Demonstrationsbetriebe


Bio-Gärtnerei Christian Herb: Bunte Tomatenvielfalt

Christian Herb mit Tomaten in der Hand. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Die Augen von Biogärtner Christian Herb leuchten, wenn er über die Vielfalt spricht.

"Wir lieben die Vielfalt", lautet der Slogan und das Geschäftsmodell der Bio-Gärtnerei Herb in Kempten. Kundinnen und Kunden können zwischen 300 Tomatensorten, 700 Kräutern, zahlreichen teils seltenen alten Gemüsesorten und Zierpflanzen wählen. Christian Herb kennt sie alle und macht neugierige Hobbygärtnerinnen und -gärtner zu (Mit-)Botschaftern der Vielfalt. In dem kleinen Spezialsegment ist er sehr erfolgreich.

Vom Anbau bis zur Ernte

Verschiedene Tomatenschälchen. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Die Vielfalt sieht nicht nur hübsch aus, sie bringt auch Abwechslung und viele verschiedene genetische Eigenschaften.

Doch Resi ist nicht nur robust und ertragreich, sondern auch herrlich fruchtig und süß im Geschmack. Während der Betriebsleiter noch über die Tomatensorte spricht, werden die kleinen runden Früchte schon von einer Teilnehmerin in Stücke geschnitten. Tomatenduft liegt in der Luft und jeder probiert neugierig. Mmmmh – Viele geraten direkt ins Schwärmen und machen einen Kreis um das Plus auf dem vorbereiteten Fahrplan für die Verkostung. Herb beschreibt weiterhin, welche Besonderheiten und Vorteile die 15 anderen Tomatensorten haben. Die "Hormosa" ist beispielsweise sehr früh reif, eher fleischige Tomaten wie das "Ochsenherz" eignen sich besonders gut für Soßen und Bruschetta, aromareiche, kleine Sorten wie "Cilegia" und "Schwarze Kirsche" zum Naschen.

Lange grüne Tomaten am Strauch. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Die "Green Sausage" ist eine Augenweide am Strauch und im Salat und dazu noch ein Geschmackserlebnis.

Zudem erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer alles Wichtige zum Tomatenanbau. Die Aussaat sollte Mitte Februar (Gewächshaus) bis Mitte März (Freiland) erfolgen. Zur Keimung liebt es die Tomate warm, 22 bis 23 Grad. Nach circa 14 Tagen sollten die kleinen Pflänzchen dann pikiert werden und anschließend einen neuen Standort bei circa 15 Grad finden. Bleibt das Pflänzchen in der Wärme, wächst es sehr rasch mit dünnem Stängel; der "Kältereiz" bei etwa 15 Grad sorgt für ein langsameres Wachstum und dickere Stiele. "Ach so", staunen einige der Hobbygärtnerinnen und -gärtner: "Deshalb!" Dem ersten Aha-Effekt folgen gleich weitere. Von A wie Aussaat bis Z wie "(Rotes) Zebra" erklärt Herb alles rund um Pflege, Schädlinge und Krankheiten. Wie dünge ich am besten? Wie stelle ich es an, dass die reiche Ernte nicht während, sondern nach meinem Urlaub erfolgt? Bei welchen Sorten muss ich ausgeizen und welche Fruchtfolge ist empfehlenswert? Auf alle Fragen, die zahlreich auch aus dem Publikum kommen, hat Herb kreative Antworten. Einer der häufigsten Schädlinge für Tomaten ist beispielsweise die weiße Fliege. Die Empfehlung des Biogärtners: Schlupfwespen als Nützlinge, die man unter anderem im Internet problemlos bestellen kann. Und die bleiben im Gewächshaus oder Garten? "Ja freilich, solange es Freibier gibt", erklärt Herb. Die Gelege der weißen Fliege sind für die Schlupfwespen ein Leckerbissen und eine Brutstätte. Solange es Schädlinge gibt, bleiben die Nützlinge ganz freiwillig vor Ort.

Wir machen keine Masse, sondern Klasse und Vielfalt.

Viele Favoriten

Tütchen mit Tomatensamen am Regal hängend. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Die Samen von 300 verschiedenen Tomatensorten gibt es nicht nur im Kemptener Laden, sondern auch im Online-Shop und auf vielen Märkten.

Der Geschmack und die Konsistenz der Tomaten stehen zwischen den weiteren Fachinformationen immer wieder im Mittelpunkt. Sie unterscheiden sich erheblich: süß, säuerlich, fruchtig, saftig und/oder mehlig. Was gefällt und persönlich favorisiert wird, darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Die Teilnehmenden überraschen diese unterschiedlichen Bio Vorlieben, Bio-Gärtner Herb kennt das schon und wird dadurch in seinem Einsatz und Enthusiasmus für die Vielfalt bestätigt. Die Sorte "Blue Osu" wollte er beispielsweise schon mal aus dem Programm werfen, weil er sie persönlich nicht sonderlich mochte. Aber seine Kundinnen und Kunden! Deshalb baut er sie weiterhin an.

Basilikum. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Ein weiterer Schwerpunkt der BioGärtnerei Herb sind Kräuter: circa 700 verschiedene Sorten sind im Angebot.

Früher lieferte die Gärtnerei Herb vor allem an große Supermarktketten. "Inzwischen sind meine Zielgruppe überwiegend Privatpersonen und Hobbygärtnerinnen und -gärtner", so Herb. Er ist froh darüber, denn er liebt den direkten Kundenkontakt und die Rückmeldung. So gehen die Fachgespräche nach der Tomatenverkostung auch noch lange weiter. Die Kundschaft tauscht sich untereinander und mit dem Kollegen über ihre Erfahrungen aus. Um alle Fragen praxisnah beantworten zu können, probiert Herb vieles unter den Bedingungen der Kleingärtner aus, zum Beispiel den Anbau von Gemüse und Kräutern im Hochbeet. "So kann ich reale Tipps weitergeben, die nicht aus dem Glashaus sind", scherzt der Profi.

Blumen in weiß, pink, lila. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Auch alle Zierpflanzen gibt es in Bioqualität. Man findet sie teilweise in Supermärkten von Dennree.

Der Anteil des Internetgeschäfts steigt kontinuierlich an.

Seine Spezialitäten verkauft er nicht nur im eigenen Laden in Kempten, sondern auch auf vielen Märkten und Messen im gesamten Bundesgebiet. So sind schon viele Stammkundinnen und -kunden zu ihm gekommen. Zudem steigt der Anteil des Geschäfts über das Internet seit Jahren kontinuierlich an und liegt derzeit schon bei etwa 25 Prozent.


Autorin: Hella Hansen

Hier finden Sie das demoSPEZIAL zum Herunterladen und Ausdrucken.


Betreibsprtät: Bio-Gärtnerei Christian Herb

Teamfoto. Klick führt zur Großansicht in neuem Fenster.

Die Verbundenheit von Sonja und Christian Herb findet sich schon in ihrem Namen wieder: „Herbae“ bedeutet im Lateinischen „Kräuter“. Das oben stehende Zitat von Cicero ist Programm in der Bio-Gärtnerei, in der über 700 verschiedene Sorten und Arten aus aller Welt angebaut werden.
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Letzte Aktualisierung: 13.11.2017