Demonstrationsbetriebe


Biolandbetrieb Albertshof: "Erlebnis-Einkauf" im Hofladen

Eingangstüre zum Hofladen. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
1993 ins Leben gerufen, inzwischen ist der Hofladen Albertshof auf die doppelte Fläche vergrößert.

Der nach Bioland-Richtlinien geleitete Familienbetrieb von Peter und Kerstin Doppstadt steht auf drei Standbeinen: Dem Hofladen als Herzstück, dem Vollerwerbsbetrieb und dem seit 2006 eingeführten Projekt "Lernort Bauernhof". Authentisch und glaubwürdig treten die Doppstadts mit Menschen in den Dialog und sind dabei erfolgreich: Zuletzt zeichnete das Naturkostmagazin Schrot&Korn ihren Hofladen als "Bester Bio-Laden 2016" aus.

Authentischer "Goldrausch"

Ein Hofladen in Rennerod, mitten im Westerwald. Goldenes Lametta und Sterne ebnen den Weg zu dem "Bio-Tante-Emma-Laden". Auch im Inneren ist der "Goldrausch" sichtbar. Urkunden hängen an der Wand und glitzernde Wimpelketten schmücken den Kassenbereich. Der Albertshof feiert gemeinsam mit seinen Kundinnen und Kunden die Auszeichnung des Hofladens. Er wurde bei der Leserwahl von Schrot&Korn ausgezeichnet und darf sich nun als der "Beste Bio-Laden 2016" bezeichnen.

"Wer einmal hier war, der kommt immer wieder", beschreibt Kerstin Doppstadt ihr Betriebsgeheimnis. 1993 eröffnete ihr Mann Peter Doppstadt den damaligen "Bioladen Sonnenblume". Ab 2006 übernahm die gelernte Pädagogin und vergrößerte den Hofladen drei Jahre später bereits um das Doppelte. Kontinuierlich erweiterte sie die Produktpalette und das Serviceangebot.

Blick in den Hofladen, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Das Voll-Sortiment des Hofladens fasst neben 60 Gemüse- und Obstsorten
auch hofeigene Produkte.

Schon beim Betreten des "Hofladens Albertshof" wird deutlich, was ihn ausmacht: ein buntes Sortiment an Gemüse- und Obstsorten sowie die neuesten Probierangebote. Neben Produkten von regionalen Erzeugerinnen und Erzeugern und dem Biogroßhandel bietet der Laden auf seinen knapp 100 Quadratmetern natürlich auch hofeigene Produkte an. Dazu zählen Apfelsaft und -wein, Eier, Fleischerzeugnisse sowie Molkereiprodukte, veredelt von der Upländer Bauernmolkerei. Wenn Kerstin Doppstadt nicht selber im Hofladen steht, berät eine der vier Mitarbeiterinnen die Kundschaft und gibt Koch- und Verarbeitungstipps. Für einen Kaffee und ein nettes Gespräch findet sich immer wieder Zeit.

Ein Ort der Begegnungen

Drei Personen, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Die Doppstadts und ihre Mitarbeiter zeigen gerne, woher die hofeigenen Produkte des Ladens stammen

Der Hofladen der Doppstadts ist ein Ort der Begegnung, an dem Bioliebhaberinnen und -liebhaber ins Gespräch kommen. "Wir möchten einen Ort schaffen, an dem sich Menschen vernetzen können", erklärt Kerstin Doppstadt. Deswegen bleibt es auch nicht beim bloßen Einkaufen. Regelmäßig bieten die Doppstadts Veranstaltungen an, wie beispielsweise Ölverkostungen. Und wer neugierig ist, dem zeigen sie gerne den Hof und geben Einblicke in die ökologische Landwirtschaft. "Uns ist wichtig, dass wir Bio in allen Facetten den Kunden und Menschen näherbringen."

Uns ist wichtig, dass wir Bio in allen Facetten den Kunden und Menschen näherbringen.“

"Erlebnis-Einkaufen", nennt sie dies, denn wer Eier oder Suppenhühner aus dem Hofladen kauft, sollte auch wissen, dass die Tiere auf dem Westerwälder Hof genügend Platz zum Picken, Scharren und Sonnenbaden haben. Das Gleiche gilt für Bio-Rindersalami, frisches Hackfleisch und Co.: Die rund 130 Milchkühe, 100 Rinder und Kälber werden den größten Teil des Jahres auf der Weide gehalten und freuen sich über Besuche und die Streicheleinheiten interessierter Gäste.

Pionier-Betrieb im Westerwald

Familie Doppstadt im Kuhstall, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Peter Doppstadt lebt zusammen mit seiner Frau Kerstin und den
vier Kindern auf dem Familienbetrieb.

Für die Landwirtschaft ist Betriebsleiter Peter Doppstadt verantwortlich. Der gelernte Landwirtschaftsmeister legt von Anfang an Wert auf die ökologische Wirtschaftsweise. 1988 stellte er auf Bioland-Richtlinien um und der Hof galt als Pionier-Betrieb im Westerwald

Der Schwerpunkt liegt auf der Milch- und Fleischproduktion. Die Milch geht an die Upländer Molkerei und alle vier Wochen wird geschlachtet. Die Produkte werden dann komplett direkt vermarktet. Auf knapp 140 Hektar wird die Futtergrundlage für die Hoftiere erwirtschaftet. Da das nicht ausreicht, ging Doppstadt Kooperationen mit benachbarten Bauernhöfen ein. Dabei trug er den Biogedanken sogar weiter und sorgte dafür, dass die Betriebe auf den Ökolandbau umstellten.

Herzensangelegenheit Öko-Landwirtschaft

Weil ihnen der ökologische Gedanke am Herzen liegt, ist der Albertshof auch offizieller "Lernort Bauernhof": Hier lernen Kindergarten- und Schulklassen, welchen Weg das Essen vom Feld bis auf den Teller hat. Seit 2015 gehen sie sogar noch weiter und sind zum Demonstrationsbetrieb ernannt worden. Sie wollen nun auch Erwachsenen und konventionellen Bauern Einblicke in die Biolandwirtschaft geben.

Immer wieder trägt die Überzeugungsarbeit Früchte. So hat das Bundeszentrum der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) auf eine teilweise biologische Küche umgestellt und erhält regelmäßig Fleisch vom Albertshof. Die freie Montessori-Schule in Westerburg stellt den Schülerinnen und Schülern inzwischen frische Gerichte aus biologischen Lebensmitteln des Hofes bereit.

Zwei Erwachsene im Hofladen halten eine Urkunde und einen Blumenstrauß. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Doppelter Grund zum Feiern: Auszeichnung als "Bester Bio-Laden 2016" und seit 25 Jahren Bioland-Mitglied.

Das Erfolgsrezept des Albertshofes: Glaubwürdigkeit und Transparenz. "Bleibt authentisch!", raten Peter und Kerstin anderen Betrieben. Jeder Hof hat ein eigenes Konzept, das sich allerdings erst durch die Menschen auszeichnet. Die Kundinnen und Kunden haben dann für vieles Verständnis. So öffnet der Hofladen beispielsweise nur an vier Tagen die Woche, damit die Doppelstadts auch Zeit für ihre Kinder haben. Für die Kundschaft nachvollziehbar und ein weiterer Grund von vielen, ihnen das Gold zu verleihen.

Autorin: Laura Wittemann

Hier finden Sie das demoSPEZIAL zum Herunterladen und Ausdrucken.

Letzte Aktualisierung: 29.03.2016