Verarbeitung


Trends am Lebensmittelmarkt

Dünne Scheiben entkernter Äpfel auf Blech. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Ohne Zusatzstoffe und leicht nachvollziehbar: Bioäpfel werden zu Apfelringen verarbeitet. Foto: Dominic Menzler, BLE

Mit dem aktuellen Trend gehen und sich dabei dennoch treu bleiben - eine Kunst, die in vielen Bereichen des Lebens wertvoll ist. So auch in der Unternehmensführung, Produktgestaltung und -innovation. Wir haben Ihnen einige aktuelle Lebensmitteltrends zusammengestellt und erläutert.

Wertebasierter Konsum

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher sind in den letzten Jahren auf Missstände sowohl im Umwelt- als auch im sozialen Bereich aufmerksam geworden. Die Alternative, die ökologische Unternehmen anstreben, indem sie an fairen Handelspartnerschaften und anderen Sozialstandards arbeiten, sollten von den Öko-Verarbeitern stetig kommuniziert werden. 

Natürlichkeit

Den Trend zur Natürlichkeit gibt es mittlerweile in jeder Produktsparte und jedem Preisbereich. Diesem Trend zu folgen kann sich beispielsweise in einer überschaubaren und verständlichen Zutatenliste äußern. Aber auch ein geringer Verarbeitungsgrad, Clean Labeling (weitestgehende Einschränkung der Verwendung von Zusatzstoffen in der Lebensmittelverarbeitung) oder der Verzicht auf Pestizide in der Produktion zählen dazu. Bioverarbeiter haben durch die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau einen echten Vorsprung.

Umweltfreundliche Verpackungen

Die Sensibilität für umweltverträgliche Verpackungen ist bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern in den letzten Jahren gestiegen. Einige Hersteller haben bereits sichtbar auf den Trend reagiert und arbeiten an diesem komplexen Thema. Dabei spielen die eingesetzten Materialien (weil für die Verbraucherin oder den Verbraucher gut sichtbar) und deren Wiederverwertbarkeit eine große Rolle.

Emotionen hervorrufen

Nicht nur die Einkaufsliste soll die Konsumenten zum Kauf eines Produktes bewegen. Die sogenannten emotional-sensorische Funktionen eines Produktes stehen hier im Fokus: Die Verbraucherin oder der Verbraucher soll beim Einkauf - ob im Einzelhandel oder online - gezielt mit positiven Assoziationen angesprochen und auf diesem Weg zum Kauf angeregt werden. Dies können beispielsweise Koch- oder Ernährungstipps sein, die der Hersteller auf seiner Seite präsentiert. Hierbei sind insbesondere Formate aus den neuen Medien, im eigenen Unternehmensblog oder eine hochwertige Beratung vor Ort im Einzelhandel gefragt.

Social Media

Die enorme Bedeutung der sozialen Medien ist mittlerweile nicht mehr zu leugnen. Entgegen mancher Ängste, können sie als hervorragendes Marketinginstrument genutzt werden. Dabei ist Kreativität gefragt! Möglich ist vieles: Videos aus der Produktion, Geschenkaktionen, die sich live im Netz mitverfolgen lassen, Umfragen zum eigenen Ernährungsverhalten und vieles mehr.

Regional und saisonal

Verarbeitungsraum einer Metzgerei. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Woher stammt das Fleisch für diese Würste? Viele Verbraucherinnen und Vebraucher möchten mit gutem Gewissen genießen können und haben großes Interesse an der Rückverfolgbarkeit von Produkten. Foto: Dominic Menzler, BLE

Saisonprodukte kennen wir schon seit einiger Zeit. Nun wird es zunehmend wichtig, heimische Obst-, Gemüse- oder Getreidesorten zu verwenden, auf Regionalität zu setzen. Hilfreich ist dabei, den genauen Ursprungsort der Rohwaren zu kommunizieren, so dass der mündige Verbraucher selbst entscheiden kann, welches ein adäquater Ursprung seiner Lebensmittel ist. Hier besteht ein Zusammenhang zum Trend zur Authentizität beziehungsweise Rückverfolgbarkeit. Innovative Rückverfolgbarkeitssysteme sind hier für die Verarbeiter spannend.

Älter werdende Konsumentinnen und Konsumenten

Sind ein Fakt - und eine Herausforderung. Schließlich möchten wir im Laufe unseres Lebens alle gerne gesund essen und für uns passende Produkte finden. Und ab einem gewissen Alter möchte man nicht offensichtlich darauf hingewiesen zu werden, dass man zum alten Eisen gehört. So ist es beispielsweise für Jung und Alt sinnvoll, Verpackungen so zu gestalten, dass sie leicht zu öffnen sind. Doch wie sieht es mit dem für gewöhnlich hohen Nährstoffbedarf bei weniger Appetit im Alter aus? Das Pendant zu besonderen Kinderprodukten steht noch aus: Wertschätzende Gratwanderung erwünscht!

Vegan und vegetarisch

Vegetarische und vegane Ernährung boomt. In Deutschland leben laut ProVeg Deutschland e.V. (ehemals Vegetarierbund Deutschland e.V.) im Jahr 2015 fast acht Millionen Menschen vegetarisch und circa 900.000 vegan. Das sind etwa elf Prozent der Bevölkerung. Vor allem vegane Brotaufstriche können derzeit am Markt punkten, genauso wie Milchersatzprodukte. Die Zielgruppe für vegane und Bioprodukte ist sehr ähnlich, deshalb lohnt es sich für Bioverarbeiter, in dieses Sortiment einzusteigen. Weitere Informationen dazu gibt es hier.

Superfrüchte

Sind nach wie vor im Trend. Superfrüchte können alles, so scheint es, vor allem gut schmecken und gesund sein. Früchte kommen generell gut an, eben nicht nur im Müsli und Joghurt. Granatapfel, Acai-Beere oder Litschi heißen hier die Topfavoriten, aber auch etwas ungewöhnlichere heimische Arten wie Quitten oder Schlehen. Daneben bleiben auch besondere Kräuter und Gewürze weiter im Trend. Weitere Informationen gibt es hier.


Letzte Aktualisierung: 18.12.2017