Verarbeiter


Weiterbildung - eine Chance für alle

Biokäseverkostung an der Käsetheke. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Coaching für Verkaufspersonal kann den Umsatz steigern. Foto: Thomas Stephan, BLE

Die Aufgaben in der Lebensmittelproduktion werden immer komplexer. Der Trend geht zu anspruchsvolleren Tätigkeiten. Weiterbildung ist für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Produktion und im Handel ebenso wichtig wie für die Führungskraft. Für die allgemeine Qualitätspolitik im Unternehmen ist die Qualifizierung der Mitarbeitenden eine Grundvoraussetzung. Die Unternehmensleitung sollte die Wichtigkeit und Wertschätzung der Weiterbildung deutlich machen. 

So können beispielsweise regelmäßige Mitarbeitergespräche auch genutzt werden, um gemeinsam mit dem Arbeitnehmer dessen Qualifizierungsbedarf festzustellen. Primär sollte hier ein Augenmerk darauf gerichtet werden, welche Kenntnisse und Fähigkeiten der Mitarbeiter benötigt, um die ihm übertragene Aufgabe entsprechend der Vorgaben umzusetzen. Hier liegt die Verantwortung beim Unternehmen. Sind diese Grundkenntnisse und Fähigkeiten abgedeckt, können aber auch neue Themen und Inhalte definiert werden. Diese müssen nicht direkt Voraussetzung zur Erfüllung der täglichen Tätigkeiten sein, könnten jedoch zukünftig Relevanz für den Aufgabenbereich des Mitarbeiters haben. Selbstverständlich gibt es auch weitere Inhalte, die nicht direkt mit der Tätigkeit im Unternehmen in Verbindung stehen, sich jedoch positiv auf die Arbeit des Mitarbeiters auswirken können.

Schulungen und Weiterbildungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern können auf verschiedene Arten durchgeführt werden, beispielsweise durch:

  • Unterweisung am Arbeitsplatz
  • interne Schulungen durch Betriebsangehörige
  • Inhouse-Seminare durch externe Berater
  • Coaching durch interne oder externe Trainer
  • externe Seminare
  • Fernstudium/ E-Learning

Den Verantwortlichen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bleibt überlassen, welche Art von Qualifizierungsmaßnahmen sie für sinnvoll halten.

Über den Tellerrand schauen

Felderbegehung auf einem Demonstrationsbetrieb. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Die Besichtung eines Biohofs kann zu einem besseren Verständnis der ökologischen Lebensmittelwirtschaft führen. Foto: Thomas Stephan, BLE

Viele Weiterbildungen können in Form von internen Unterweisungen und Schulungen erfolgen. Es kann aber auch in Erwägung gezogen werden, neue Mitarbeiter ergänzend dazu im Rahmen eines externen Seminars zur Bioverarbeitung grundlegend über den ökologischen Landbau und die Bioverarbeitung zu informieren. Ein solches Seminar, gekoppelt mit einem Betriebsbesuch auf einem Biobauernhof, erweckt oftmals viel schneller ein Grundverständnis für die Biovorgaben. Genauso kann im Rahmen eines Betriebsausflugs ein Lieferant oder einer der über 200 Demonstrationsbetriebe im ökologischen Landbau besichtigt werden.

Expertise hilft weiter

Die zeitweise Einbeziehung von externen Expertinnen und Experten wird oft für den Verkauf in einem Ladengeschäft gewählt. Trainerinnen und Trainer beobachten dazu im Vorfeld die typischen Verkaufssituationen und begutachten die Warenpräsentation. In einer anschließenden Schulung zeigen sie den Mitarbeitenden konkrete Verbesserungsvorschläge auf. Je nach Umfang können Rollenspiele, Videoanalyse und weitere didaktische Methoden zum Zuge kommen. Eine weitere Möglichkeit für den Einsatz externer Expertinnen und Experten ist beispielsweise die Produktentwicklung. Kleine und mittlere Unternehmen können hierbei für wenige Tage eine Fachkraft für sich engagieren, die zusammen mit den verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein neues Produkt entwickelt oder Vorhandene optimiert. Durch das Fachwissen und die Erfahrung der Expertinnen und Experten haben die Mitarbeitenden die Möglichkeit, weiterführende Informationen zu bekommen.

Qualifizierungsmaßnahmen

Im Rahmen des Bundesprogramms ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft werden auch in diesem Jahr bundesweit Qualifizierungsmaßnahmen angeboten. Die Teilnahme an diesen Seminaren ist kostenlos, eine vorherige Anmeldung notwendig. Weitere Informationen zu diesen Qualifizierungsmaßnahmen finden Sie hier:

Bildungsurlaub

Die Möglichkeit, für Bildungsmaßnamen einen bezahlten Sonderurlaub zu nehmen, wird derzeit nur von wenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Anspruch genommen. Dabei ermöglichen die Bildungsurlaubsgesetze vieler Länder, dass in einem Jahr fünf bis maximal zehn Tage (wenn der Anspruch aus dem Vorjahr übernommen wurde) Bildungsurlaub genommen wird. Der Seminarveranstalter und seine Maßnahmen müssen dabei vom Gesetzgeber anerkannt sein.

Bildungsprämie, Weiterbildungssparen und -darlehen

Auch die Bundesregierung fördert die lebenslange Weiterbildung. Unter bestimmten Voraussetzungen stehen drei Komponenten der Bildungsprämie zur Verfügung: die Bildungsprämie, das Weiterbildungssparen und das Weiterbildungsdarlehen. Die Bildungsprämie ist eine Finanzierungsmöglichkeit für Personengruppen, die bislang nicht in der Lage waren, Weiterbildungsmaßnahmen aus ihrem laufenden Einkommen oder dem vorhandenen Vermögen zu finanzieren. Weiterbildungssparen und -darlehen können auch für aufwändigere Weiterbildungsmaßnahmen interessant sein.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite der Service- und Programmstelle Bildungsprämie.


Letzte Aktualisierung: 22.03.2016