Rückverfolgbarkeit versus Herkunftssicherung

Rückverfolgbarkeit und Herkunftssicherung

Insbesondere in der ökologischen Lebensmittelwirtschaft, die mit ihren geltenden hohen Ansprüchen an die Prozessqualität argumentiert, sollten andere Maßstäbe in Bezug auf Rückverfolgbarkeit und Herkunftssicherung angelegt werden. Gerade diese ist aber in einer immer größer werdenden Branche, mit immer komplexeren Rohwarenströmen eine Herausfordrung. Eine unzureichende Prüfung der Liefermengenplausibilität und mangelhafte Angebots- und Lieferantenbewertung sind häufig als Grund für Betrugsfälle anzusehen. Besonders in diesem Bereich liegt aber die entscheidende Bedeutung für die Sicherung der Ökoqualität. Bei ökologischen Lebensmitteln sollte die Herkunftssicherung daher stärker in den Fokus der Bemühungen gerückt werden.

Prüfung der Mengenplausibilität

In der Vergangenheit ist es immer wieder vorgekommen, dass Unternehmen der Kontrolle in sich schlüssige Zahlen vorgelegt haben, aber auch konventionell zugekaufte Waren als Bioware vermarktet haben, ohne dies in der Buchführung entsprechend zu kennzeichnen. Um so etwas zu verhindern, sind Informationen über vermarktete Mengen von außerhalb notwendig. Aber auch die Prüfung, ob ein Erzeuger überhaupt in der Lage ist, die von ihm gelieferte Menge erwirtschaftet zu haben, spielt eine wichtige Rolle. Eine solche Prüfung muss anhand von Daten durchgeführt werden, die die Kontrollstellen für jeden liefernden Erzeuger ermitteln. Hier benötigt es auch eine gute Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Überwachungsstellen und -behörden in der Lebensmittelkette.

Angebots- und Lieferantenbewertung

Betriebe, die nicht zum Kontrollverfahren angemeldet sind und mit gefälschten Zertifikaten am Markt auftreten, können nur durch eine intensive Lieferantenbewertung und Wareneingangsprüfung beim erstabnehmenden Unternehmen ausfindig gemacht werden. Der Qualitätssicherung bei der Lieferauftragserteilung sowie Warenannahme im Unternehmen kommt daher eine große Bedeutung zu. Beispielsweise müssen ungewöhnlich gute Preis-Leistungs-Verhältnisse zu kritischen Nachfragen führen. Darüber hinaus kann bereits vor der Aufnahme von Lieferbeziehungen eine Betriebsbeschreibung der Liefernatin oder des Lieferanten angefordert werden, die von der Kontrollstelle bestätigt wird.

Während die Rückverfolgung nur im Ereignisfall relevant wird und sich darauf beschränkt, in jeder Stufe Lieferantin und Lieferant, sowie Kundin und Kunde nennen zu können, wird bei der Herkunftssicherung von jeder Stufe aus die Identität eines Produktes oder Rohstoffs ermittelt. Die Prüfung der Angaben auf Plausibilität erfolgt permanent und verhindert so Betrugsfälle. Voraussetzung dafür sind miteinander verknüpfte EDV-Systeme.


Letzte Aktualisierung 26.10.2018

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