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Gestaltungsvorgaben bei der Biokennzeichnung

EU-Bio-Logo
Das EU-Bio-Logo kennzeichnet Biolebensmittel in der EU. Grafik: Europäische Kommission

In der EG-Verordnung 834/ 2007 wurde festgelegt, dass alle in der EU gehandelten Bioprodukte mit einem einheitlichen EU-Bio-Logo auszuzeichnen sind. Bei aus Drittländern in die EU eingeführten Erzeugnissen ist die Verwendung des Logos fakultativ, vorausgesetzt sie erfüllen die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau. Mit der Veröffentlichung der EG-Verordnung 271/ 2010 wurden die Details zur Nutzung des Logos festgelegt. Das EU-Bio-Logo muss auf allen vorverpackten Biolebensmitteln eingesetzt werden; zudem darf es auch in der Kennzeichnung, Aufmachung und Werbung von Bioprodukten eingesetzt werden.

Bei der Nutzung des EU-Bio-Logos ist ein Design-Guide zu berücksichtigen, der auf der Homepage der EU-Kommission heruntergeladen werden kann. Dort steht zudem eine Druckvorlage zum Herunterladen zur Verfügung.

Vorschriften zum Design

Farbe

  • Die Referenzfarbe ist Hellgrün (Anhang XI der EG-Verordnung 271/ 2010: Green Pantone Nr. 376 und Green mit 50 Prozent Cyan und 100 Prozent Yellow).
  • Schwarz-Weiß darf das Logo nur dann gedruckt werden, wenn eine Umsetzung in Farbe nicht zweckmäßig ist.
  • Bei dunkler Hintergrundfarbe der Verpackung kann das Symbol unter Verwendung der dunklen Hintergrundfarbe im Negativformat dargestellt werden.
  • Bei farbigem Hintergrund, der es schwer erkennbar macht, kann das Symbol mit umlaufenden Konturlinien versehen werden.
  • Bei einfarbigen Angaben auf einer Verpackung kann das EU-Bio-Logo in besonderen Fällen in derselben Farbe ausgeführt werden.

Größe

  • Mindesthöhe 9 mm
  • Mindestbreite 13,5 mm
  • Verhältnis Höhe und Breite: 1 zu 1,5
  • Bei sehr kleinen Verpackungen kann die Mindestgröße ausnahmsweise auf eine Höhe von 6 mm verringert werden.

Kombinationen

Das EU-Bio-Logo kann mit grafischen Elementen oder Textelementen, die auf den ökologischen Landbau Bezug nehmen, kombiniert werden, sofern diese den Charakter des EU-Bio-Logos oder die Bedingungen gemäß Art. 58 der Verordnung (EG) Nr. 889/2008 nicht verändern.

Bei einer Kombination mit nationalen oder privaten Logos in Grün kann die Farbe Grün des EU-Bio-Logos an das Grün des anderen Logos angepasst werden.

Die Nutzung des deutschen Bio-Siegels und der Warenzeichen der Bioverbände ist in Kombination mit dem EU-Bio-Logo möglich, kann dieses jedoch nicht ersetzen. Auch wenn die Nutzung des EU-Bio-Logos nicht angezeigt werden muss, gibt es diese Pflicht weiterhin beim Bio-Siegel. Die Nutzung der Verbandswarenzeichen setzt Nutzungs- und gegebenenfalls Lizenzvereinbarungen mit dem jeweiligen Warenzeicheninhabers voraus.

Codenummer

Gesetzliche Grundlage: EG-Verordnung 834/ 2007 Artikel 24, EG-Verordnung 889/ 2008 Artikel 58 und Anhang Xi B.

Die Codenummer der Öko-Kontrollstellen, die auf Bioprodukten angegeben werden muss, wird vereinheitlicht. Die bisherige Schreibweise für die deutschen Kontrollstellen DE-###-Öko-Kontrollstelle ist somit nicht mehr gültig.

Die Schreibweise gemäß EG-Verordnung 834/ 2007, Artikel 24 (1) a) beziehungsweise Artikel 58 der Änderungsverordnung 271 (EU) 2010 sieht für alle EU-Staaten einheitlich folgende drei Glieder vor: AB-CDE-999.

  • AB:  ISO-Kürzel des Mitgliedsstaats oder des Drittlandes in dem die Kontrollen stattfinden, in Deutschland DE.
  • CDE: eine vom jeweiligen Mitgliedsstaat festgelegte Bezeichnung. die auf die ökologische Produktion Bezug nimmt, in Deutschland ÖKO.
  • 999:  eine von der zuständigen Behörde zu vergebende Referenznummer der Kontrollstelle.

Für Deutschland lautet die neue Schreibweise damit DE-ÖKO-###.

Die Codenummer muss angegeben werden, sobald ein konkretes Produkt mit einer Bioauslobung versehen wird. Das ist unabhängig davon, ob es sich um eine Kennzeichnung am Produkt oder eine Werbung handelt. Die Codenummer ist im selben Sichtfeld wie das EU-Bio-Logo, soweit dieses eingesetzt werden muss, zu platzieren. Die Kennzeichnung ist gut sichtbar, deutlich lesbar und unverwischbar vorzunehmen.

Herkunftskennzeichnung

Gesetzliche Grundlage: EG-Verordnung 834/ 2007 Artikel 24 und EG-Verordnung 889/ 2008 Artikel 58.

Die Herkunftskennzeichnung ist grundsätzlich mit dem EU-Bio-Logo verknüpft. Somit muss sie immer dann erfolgen, wenn auch das EU-Bio-Logo zu nutzen ist. Die Herkunftskennzeichnung muss im selben Sichtfeld wie das Logo und unmittelbar unter der Codenummer vorgenommen werden. Die Angaben der Herkunftskennzeichnung darf nicht in einer auffälligeren Farbe, Größe oder Schrifttype als die Verkehrsbezeichnung erscheinen.

"EU-Landwirtschaft": mindestens 98 Gewichtsprozent der Gesamtmenge der Ausgangsstoffe landwirtschaftlichen Ursprungs des Produkts stammen aus der EU.

"Nicht-EU-Landwirtschaft": mindestens 98 Gewichtsprozent der Gesamtmenge der  Ausgangsstoffe landwirtschaftlichen Urspungs des Produkts stammen aus Nicht-EU-Ländern.

"EU-/ Nicht-EU-Landwirtschaft": Die landwirtschaftlichen Ausgangsstoffe stammen zum Teil aus EU-Ländern und zum Teil aus Nicht-EU-Ländern.

Sind alle landwirtschaftlichen Ausgangsstoffe, aus denen sich das Erzeugnis zusammensetzt, in demselben Land erzeugt worden, so kann die Angabe "EU" oder "Nicht-EU" durch die Angabe dieses Landes ersetzt oder um diese ergänzt werden.


Letzte Aktualisierung: 18.08.2015