Verarbeitung


Zwischenreinigung bei Parallelproduktion

Von Seiten der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau hat die Reinigung bei verarbeitenden Betrieben, die sowohl konventionell als auch biologisch erzeugte Zutaten verarbeiten, höchste Relevanz. Die Reinigung von Produktionsanlagen vor der Verarbeitung einer Charge Biorohstoffe ist wesentlicher Bestandteil für die Eignung und Zulassung eines Betriebes zur Bioproduktion.

Prüfrelevant für die Biozulassung sind das festgelegte Reinigungsverfahren und die Dokumentation der Maßnahmendurchführung. Auch die Eignungsüberprüfung des Reinigungsverfahrens (Validierung) wird vorgenommen. Die EU-Rechtsvorschriften schreiben vor: Falls im Betrieb auch konventionelle Produkte verarbeitet werden, dass "die Arbeitsgänge mit ökologischen/biologischen Erzeugnissen erst nach einer geeigneten Reinigung der Produktionsanlagen durchgeführt werden." (Verordnung (EG) Nr. 889/2008, Artikel 26, Absatz 5 (e))

Lagerung

Unternehmen, die für Bioverarbeiter in Dienstleistung Zutaten lagern, müssen vor der Einlagerung von unter die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau fallenden Erzeugnissen eine angemessene Reinigung vornehmen. Deren Wirksamkeit muss kontrolliert und dokumentiert worden sein (Verordnung (EG) Nr. 889/2008, Artikel 35, Absatz 4 c)).

EU-Biokontrollpraxis

Bei der Erstkontrolle wird üblicherweise eine Hygiene-Erhebung vorgenommen, die in der Regel folgende Aspekte beinhaltet:

  • die zu reinigenden Räume;
  • Häufigkeit der durchgeführten Reinigungen;
  • Reinigungsmittel und deren Zusammensetzung; das für die Reinigung verantwortliche Personal.

Dazu kommen die entsprechenden Dokumentationen, die oben angesprochen wurden.

Bioverbände bewerten strenger

Die deutschen Bioverbände bewerten teilweise recht detailliert den Einsatz von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln. Grundprinzip ist dabei, dass die Reinigung der Betriebsräume sowie der Geräte und Maschinen eine einwandfreie Hygiene bei einer möglichst hohen Umweltverträglichkeit gewährleisten muss. Dabei gilt in der Regel, dass mechanisch-physikalische Verfahren einer chemischen Desinfektion vorzuziehen sind.

Letzte Aktualisierung: 12.09.2017