Verarbeitung


Transport und Schlachtung

Beim Transport und bei der Schlachtung von ökologisch erzeugten Tieren gelten grundsätzlich die gleichen Anforderungen im Hinblick auf den Tierschutz und die Fleischhygiene wie bei konventionell erzeugten Tieren.

Es wäre aber blauäugig, davon auszugehen, dass alle Schlachtbetriebe gleich gut geeignet sind, Tiere sachgerecht und stressarm zu schlachten. Gerade auf dem Gebiet des Tierschutzes gibt es, bedingt durch ökonomische Zwänge, erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Schlachtbetrieben. Unternehmen, in denen der Tierschutz einen hohen Stellenwert einnimmt, haben immer noch Seltenheitswert. Dies wird auch durch die vermehrte Medienaufmerksamkeit zu diesem Thema sichtbar. Viele der kritisierten Schlachthöfe sind Betriebe, bei denen auch Bio-Tiere getötet werden.

Aufgrund der deutlich höheren Kosten bei der ökologischen Erzeugung sollte der Landwirt die bestmögliche "Dienstleistung Schlachtung" in Anspruch nehmen, um das Risiko einer Wertminderung seiner Erzeugnisse durch unsachgemäße Behandlung möglichst gering zu halten. Diese Dienstleistung wird in der Regel nicht im industriellen Großschlachtbetrieb, sonder eher im Regionalschlachthof oder im selbst schlachtenden Handwerksbetrieb geboten. Zudem hat das Wohlbefinden des Tieres während des Transports und der Schlachtung einen erheblichen Einfluss auf die Fleischqualität, weshalb auch der Bio-Verarbeiter darauf achten sollte, dass die von Ihnen verarbeiteten Tiere gut behandelt wurden. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Erzeugern und Verarbeitern ist hier empfehlenswert.

Für kleinere Landwirte und Verarbeiter wird auch die mobile Schlachtung direkt vor Ort immer beliebter. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

Der Anbauverband Naturland hat ab 2018 gültige Verarbeitungsrichtlinien für Transport und Schlachtung eingeführt. Damit soll sichergestellt werden, dass vom Verladen bis zur Schlachtung auf das Wohl der Tiere geachtet wird. Andere Verbände wie zum Beispiel Bioland, Biopark oder Biokreis haben dieses Thema ebenfalls als festen Bestandteil in Ihren Richtlinien für Fleisch und Fleischprodukte.

 


Aus der Forschung - für die Praxis

Im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) werden zahlreiche Forschungsprojekte durchgeführt.

EU-Hygieneverordnungen - Hilfestellung für Biofleischhandwerk

In einem Forschungsvorhaben wurde ein Leitfaden entwickelt, der Hilfestellung bei der Erfüllung der EU Zulassungskriterien für Schlachtstättengeben soll. In ihm werden beispielsweise Fragen nach der richtigen Ausstattung der Schlachtstätten oder den geforderten Eigenkontrollen beantwortet.

Entwicklung von Hilfestellungen zur Umsetzung der Anforderungen der EU-Hygieneverordnungen durch die handwerklichen Biofleischverarbeiter


Letzte Aktualisierung: 11.01.2018