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Berechnung des Anteils EU / Non-EU-Zutaten

Für die Berechnung des Anteils der Zutaten aus der EU beziehungsweise aus Nicht-EU-Ländern sind die Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs relevant. Bei der Berechnung des Anteils ist zu beachten, dass die folgenden Zutaten zu den "Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs" gerechnet werden:

  1. Erzeugnisse aus Aquakultur,
  2. Hefe und Hefeprodukte,
  3. Zusatzstoffe, die in Anhang VIII A der  Verordnung (EG) Nr. 889/2008 in der Spalte "Code" mit einem Sternchen versehen sind (Stand: 18.8.2015):

    • Annatto, Bixin, Norbixin
    • Stark tocopherolhaltige Extrakte
    • Lecithin
    • Johannisbrotkernmehl
    • Guarkernmehl
    • Gummi arabicum
    • Extrakte aus Rosmarin
    • Pektin

Beispielrechnungen: Herstellung von Weizenbrötchen

Für die Herstellung von Weizenbrötchen soll der Anteil an EU- / Nicht-EU-Zutaten berechnet werden. Die Brötchen enthalten Weizenmehl, Sonnenblumenkerne, Wasser, Hefe, Salz, Lecithin sowie Ascorbinsäure und Enzyme.

Berechnung der EU-/ Nicht-EU-Zutaten bei Weizenbrötchen
ZutatenAnteil an
Gesamtzutaten (Prozent)
Anteil an
berechnungsrelevanten Zutaten (Prozent)
Bioweizenvollkornmehl (Deutschland)6091,2 (Deutschland)
Wasser 32
Biosonnenblumenkerne (China)34,6 (Nicht-EU)
Hefe (Deutschland)23 (Deutschland)
Salz 2
Lecithin (China)0,81,2 (Nicht-EU)
Ascorbinsäure0,2
Enzyme     
Summe100100


Bei der Berechnung des Anteils konventioneller Zutaten für diese Brötchenrezeptur werden Mehl, Sonnenblumenkerne, Hefe und Lecithin als Rohstoffe landwirtschaftlichen Ursprungs berücksichtigt. Diese vier Zutaten zusammen ergeben somit die Bezugsgröße 100 Prozent.

Da alle eingesetzten Zusatz- und Hilfsstoffe zulässig sind und der Anteil des in konventioneller Qualität eingesetzten Lecithins unter fünf Prozent liegt, ist eine Auslobung als Bioprodukt möglich. Dann muss das Produkt mit dem EU-Bio-Logo gekennzeichnet und eine Herkunftsangabe vorgenommen werden.

Aus Nicht-EU-Ländern stammen die Sonnenblumen und das Lecithin. Der Anteil der Rohstoffe aus Nicht-EU-Staaten beträgt somit 5,8 Prozent. Somit ist folgende Kennzeichnung der Herkunftsangabe vorzunehmen: "EU-/ Nicht-EU-Landwirtschaft".

Beispielrechnung: Herstellung von Pfefferbeißern

Für die Herstellung von Pfefferbeißern werden neben Fleisch Wasser, Zucker, Salz, Starterkulturen und Gewürze verwendet.

Berechnung der EU-/ Nicht-EU-Zutaten bei Pfefferbeißern
Zutat  Anteil an Gesamtzutaten (Prozent)Anteil an
berechnungsrelevanten Zutaten (Prozent)
Bioschwein S III (Deutschland)2929,75 (Deutschland)
Bioschwein S IV (Deutschland)67,6669,41 (Deutschland)
Starterkulturen
Salz2,51
Biopfeffer (Indonesien)0,34 0,34 (Nicht-EU)
Biopaprika (Ungarn) 0,050,05 (EU)
Biomuskat (Indonesien)

0,05

 

0,05 (Nicht-EU)
Biokümmel (Deutschland)       0,05 0,05 (Deutschland)
Bioknoblauchpaste (EU)0,050,05  (EU)
Biozucker (Deutschland)0,290,30 (Deutschland)
Summe100100

Bei der Berechnung des Anteils konventioneller Zutaten gehen alle Zutaten mit Ausnahme von Salz und  Starterkulturen in die Berechnung ein. Alle zu berücksichtigenden Erzeugnisse werden in Bioqualität eingesetzt, somit ist eine Bioauslobung möglich. Dann muss das Produkt mit dem EU-Bio-Logo gekennzeichnet und eine Herkunftsangabe vorgenommen werden.

Nur die Gewürze Pfeffer und Muskat stammen aus einem Drittstaat. Sie machen einen Anteil von 0,4 Prozent aus. Außerdem wird ungarischer Paprika eingesetzt (0,05 Prozent). Für die Bioknoblauchpaste (0,05 Prozent) liegt keine detaillierte Herkunftsinformation vor. Die Ware wird also als EU-Ware gekennzeichnet.

Da die Anteile an Nicht-EU-Ware und auch der Anteil der nicht deutschen Ware unter zwei Prozent liegen, ist folgende Kennzeichnung der Herkunftsangabe vorzunehmen: "EU-Landwirtschaft" oder "Deutsche Landwirtschaft".

Letzte Aktualisierung: 18.08.2015