Kennzeichnung von Ziegenkäse

Kennzeichnung von Ziegenkäse

Eine eindeutige Kennzeichnung von Ziegenkäse bzw. Ziegenmilchprodukten ist für eine zunehmende Zahl von Allergikern gegen Kuhmilch von Bedeutung, denn Ziegenmilchprodukte werden als Alternative zu Kuhmilchprodukten in der Ernährung eingesetzt.

Im konventionellen Handel taucht immer wieder Ziegen- und Schafkäse auf, der nur einen geringen Anteil Ziegen- und Schafmilch enthält. In der Regel ist dieser Käse wesentlich preisgünstiger. Der Grund: die Jahresmilchleistung eines Schafes beträgt ca. 400 Liter Milch, die einer Ziege ca. 750 Liter und die einer Kuh 7000 Liter. Die Zugabe von Kuhmilch hat einen Kostenvorteil. Bei sehr niedrigen Preisen für Schaf- und Ziegenkäse ist deshalb Skepsis angebracht.

Das Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt untersuchte in Handel und Gastronomie im Jahr 2002 und 2003 die Auszeichnung von Schafkäse mit ähnlichem Ergebnis: mehr als 50 Prozent der Käse waren falsch ausgezeichnet.

Die Käseverordnung ist auf Kuhmilch ausgerichtet. Wird ein Käse aus der Milch anderer Tierarten verkauft, so muss dies beim Verkauf auf den Käseschildern, auf der Verpackung oder direkt auf den Käsen gekennzeichnet werden. Es gibt keine eigene gesetzliche Regelung für Schaf- und Ziegenkäse.

In den 1950'er und 1960'er Jahren galt noch die Regelung, dass Ziegenkäse nur 15 Prozent Anteil an Ziegenmilch aufweisen muss. Heute gilt dies nur noch für den konventionell hergestellten "Altenburger Ziegenkäse". Dieser Käse ist in der EU unter diesem Namen als geschützte Ursprungsbezeichnung eingetragen und darf mit dem entsprechenden Siegel ausgezeichnet werden. Als geschützte Standardsorte braucht er nur noch bis 15 Prozent Ziegenmilch zu enthalten. Die meisten Ziegenkäsesorten werden heute zu 100 Prozent aus Ziegenmilch hergestellt.

Um die Verbraucherinnen und Verbraucher vor Missbrauch zu schützen, hat sich sowohl die Rechtsprechung als auch die Arbeit der Lebensmittelkontrolleure dieser Notwendigkeit angepasst und der Gesetzgeber sieht folgende Kennzeichnung vor:

Grundlage ist der Irreführungs-Verbotsparagraph des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuchs (§ 11 LFGB). Hieraus wird abgeleitet:

Werden Käse in der Verkehrsbezeichnung als Ziegen- oder Schafkäse ausgezeichnet, so muss ein hundertprozentiger Milchanteil von Ziege oder Schaf gewährleistet sein. Überwiegt der Anteil der Ziegen- oder Schafmilch (also mehr als 50 Prozent), so darf der Käse nur als Ziegen- oder Schafkäse bezeichnet werden, wenn ein deutlicher Zusatz "unter Verwendung von Kuhmilch" in der Verkehrsbezeichnung vermerkt ist. Dabei sollte auch möglichst eine Prozentzahl angegeben werden. Eine ausschließliche Angabe der zugesetzten Kuhmilch im Zutatenverzeichnis ist nicht ausreichend.


Aus der Forschung - für die Praxis

Im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) werden zahlreiche Forschungsprojekte durchgeführt.

Projekt zur Vermarktung von Ziegenmilchprodukten

In einem Forschungsprojekt wurden konventionell und ökologisch erzeugte Ziegenkäse von direkt vermarktenden Betrieben und aus dem Einzelhandel in Hessen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Ziegenkäseproben regional vermarktender ökologischer Betriebe in der Region Hessen alle - bis auf eine Ausnahme - keine Kuhmilchzusätze enthielten.

Schlussbericht des Projektes

Letzte Aktualisierung 03.12.2015

Betriebsmittelliste Öko-Verarbeitung

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