Bio-Sourcing-Check

Bio-Sourcing-Check: Heimische Biobeschaffung analysieren

Bio-Sourcing-Checks und Innovations-Leuchtturmprojekte der bio-offensive
bieten Biolebensmittelherstellern Unterstützung beim heimischen und regionalen Bio-Sourcing.

Die Biobeschaffung stellt Einkäufer vor besondere Herausforderungen, insbesondere wenn sie auf rückverfolgbaren, sicheren Herkünften basieren soll. Der Trend zur Regionalität und zu heimischen Herkünften erhöht diese Anforderungen deutlich. Eine regional eingegrenzte Beschaffung stößt bei Marktwachstum oder Ernteschwankungen schnell an ihre Grenzen. Besonders für den auf Herkunftsregionen eingegrenzten Biorohstoffeinkauf ist eine langfristig angelegte Beschaffungsplanung erforderlich. Diese muss auf den strategischen Positionierungs- und Marketingzielen des Unternehmens basieren.

Hintergrund bio-offensive

Mit dem Ziel Biomarktchancen zu erkennen und Marktpotenziale zu erschließen, betreiben die Stiftung Ökologie und Landbau (SÖL) und der Verband der Landwirtschaftskammern die bio-offensive als Projekt zur Förderung der einheimischen Bioerzeugung. Bereits seit fünf Jahren gibt es den landwirtschaftlichen Betriebs-Check, den schon rund 1.500 am Ökolandbau interessierte Landwirtinnen und Landwirte genutzt haben. Der 2012 entwickelte Bio-Sourcing-Check ergänzt dieses Instrument auf der Seite der abnehmenden Hand. Damit wird die Abstimmung zwischen Erzeugung und Verarbeitung unterstützt. Das Projekt wird mit Mitteln der Landwirtschaftlichen Rentenbank gefördert.

Bio-Sourcing-Check der bio-offensive

Der Bio-Sourcing-Check gibt den Einkäuferinnen und Einkäufern einen systematischen Managementleitfaden für die Rohstoffbeschaffung an die Hand. Der Leitfaden hilft, die Risikofaktoren in der Rohstoffbeschaffung zu analysieren und mit geeigneten Maßnahmen proaktiv zu begegnen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der stabilen Gestaltung der Geschäftsbeziehungen zwischen Erzeugungs- und Verarbeitungsbetrieben sowie Handelsunternehmen. Es gilt, langfristige Investitionen in Ökoumstellung und Erweiterung der Produktionskapazitäten entlang der Wertschöpfungskette abzusichern. Im Bio-Sourcing-Check wird die strategische Ausrichtung im Marketing auf besondere Ökoqualitäten und Herkunftskonzepte hin untersucht. Es wird der Rohstoffbedarf des Produktportfolios eines Verarbeitungsunternehmens ermittelt und den Risikofaktoren in der Beschaffung gegenübergestellt. Zudem werden die Umsatz- und Innovationsträger von den weniger relevanten Produkten unterschieden. So erhält das Unternehmen ein systematisches Tableau seiner Beschaffungssituation und der kritischen Bereiche. Die Analyse der Lösungsmöglichkeiten bildet mit einem Katalog an Lösungsansätzen den Abschluss des Bio-Sourcing-Checks.

Bisher wurden eta 60 Bio-Sourcing-Checks bei deutschen Ökoverarbeitern durchgeführt. Über die bio-offensive können die speziell zum Bio-Sourcing-Check geschulten Verarbeiterberater kostenpflichtig angefordert werden.

Ausschreibung der bio-offensive für Förderperiode 2017/2018

Der Zuwachs in der heimischen Biolandwirtschaft hält nicht mit dem Marktwachstum mit. Es mangelt daher im deutschen Biomarkt zunehmend an einheimischen Rohstoffen. Immer mehr Bioverarbeiter und Naturkosthersteller wollen aber die regionale oder nationale Herkunft ihrer Rohstoffe ausweisen. Sie stehen dabei in der Beschaffung vor neuen Herausforderungen in der Sicherheit der verfügbaren Menge und Qualität. Über zehn Prozent der konventionellen Landwirte wären an Biolandbau interessiert, scheuen aber vor allem aufgrund der als unsicher eingeschätzten Absatzbedingungen die Umstellung. Die bio-offensive unterstützt daher beide Seiten mit Beratungsangeboten. Mit dem Spezialmodul zum heimischen Sourcing soll die Biolandwirtschaft in Deutschland durch den Aufbau verlässlicher Kooperationen mit der Nachfrageseite stimuliert werden.

Die bio-offensive unterbreitet neben dem bekannten "Betriebs-Check" für Landwirte auch Bioverarbeitern zwei Beratungsangebote:

  1. 12 Inhouse durchgeführte Bio-Sourcing-Checks zur Analyse der Beschaffungssicherheit
  2. Zwei Projekte beispielhafter Kooperation zwischen Verarbeiter- und Erzeugerebene

Bewerbungsunterlagen und weitere Informationen gibt es auf der Website der bio-offensive.


Autor

Dr. Wolfram Dienel, ÖkoStrategieWissen&Beratung
Internet: www.oeko-strat.de

Letzte Aktualisierung 31.08.2017

Betriebsmittelliste Öko-Verarbeitung

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