Demonstrationsbetriebe


Bio Hof Brinkmann: Bio genussvoll erleben

Innenhof mit Gartenmöbeln und Kübelpflanzen. Klick führt zu Großansicht..
Im Herzen des Lipperlands werden auf dem Biohof Brinkmann in zweiter Generation 38 Hektar Land bewirtschaftet.

Der Bio Hof Brinkmann ist ein Familienbetrieb, der bereits in zweiter Generation ökologisch bewirtschaftet wird. Er liegt im Herzen des Lipperlands und ist ein attraktives Ausflugsziel mit zahlreichen Angeboten. Ob Selbsternte im Bio-Gärtchen, Wildkräuter-Menüs, Kräuter- und Backseminare, Leckereien im Hofcafé oder Führungskräftecoaching mit Pferden – hier ist eigentlich immer was los. Dabei ist es für die Brinkmanns eine Herzensangelegenheit, mit ihren Kundinnen und Kunden ins Gespräch zu kommen.

Ein bunter Strauß an Angeboten

Auf dem Bio Hof Brinkmann im nordrhein-westfälischen Lage wachsen auf knapp 40 Hektar bunte Kartoffelspezialitäten, Wildkräuter, Blüten und Getreide. Die Produkte werden überwiegend direkt ab Hof vermarktet und Interessierte erfahren beim Einkauf auch gleich, woher ihre Lebensmittel kommen. Die Brinkmanns stehen bewusst für nachhaltige, ökologische und regionale Produkte und suchen mit ihren Kunden das Gespräch.

Frau hält als Hexe verkleidete Handpuppe in der Hand. Klick führt zu Großansicht.
Betriebsleiterin Wiebke Brinkmann mit der Hofhexe Arabella, die den Kindern vom Hofleben erzählt.

Ein Mix aus Veranstaltungen, Erholungs- und Mitmach-Angeboten bietet die Basis für den Austausch. Die Angebote entwickelte die Familie gemeinsam vor fünf Jahren, als ein Generationswechsel anstand. Zwei elementare Fragen stellten sich: Wie soll es mit dem Betrieb weitergehen und wo würde jeder zukünftig seine Rolle finden?

Heute hat jeder seinen Aufgabenbereich gefunden: Vater Friedhelm kümmert sich vorwiegend um die Landwirtschaft und führt leidenschaftlich gerne interessierte Besucherinnen und Besucher über den Hof. Mutter Birgit kümmert sich als ausgebildete Kräuterpädagogin um den Bereich Seminare und das Hofcafé. Die Kinder Inken und Frederik helfen überwiegend am Wochenende auf dem Hof. Und Wiebke, ebenfalls zweite Generation, ist vor allem für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig und entwickelt die Veranstaltungen und Service-Leistungen des Hofes. "Wir haben einen bunten Blumenstrauß an Angeboten kreiert, wo sich jeder wiederfindet", resümiert Wiebke Brinkmann.

Mit roten Rosen bewachsener Holzzaun umschließt den Kräutergarten. Klick führt zu Großansicht.
Die Kräuter, Blüten und Beeren aus dem Garten geben den vegetarischen und veganen Speisen eine besondere Geschmacksnote.

Über Genuss ins Gespräch kommen

"100% Bio. 100% Vegetarisch. 100% Anders.", bewerben die Brinkmanns ihr regelmäßig stattfindendes Wildkräuterfrühstück. Und es funktioniert. Das Biofrühstück ist schon über Monate hin ausgebucht. Die meisten Gäste kommen auf Empfehlung. Aber auch im Hofcafé, in Seminaren und Führungen sind Kräuter und Genuss ein wichtiges Thema. Beim Rundgang über den Hof entdeckt man die unterschiedlichsten Wildkräuter, wie blau blühenden Salbei, wilden Meerrettich und robuste Fetthenne. Gleich vor Ort bekommen Besucherinnen und Besucher dann Tipps, welche Teile der Pflanze verarbeitet werden können und wie sie zubereitet werden.

Wir haben einen bunten Blumenstrauß an Angeboten kreiert, wo sich jeder wiederfindet.

Die Brinkmanns wollen zeigen, wie viele verschiedene Kräuterarten es gibt und wie diese für ganz neue Geschmackserfahrungen sorgen. "Durch den Genuss kommen wir mit den Leuten ins Gespräch über den ökologischen Landbau – und das ganz ohne erhobenen Zeigefinger", erklärt die Betriebsleiterin.

Angeschnittener Kuchen, bedeckt mit roten und rosa Blüten.
In der Biokuchenmanufaktur finden Hofprodukte ihre Verwendung.

Auch auf den fantasievollen Sommertorten, die in der warmen Jahreszeit zwischen duftender Rosenpracht im Bauerngarten serviert werden, finden sich immer wieder Kräuter und Blüten. Sicherlich gebe es auch manchmal Vorbehalte: "Einige schauen schon mal skeptisch, wenn sie eine Torte mit Rosen oder Gundelreben vor sich haben", erzählt die Betriebsleiterin. "Aber meistens schmeckt es ihnen dann doch", schmunzelt sie.

Der Austausch ist für die Brinkmanns eine Herzensangelegenheit. "Darum ist es uns wichtig, dass am Wochenende ausreichend Personen im Café arbeiten. Wir wollen uns Zeit nehmen, uns mit unseren Kunden zu unterhalten und Antworten geben, wenn sie Fragen haben", erklärt Brinkmann. So ein Gespräch sorge für eine stärkere Kundenbindung. Da bleibt auch denen der Hofname in Erinnerung, die nur für einen kurzen Ausflug ins Hofcafé kommen. Einige von ihnen kaufen dann beispielsweise die Kartoffelspezialitäten der Brinkmanns, die blaue Anneliese und rote Emmalie, auf dem Markt oder in den Läden der Region.

Durch den Genuss kommen wir mit den Leuten ins Gespräch über den ökologischen Landbau.

Fenchel im Ackerboden. Klick führt zu Großansicht.
Im "Bio-Gärtchen" können Hobbygärtner ihr Gemüse selbst anbauen und ernten.

Neue Wege gehen

Nicht nur kulinarisch gehen die Brinkmanns neue Wege. Um auch in Zukunft marktfähig zu sein, versuchen sie immer wieder, Netzwerke aufzubauen und Kooperationen einzugehen. Seit sie im Stellplatzführer "Landvergnügen" zu finden sind, kommen regelmäßig Wohnmobilisten und Bullifahrer zum Campen. Die Brinkmanns folgten auch dem Aufruf der Stadt Lage und entwickelten Ideen für das Projekt "Essbare Stadt". Öffentliche Flächen sollen bepflanzt werden und als Aktionsraum für Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stehen.

Darüber hinaus kombinieren die Brinkmanns geschickt ihre Angebote: Wer die Ferienwohnung "Gartenglück" mietet, kann während seines Aufenthalts auch im Bio-Gärtchen Gemüse selbst ernten und pflegen. Manch einer nutzt die Übernachtungsmöglichkeit aber auch, um an einem Workshop teilzunehmen.

Langweilig wird es also nie. Für Wiebke Brinkmann macht genau das auch den Reiz aus: "Es macht mir großen Spaß, die Angebote des Hofes zu gestalten und immer wieder neue Ideen zu entwickeln."

Autorin: Karin Wilhelm

Hier finden Sie das demoSPEZIAL zum Herunterladen und Ausdrucken (PDF-Datei).

Letzte Aktualisierung: 20.07.2015