Verarbeitung von Biowild

Verarbeitung von Biowild

Nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau Artikel 1, Absatz 2, Satz 2 gelten "die Erzeugnisse der Jagd und Fischerei wildlebender Tiere nicht als aus ökologischer/biologischer Produktion stammend". Es gibt auch keine speziellen Hinweise für Fütterung, Haltung und Behandlung von Wild, sowie für die Verarbeitung des von diesen Tieren gewonnenen Fleisches. Daher gelten in Analogie die Vorgaben für die schlachtbaren Haustiere wie Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und Geflügel hinsichtlich der Haltung und Fütterung auch von Gehegewild.

Fleischgewinnung

Sofern die Tiere nicht geschossen, sondern eingefangen und geschlachtet werden, gilt die Tierschutz-Schlachtverordnung unter Berücksichtigung der Verarbeitungsvorgaben der EG-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau bzw. der Verarbeitungsrichtlinien der Ökoverbände. In der Tierschutz-Schlachtverordnung ist auch das Töten der Tiere durch Kugelschuss im Gehege geregelt. Nach Anlage 3, Absatz 2.1-2.3 dieser Verordnung ist der Kugelschuss auf den Kopf oder Hals des Tieres abzugeben und das Projektil muss über ein solches Kaliber und eine solche Auftreffenergie verfügen, dass das Tier sofort betäubt und getötet wird. Gatterwild darf nur mit Büchsenpatronen mit einem Kaliber von mindestens 6,5 Millimetern und einer Auftreffenergie von mindestens 2000 Joule auf 100 Meter betäubt werden. Satz 1 gilt nicht für den Fangschuss, sofern dieser erforderlich ist und mit Pistolen- oder Revolvergeschossen mit einer Mündungsenergie von mindestens 200 Joule vorgenommen wird. Nach Nummer 2.3 darf Damwild abweichend von Nummer 2.2 Satz 1 auch mit Büchsenpatronen mit einem Kaliber von 5,6 Millimetern und einer Mündungsenergie von mindestens 300 Joule betäubt und getötet werden, sofern

  • die Schussentfernung weniger als 25 Meter beträgt,
  • der Schuss von einem bis zu 4 Meter hohen Hochstand abgegeben wird und
  • sich der Hochstand in einem geschlossenen Gehege mit unbefestigtem Boden befindet, dessen Einzäunung mindestens 1,80 Meter hoch ist.

Die Ausblutung sollte möglichst vollständig und daher so zeitnah zum Schuss wie möglich erfolgen. Auch das Ausweiden sollte aus hygienischen Gründen so schnell wie möglich erfolgen. Das Gleiche gilt für das "aus der Decke schlagen" (Abziehen des Felles), obwohl diese Vorgehensweise nicht der jagdlichen Tradition entspricht. Eine zügige Kühlung sollte auf ≤ 7 Grad Celsius im Kern erfolgen. Betriebe, die einem Ökoverband, wie zum Beispiel Bioland angehören, müssen die speziellen Verbandsrichtlinien - in Anlehnung an die Regelung für die schlachtbaren Haustiere - beachten.

Letzte Aktualisierung 06.07.2015

Betriebsmittelliste Öko-Verarbeitung

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Aktuelle FiBL-Betriebsmittelliste mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln, speziell für die Gewerke in der Verarbeitung von Ökolebensmitteln in Deutschland

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