Handling von Fleisch und Wurst

Handling von Fleisch und Wurst

Eine Frage des Vertrauens: Kauf von Fleisch und Wurstwaren

Fleisch und Wurstwaren sind das sensibelste Sortiment im Lebensmittelhandel und der Einkauf ist in erster Line eine Frage des Vertrauens. Wird Biofleisch neben konventioneller Ware in der Bedienungstheke angeboten, dann sollte es möglichst zwei getrennte Abteilungen geben oder das Angebot der Bioware muss deutlich abgegrenzt werden. Für die Kundschaft ist Fleisch, das in der Theke präsentiert wird, zunächst nicht unterscheidbar in "konventionell" und "bio". Sie muss dem Fachpersonal und seinen Angaben vertrauen und darf nie den Eindruck haben, dass die Verkäuferinnen und Verkäufer das Fleisch eventuell vertauschen könnten. Am günstigsten ist es, wenn alle Geräte wie Schalen, Messer, Vorrats- und Transportbehälter, Schneidbretter, Fleischwolf und Waagen völlig getrennt sind und für den Bio- und konventionellen Bereich jeweils unterschiedliche Farben haben. So wird sichergestellt, dass es auch im eventuell hektischen Alltag keine Verwechslung gibt.

Kleines Biosortiment in der konventionellen Theke

Wenn neben dem konventionellen Angebot nur ein kleines Biosortiment in der Bedienungstheke geführt wird, ist es eine Möglichkeit die Vitrinenscheibe in diesem Bereich entsprechend zu bekleben. Um glaubwürdig zu sein, ist es aber zwingend erforderlich, dass in dem markierten Bereich dann auch ausschließlich Bioware zu finden ist. Um Verbraucherinnen und Verbraucher an das Angebot heranzuführen, empfiehlt es sich, bestimmte Produkte ausschließlich in Bioqualität zu führen. Im Bereich Schinken und Wurstwaren werden Verkostungsaktionen besonders gut von der Kundschaft angenommen. Fragen Sie ihre Lieferantin oder ihren Lieferanten; die meisten Hersteller sind solchen Aktionen gegenüber sehr aufschlossen.

Die Einhaltung der entsprechenden (Hygiene-)Vorschriften für den Verkauf von Frischfleisch und verderblichen Fleischprodukten sollte selbstverständlich sein. Eine geschlossene Kühlkette, beginnend nach dem Schlachten über den Transport bis hin zur Zerlegung und Aufbewahrung ist unbedingt notwendig.

Vermarktung im Fachhandel

Im Naturkostfachhandel spielt die Einstellung des Unternehmers und seiner Mitarbeiter zum Fleischverzehr eine wichtige Rolle. Sind viele überzeugte Vegetarier im Team, wird es wohl eher bei einem kleinen Standardsortiment in Selbstbedienung bleiben. Steht das Team dem  Fleisch- und Wurstwarenverzehr positiv gegenüber, kann auch eine Thekenvermarktung erfolgreich werden.

Fällt die Entscheidung für die Einrichtung einer Bedienungstheke, ist eine gründliche Planung mit einem gut durchdachten Konzept grundlegend für den Erfolg. Das Sortiment sollte anfangs mit einem Überhang an Schnelldrehern ausgestattet sein und muss deutlich von anderen gekühlten Produkten abgegrenzt werden. Das verantwortliche Verkaufspersonal bedarf einer guten fachlichen Schulung und sollte mit Engagement bei der Sache sein. Mehr noch als in allen anderen Bereichen ist an der Fleischtheke kompetente Beratung gefragt.

Letzte Aktualisierung 27.09.2018

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