Verbraucher


BIOFACH 2019: Trends und Neuheiten

Bild von Messeständen unter der Überschrift Erlebniswelt vegan. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Viel Messefläche für vegane Produkte. Foto: Nürnberger Messe

Das pflanzliche Sortiment gehört zu den dynamisch und konstant wachsenden Segmenten der Weltleitmesse für Biolebensmittel. Von den insgesamt knapp 3.000 Ausstellern präsentieren 1.245 ein vegetarisches Angebot und 1.345 ein veganes Angebot. Neben klassischen Zutaten wie Soja kommen vermehrt Cashew, Mandel- oder Erbsen-Produkte auf den Biomarkt. So können wir jetzt Käse nicht mehr nur von glücklichen Kühen, sondern auch Käse von fröhlichen Cashew-Nüssen genießen. Innovativ ist eine vegane Alternative zu Honig: Wonig genannt. Der besteht aus Rohrzucker und natürlichen Blüten sowie Pflanzenextrakten von Löwenzahn, Gänseblümchen und Brennnesseln.

Mehr Bioproteine im Alltag

Dose mit Shake vor Schild. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Eines von vielen Proteinprodukten am Neuheitenstand der BIOFACH. Foto: Jutta Schneider-Rapp

Proteinhaltige Lebensmittel stehen weiterhin hoch im Kurs, egal ob in Form von Ölen, Riegeln, Aufstrichen oder Shakes. Im Gegensatz zu herkömmlichen Proteinshakes ist die Zutatenliste der Biohersteller überschaubar: Milch, Molke, Eiweiß und Soja liefern konzentriertes tierisches Protein. Kakaopulver oder zermahlene Beeren sorgen für Farbe und dezenten Geschmack. Natürlich gibt es auch vegane Kraftpakete. Die bestehen dann beispielsweise aus Hanf-, Kürbis- und Reisprotein.

Wer zwischendurch und abends etwas knabbern will, kann statt zu Erdnüssen zu Bio-Sojabohnen greifen. Die haben deutlich weniger Fett und über 40 Prozent Eiweiß.

Kurkuma und Kimchi peppen die Küche auf

Viele verschiedene Gewürze. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Exotische Gewürze bringen Farbe in den Ernährungsalltag. Foto: BNN

Mehr Würze in die heimischen Biolebensmittel bringen exotische Gewürze wie Ingwer und Kreuzkümmel. Kurkuma war schon letztes Jahr im Trend, ist dieses Jahr aber mehr denn je gefragt: Fruchtsäfte, Tee, Biolatte, Cerealien und sogar Brühwürfel tragen das Superfood in sich. Und wie wäre es mit Quinoa à la Curcuma? Das aus der indischen Küche bekannte Gewürz enthält den Wirkstoff Curcumin. Der fördert die Verdauung, soll Schmerzen lindern und Entzündungen hemmen. Für noch mehr Exotik sorgt Biokimchi, eine koreanische Spezialität. Der vergorene Gemüsemix aus Möhre, Lauch, Chinakohl und Co. schmeckt ein bisschen wie Sauerkraut. Mit Peperoni aufgepeppt wird es zusätzlich scharf. Einfach mal probieren!

Kernig frühstücken mit Frei-von

Verschiedene Saaten und Beeren in Schüsseln. klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Hochwertige Biosaaten und Beeren machen munter. Foto: Seedheart

Auch der Trend zu Frei-von-Produkten ist ungebrochen. Allein 890 Aussteller zeigten ihre laktosefreien Produkte, 1.200 sogar glutenfreie. Besonders junge Unternehmen zeigen eine Vorliebe für Biocerealien. Die einen machen Porridges aus glutenfreien Vollkornhaferflocken, Maulbeeren, Chiasamen. Die anderen Powermüslis aus Saaten, Kernen und Beeren. Da stecken alle angesagten Zutaten drin wie Quinoa, Cashew, Amaranth, Chia, Goji und vieles mehr. So ein Superfoodfrühstück steckt voller Nähr- und Ballaststoffe, Proteine sowie Vitamine. Nur die Regionalität kommt manchmal etwas kurz.

Einweggeschirr aus Palmblättern und echte Strohhalme

Becher und Strohhalme. klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Biostrohhalme verdienen ihren Namen wirklich. Foto: Jutta Schneider-Rapp

Einweggeschirr schneidet in punkto Nachhaltigkeit schlecht ab. Aber wenn, dann, sollte es aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Praktisch für Verbraucherinnen und Verbraucher sind Teller und Schalen aus Palmblättern. Die sehen hochwertig aus und lassen sich auf dem eigenen Komposthaufen wie Blätter kompostieren. Da Strohhalme aus Kunststoffen bald verboten sind, tüfteln viele Herstellerinnen und Hersteller an Alternativen aus Papier. Selbst mit Nudeln wird experimentiert. Rundherum nachhaltig sind die neuen Strohhalme aus bayerischem Biostroh.

Kalender zum Einpflanzen

Kalender mit Blumenmotiv. klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Dieser Kalender ist schön nützlich und nachwachsend. Foto: Jutta Schneider-Rapp

Eine super Geschenkidee ist der einpflanzbare Wandkalender: Jeden Monat stellt er eine andere Gemüse- oder Blumenart vor, deren biozertifizierte Samen in das Kalenderblatt eingearbeitet sind. Nach Ablauf des Monats kann das jeweilige Kalenderblatt ausgerissen und eingepflanzt werden. Es wächst die vorgestellte Pflanze. "Mit unserem Kalender möchten wir den Käufern die Herkunft ihres Essens wieder etwas näherbringen und die urbane Pflanzenzucht fördern", erklärt Designerin Manu von der primoza GmbH. Für diese nachhaltige Bilderbuchidee erhält das Nürnberger Start-up den Innovationspreis der Messe.

Boden muss gesund bleiben

Nach dem Messemotto "System Bio – im Ganzen gesund" blickt die Branche über den Tellerrand hinaus. Brandneu ist das Thema Mikroplastik im Boden. Hier sind Folgen noch nicht erforscht. Fakt ist aber, dass massenhaft Plastik auf dem Land landet: schätzungsweise 26 Millionen Tonnen jährlich in der EU. Dort vermischen sich die Plastik- mit den Bodenteilchen und verändern die Bodenstruktur. Zerfallen die Mikroplastikteilchen in noch kleinere Nanopartikel, können Pflanzen diese aufnehmen. Erste Untersuchungen zeigen, dass Salatpflanzen dann unter Stress geraten. Dr. Anderson Abel de Souza Machado von der Freien Uni Berlin bilanziert: "Mikroplastik im Boden ist vielleicht nicht unser größtes Umweltproblem, aber eines das uns die nächsten 1.000 Jahre beschäftigen wird." Mehr Forschung dringend erwünscht!


Letzte Aktualisierung: 27.02.2019