BIOSpitzenköche


Raffinierte Rezepte mit heimischen Bio-Erdbeeren

Erdbeerpflanze. Foto: BLE, Thomas Stephan
Foto: BLE, Thomas Stephan

Es ist Erdbeersaison! Keine Frage, dass die BIOSpitzenköche originelle Rezepte für die roten, süßen Früchte in ihren Rezeptbüchern aufbewahren. Allerdings, botanisch ist die Erdbeere gar keine Bee-re, sondern eine Sammelnussfrucht. Bei ihrem roten Fruchtfleisch handelt es sich um eine Schein-frucht oder den sogenannten Fruchtboden. Auf ihm sitzen die grünen Nüsse, die eigentlichen Früchte der Erdbeere. Süße Sammelnussfrucht oder köstliche Beere: Hier gibt es ein paar leckere Erdbeergeheimtipps der BIOSpitzenköche.

Knackig und scharf mit cremig und süß: Rauke auf Erdbeercreme mit Alfalfa-Sprossen

Für seinen frischen Sommersalat kombiniert BIOSpitzenkoch Jürgen Andruschkewitsch die Erdbeeren mit frischer Rauke (Rucola). Dafür werden die "Beeren" gewaschen, entstielt, kleingeschnitten und dann mit Zucker zu einem feinen Mark püriert. Das Erdbeermark wird mit Sahne und Essig zu einer geschmeidigen Creme glatt verrührt und auf einen flachen Teller gegeben. Die Rucola-Saison startet im Mai, so wird er feldfrisch und gewaschen locker auf der Creme verteilt. Dazu kombiniert Jürgen Andruschkewitsch Alfalfa-Sprossen. Die eiweißreichen Sprossen der Lupine, einer Hülsenfrucht, findet man im Kühlregal oder als Samen zum selber ziehen im Bioladen.

Rauke auf Erdbeercreme mit Alfalfa-Sprossen

Kühl und sahnig: Erdbeer-Minz-Waffeln

Erdbeeren krönen das zart schmelzende Sommerdessert von BIOSpitzenkoch Alfred Fahr. Er füllt dünne Waffeln, mit cremig geschlagener Sahne in Dessertschälchen. Die saftig roten Erdbeeren werden halbiert und oben aufgelegt. Sein Geheimtipp: Mit einem Tropfen Pfefferminzöl wird die Sahne minzig-frisch. Der BIOSpitzenkoch backt seine individuellen Waffeln im Backofen. Dazu wird der dünne Teig mit einer selbst gestalteten Schablone auf dem Backblech aufgetragen und zu Herzen oder Kreisen gebacken. Wenn die Waffeln frisch und noch weich aus dem Ofen kommen, werden sie sofort vorsichtig in Dessertschälchen gedrückt, mit Sahne und Beeren gefüllt und mit frischen Minzblättern dekoriert. 

Erdbeer-Minz-Waffeln

Nachtisch vom Grill? Erdbeer-Spieße mit Joghurt-Zitronenschaum

Wer seine Gäste beim gemütlichen Grillabend mit einem besonderen Dessert überraschen will, sollte es mit Tino Schmidts gegrillten Erdbeeren probieren. Dieser Nachtisch ist schnell gemacht und trotzdem eine raffinerte Abwechslung auf dem Grillrost. Der BIOSpitzenkoch steckt die halbierten Erdbeeren auf Holzspieße und grillt sie kurz auf beiden Seiten. Dazu serviert er einen Joghurt-Zitronenschaum frisch aus einem Sahnespender aufgeschäumt. Dafür werden Zitronensaft und Zucker auf kleiner Hitze zu Zitronensirup reduziert und abgekühlt mit Naturjoghurt verrührt. Die Erdbeerspieße werden auf einen Teller gelegt, mit Joghurt-Zitronenschaum und Balsamico-Creme garniert und am besten noch warm genossen.

Gegrillte Erdbeeren mit Joghurt-Zitronenschaum

Gäste verwöhnen mit selbstgemachter Erdbeer-Tomaten Salsa

Erdbeer-Salsa in weißer Schale.

Fertige Saucen zum Grillen? Auf keinen Fall. Für eine überraschende Note sorgen die Erdbeeren in der frischen  Salsa von BIOSpitzenköchin Mayoori Buchhalter. Die würzige-süße Salsa ist schnell selbst gemacht. Mayoori Buchhalter kombiniert frische, klein gewürfelte Erdbeeren, Tomaten und Zwiebeln mit Olivenöl, Koriander und Zitronensaft – fertig ist die raffinerte Salsa. Dazu reicht die BIOSpitzenköchin duftendes, selbst gebackenes Thymian-Fladenbrot .

Voller Geschmack: Erdbeeren richtig einkaufen 

Beim Erdbeerkauf sollte man darauf achten, dass die Beeren gleichmäßig rot, glänzend und prall sind, denn sie reifen zuhause nicht nach. Eine reife Erdbeere ist voll ausgefärbt und ohne weiße Schulter oder Spitze. Nur in diesem Zustand hat sie ihr volles Aroma entwickelt. Frisch gepflückt schmecken sie am allerbesten. Inzwischen gibt es immer mehr Biohöfe, die Erdbeeren zum Selberpflücken anbieten. Erdbeeren regional einzukaufen schont außerdem das Klima, da weite Transportwege entfallen. Die duftenden Erdbeeren pflückt man mit Stiel und Kelchblättern, dann halten sie sich länger frisch.  

Erdbeere? Sammelnussfrucht mit Scheinbeere

Aus botanischer Sicht ist die Erdbeere übrigens keine Beere. Auf ihrer Außenhaut sitzen ihre vielen kleinen Samen, die Botaniker wegen der harten, miteinander verwachsenen Fruchtschalen als Nüsse bezeichnen. Die Erdbeere ist also eine Sammelnussfrucht. Zur Reifezeit bildet ihr Blütenboden eine fleischige Scheinbeere, die sich mit der Reife vom Rand her rötlich färbt. Die fünf kleinen, grünen Blätter auf der Erdbeere sind die Kelchblätter ihrer ursprünglichen Blüte.  

Zarte Frucht - schonend verarbeiten 

Erdbeeren gehören zu den empfindlichsten Obstsorten. Wer sie nicht gleich essen möchte, kann sie ungewaschen im Gemüsefach des Kühlschranks ein bis zwei Tage aufbewahren. Es sollten keine angeschlagenen Früchte darunter sein, da sie sehr schnell verderben. Erdbeeren, an denen Schimmel zu sehen ist, dürfen nicht mehr gegessen werden. Die Oberfläche der Beeren kann leicht verletzt werden. Damit die Erdbeeren nicht matschig werden, "badet" man sie mit Stiel in einer Schüssel und lässt sie anschließend gut abtropfen. Danach werden die Kelchblätter mit Stiel abgezupft.

Anbau und Ernte von Bioerdbeeren

Die Erntezeit für Freiland-Erdbeeren aus einheimischem Bioanbau liegt je nach Wetter zwischen Ende Mai bis Juli. Erdbeeren brauchen einen lockeren, krümeligen und nährstoffreichen Boden, in dem sich die Wurzeln der Pflanze gut ausbreiten können. Die Erdbeere trägt ihre Früchte in der Nähe der Erde. Noch bevor sich die ersten Früchte bilden, wird den Erdbeerpflanzen daher ein Strohbett gemacht. Dadurch bleiben die Früchte sauber und liegen nicht auf dem Boden auf. Erdbeerpflanzen sind empfindlich und anfällig für Schädlinge. Daher wird nach einem oder zwei Jahren das Erdbeerfeld gewechselt. Auf dem alten Erdbeerfeld werden andere Kulturen angebaut, bevor dann nach einigen Jahren erneut Erdbeeren angepflanzt werden.

Im Ökoanbau von Erdbeeren sind chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel verboten und der Einsatz mineralischer Dünger ist stark eingeschränkt. Die Pflege der Erdbeerpflanzen ist daher ziemlich aufwändig. Die Flächen zwischen den Pflanzen werden mehrmals im Jahr mit dem Schlepper bearbeitet oder von Hand gehackt, um das Feld frei von Unkraut zu halten. Außerdem kommt es auf die richtige Standortwahl an. Die Nähe von Wald kann zum Beispiel zu Problemen mit dem Erdbeerstecher (Käfer aus der Familie der Rüsselkäfer) führen, Wiesen erhöhen das Risiko von Drahtwürmern. Gedüngt wird das Erdbeerfeld mit organischem Dünger wie Rhizinusschrot, Kompost oder Düngern tierischer Herkunft.


Letzte Aktualisierung: 05.06.2018