei den Saisongeflügelarten.

Es ist nicht auszuschließen, dass es auch bei der Erhebung über Kontrollstellen zu vermischten Ergebnissen kam. Es wird daher angestrebt, bei zukünftigen Erhebungen ebenfalls separierte Angaben zu erfassen. Um die bisherige Systematik beizubehalten, haben wir uns in dieser Auswertung ausschließlich auf die Angaben der Kontrollstellen gestützt und die erstmals erhobenen Daten der Agrarstrukturerhebung vernachlässigt.

Bayern ist Milchviehland Nr. 1

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Bio-Milchanlieferung ein Deutschland

Die Krise am Milchmarkt ging 2016 an den Bio-Milchbetrieben größtenteils vorbei. Der Abstand der Erzeugerpreise zur konventionell erzeugten Milch erreichte einen neuen Höchststand. Das veranlasste viele konventionell wirtschaftende Landwirte umzustellen. 2016 lieferten die Landwirte deutlich mehr Bio-Milch als im Jahr zuvor, bundesweit rund 795 Millionen Kilogramm Bio-Milch. Das waren neun Prozent mehr als im Vorjahr und somit stieg der Bio-Anteil an den gesamten Anlieferungsmengen an Kuhmilch in Deutschland auf 2,5 Prozent. Noch nie wurde in Deutschland so viel Bio-Milch erzeugt. Ursprünglich war sogar ein höherer Produktionsanstieg erwartet worden, jedoch hatte die nasse Witterung die Anlieferungsmengen in vielen Regionen reduziert. Eine niedrigere Milchleistung zeigte sich besonders bei den Kühen mit Weidegang. Für 2017 zeigen die Daten der BLE zu Anlieferungsmengen für das erste Halbjahr einen weiteren Produktionsanstieg bei Bio-Milch in Deutschland. Im Herbst 2017 wird noch einmal mit einem Produktionsschub gerechnet – dann, wenn durch Umstellung weitere Bio-Milch auf den Markt kommt.

2016 wurden erheblich mehr Milchkühe in Bio-Betrieben gehalten als im Jahr zuvor. Mit insgesamt 181.000 Bio-Milchkühen stieg der Bestand im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent. Fast die Hälfte der Bio-Milchkühe in Deutschland wurden 2016 in Bayern gehalten. Insgesamt lebten 4,1 Prozent der Milchkühe in Deutschland auf einem Bio-Betrieb.

Auch die Mutterkuhbestände sind 2016 nach langer Stagnation wieder gestiegen. Viele ohnehin extensiv bewirtschaftete Grünlandbetriebe, insbesondere im Süden Deutschlands, waren einfach umzustellen, so dass die Zahl der Mutterkühe von 132.000 auf 146.000 gestiegen ist.

Die Bio-Rindfleischproduktion ist 2016 deutlich gestiegen auf 48.600 Tonnen Schlachtgewicht, auch die Nachfrage wächst beständig. Insbesondere Altkühe aus der Milchviehhaltung werden inzwischen zu nahezu 100 Prozent als Bio-Tiere verkauft und verarbeitet. Die große Nachfrage nach Hackfleisch macht dies möglich. Trotzdem gehen immer noch Rinder, vor allem männliche Absetzer aus der Mutterkuhhaltung und männliche Milchkälber, dem Bio-Markt verloren und werden auf konventionellen Betrieben gemästet. Das ist in der Berechnung berücksichtigt. Immer mehr Tiere gelangen aber inzwischen auf den Bio-Markt, hier hat sich die Logistik und Bündelung in den vergangenen Jahren deutlich verbessert – und nur so konnte die steigende Nachfrage bedient werden.

Schweineproduktion 2016 wieder gestiegen

Nach Bestandsrückgängen in den Jahren 2014 und 2015 sind die Bio-Schweinebestände 2016 wieder gestiegen. Nur langsam konnten die fehlenden Sauenbestände in neuen Betrieben ersetzt werden, so dass auch die Mastschweinebestände nur langsam wuchsen.

Der Mastschweinebestand ist demnach 2016 von 104.000 auf rund 118.000 Bio-Schweine gestiegen. Die Schlachtungen dürften demnach erstmals wieder die 250.000 Schweine-Marke erreicht haben. Damit hat sich auch die Menge Schweinefleisch auf 22.500 Tonnen (Schlachtgewicht) erhört.

Stabile Öko-Schafbestände

Nach dem Auftrieb in der Bio-Schafhaltung 2015 sind die Bestände 2016 stabil bei 144.000 Mutter- und Milchschafen geblieben. Das waren 13 Prozent der Mutter- und Milchschafe in Deutschland. Neben der Fleischproduktion hat die Milchschafhaltung eine Bedeutung. Ökologisch erzeugte Schafmilch wird in Deutschland vor allem zu Käse und Joghurt verarbeitet. Das Fleisch allerdings wird zu großen Teilen ohne Bio-Deklaration verkauft. Häufig geht es als regionale Ware in die Gastronomie.

Deutlich mehr Legehennen

Die Zahl der Legehennen ist wie schon in den Vorjahren auch 2016 weiter gestiegen. AMI und MEG (Marktinfo Eier & Geflügel) schätzen nach Angaben der Kontrollstellen eine Zunahme von weiteren 500.000 Hennen auf nun 4,9 Millionen Legehennen in Deutschland. Das waren 10,9 Prozent der Legehennen insgesamt. Auch das Statistische Bundesamt zählte in Beständen mit mehr als 3.000 Legehennen im Dezember 2016 4,2 Millionen Bio-Legehennen in Deutschland. Die Schätzung von AMI und MEG nach Daten der Öko-Kontrollstellen dagegen erfasst auch kleinere Betriebe. Da kleinere Betriebe im Öko-Landbau eine größere Rolle spielen als in der konventionellen Legehennenhaltung und zum Beispiel immer mehr Betriebe mit Hühnermobilen in der Direktvermarktung punkten, unterscheiden sich beide Erhebungen deutlich voneinander.

Bio-Geflügel ist beim Verbraucher gefragt. Trotz hoher Preisaufschläge kaufen die Verbraucher immer mehr Bio-Geflügelfleisch. So ist die Bio-Geflügelfleischproduktion 2016 weiter gestiegen, und zwar auf 19.050 Tonnen (plus 5,8 Prozent), das war gut ein Prozent der deutschen Geflügelfleischproduktion.

Wie schon 2015 sind auch 2016 die Putenbestände weiter verkleinert worden. Puten sind zum einen in der Bio-Haltung anspruchsvoll. Zum anderen ist es schwieriger als bei Hähnchen, das gesamte Tier gewinnbringend am Markt unterzubringen und nicht nur das Brustfleisch. Dagegen sind die Masthähnchenbestände auch 2016 weitergewachsen, auf nun 1,1 Millionen Stück, diese stellen damit einen Anteil von einem Prozent.

Den höchsten Bio-Anteil unter den Mastgeflügelarten hatten wie schon in den Vorjahren die Gänse inne, von denen 5,5 Prozent auf Bio-Betrieben lebten. Die Bio-Gänsebestände sind bei 53.000 Tieren stabil geblieben.

Auf Basis der Datenlieferung von zehn Öko-Kontrollstellen in Deutschland hat die AMI für das Jahr 2016 eine Übersicht über die Struktur der Landnutzung und Tierhaltung ökologisch wirtschaftender Betriebe in Deutschland erstellt. Für die wichtigsten Produktgruppen wurden auch die zugehörigen Produktionsvolumina geschätzt und der jeweilige Anteil an der gesamten Produktion in Deutschland ermittelt.

AMI-Marktstudie: Strukturdaten im ökologischen Landbau in Deutschland 2016
- Bodennutzung, Tierhaltung und Verkaufserlöse -

Letzte Aktualisierung: 06.10.2017