Demonstrationsbetriebe


Gut Glüsig: Landwirtschaftliche Tradition und soziales Engagement

Menschen mit einem Kälbchen vor dem Hofschild. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Landwirt Ludwig Schulze sowie die Geschäftsführung Petra Bulwin und Hans Könecke kümmern sich um die Jugendlichen.

Gut Glüsig, ein Hof mit 1000-jähriger Geschichte, liegt am nördlichen Rand der Magdeburger Börde. Einst ein Zisterzienserinnen-Kloster mit langer landwirtschaftlicher Tradition, wurde der Hof Anfang der 1990er Jahre auf Ökolandbau umgestellt. Heute verbindet Gut Glüsig ökologische Landwirtschaft mit sozialen Arbeits- und Beschäftigungsprojekten für benachteiligte junge Menschen.

Perspektiven schaffen

1992 übernahm der Caritasverband Magdeburg e. V. den Betrieb von der Treuhand und stellte ihn auf ökologischen Landbau um.

Schweine stehen im Stall. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Den Mastschweinen auf Gut Glüsig stehen Stroh und ein teilüberdachter Auslauf zur Verfügung.

Seitdem wirtschaftet der Ausbildungsbetrieb nach den strengen Bioland-Anbaurichtlinien. Auf Gut Glüsig wird die Verbindung von ökologischem Landbau und sozialem Engagement gelebt. Junge Menschen können sich hier im Rahmen eines freiwilligen ökologischen Jahres Einblick in eine naturgemäße Landwirtschaft verschaffen und die Prinzipien des Ökolandbaus kennenlernen. Der soziale Gedanke reicht aber noch weiter. Auf dem Betrieb wird Menschen mit seelischer Behinderung, unzureichender beruflicher Qualifikation, Langzeitarbeitslosen und anderen benachteiligten Menschen die Chance einer sinnvollen Tätigkeit gegeben.

Kühe auf der Weide. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Die Mutterkühe der Rasse Deutsch Angus leben ganzjährig auf den Weiden.

Die ökologische Wirtschaftsweise und vor allem der Umgang mit Tieren bieten ein reichhaltiges Beschäftigungsangebot. Neben Mastschweinen, Mutterkühen und Pferden werden auch Ziegen, Hasen und Gänse in einem angrenzenden Streichelzoo gehalten. Alle Tiere müssen täglich versorgt, die Ställe ausgemistet und eingestreut werden. Die meist jungen Frauen und Männer lernen, ihre Arbeit pünktlich und regelmäßig zu erledigen und so Verantwortung vor allem gegenüber den Tieren zu übernehmen. "Durch die geregelten Arbeitsabläufe auf unserem Betrieb können wir den Jugendlichen einen strukturierten Tagesablauf und entsprechenden Rückhalt bieten", freut sich Hans Könecke, diplomierter Sozialarbeiter und Geschäftsführer von Gut Glüsig. Außerdem wirke sich besonders die Arbeit mit den Tieren positiv auf die Psyche der beschäftigten Jugendlichen aus, betont er weiterhin.

Eingangstür zum Hofladen. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Ein Teil der ökologisch erzeugten Produkte wird über den Hofladen auf Gut Glüsig vermarktet.

Eine besondere Herausforderung stellt für die Jugendlichen die Arbeit mit den Mutterkühen dar, die ganzjährig auf den Weiden gehalten werden. Jeden Tag, sommers wie winters, geht es raus zu den Tieren. Die Kühe kalben auch im Winter; dann müssen den Kälbern die Ohrmarken eingezogen werden. "Wenn wir von unseren Einsätzen auf den Weiden wieder zurückkommen, fühlen sich die Jugendlichen wie echte Cowboys", schmunzelt Petra Bulwin, ebenfalls diplomierte Landwirtin und Geschäftsführerin der Gut Glüsig GmbH.

Regional vermarkten

Hauptstandbein des Landwirtschaftsbetriebes ist die artgerechte Haltung von Mastschweinen. "Unsere Schweine stehen auf Stroh und genießen das ganze Jahr über den teilüberdachten Auslaufbereich", erklärt Könecke den Besucherinnen und Besuchern bei der Hofführung. Die jährlich rund 650 Schweine werden ausschließlich mit hofeigenem Futter versorgt und im eigenen Verbund geschlachtet. Dazu wurde 1998 die Gut Glüsig GmbH gegründet, die die schmackhaften Produkte nach den Bioland-Richtlinien verarbeitet. Die Vermarktung der Fleisch- und Wurstwaren erfolgt regional, im eigenen Verkaufswagen oder über den Hofladen.

"Wichtig ist, dass den jungen Menschen eine vielseitige und Sinn stiftende Arbeit angeboten wird."

Fest mit Bühne und Menschen. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
In den Wintermonaten findet auf Gut Glüsig das Schlachtefest in der herbstlich geschmückten Tenne statt.

In den Wintermonaten werden die Produkte auf den traditionellen Schlachtefesten angeboten, die im Umkreis des Betriebes und darüber hinaus sehr beliebt sind. Die originale Schlachteplatte ist eine bunte Mischung aus Blut- und Leberwurst, Mettwurst, Wellfleisch und Hackepeter mit geschnittenen Zwiebeln und sauren Gurken. Dazu wird frisches Brot gereicht. Als warme Gerichte werden zum Beispiel Wurstsuppe und Blutwurst mit Sauerkraut und Kartoffeln angeboten. Kaffee und selbst gebackener Kuchen vom Blech runden das Angebot an einem solchen Fest ab. Bei den Vorbereitungen der Festveranstaltungen packen auch wieder die Jugendlichen mit an. Sie helfen bei den Auf- und Abbauarbeiten, dekorieren die Tische in der Tenne und kümmern sich um sauberes Geschirr hinter der Theke. "Wichtig ist, dass den jungen Menschen eine vielseitige und Sinn stiftende Arbeit angeboten wird", betont die Geschäftsleitung.

Aktivitäten auf dem Gut

Wiese mit Bäumen an einem Weg. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Die Landschaft mit ihren Obstbäumen rund um das Gut lädt zum Spaziergang ein.

Neben dem Engagement für benachteiligte Menschen werden auf Gut Glüsig auch erlebnispädagogische Unternehmungen für Kinder- und Jugendgruppen angeboten, wie zum Beispiel ein Seilparcours, Baum- und Kistenklettern, Abenteuerspiele, Nachtwanderungen (im "Glüsig Caynon") oder Floßbau. Auch Erwachsene können auf dem Gut in der Magdeburger Börde mal die Seele baumeln lassen oder Gruppenfahrten und Firmentrainings unternehmen. Übernachtungen im "Alten Schäferhaus" und "Neuen Schäferhaus" oder im "Peter Lustig"-Wagen runden ein solches Abenteuer ab. Auch zum Zelten bietet der Kapellenberg ausreichend Platz.

Autor: Jasmin Snigula

Hier finden Sie das demoSPEZIAL zum Herunterladen und Ausdrucken (PDF-Datei).

Letzte Aktualisierung: 25.02.2015