Verbraucher


Bloggerworkshop: Bio vom Acker bis zum Teller

Menschen auf dem Acker. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Eine günstige Gelegenheit sich über ökologische Lebensmittel zu informieren: die Blogger-Workshops des Bundesprogramms ökologischer Landwirtschaft und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN). Foto: BLE, Jürgen Beckhoff

Wenn eine Biobäuerin oder ein Biobauer von jungen Menschen mit gezückten Mobiltelefonen umringt wird, die Besuchergruppe häufiger etwas von schlechtem Empfang murmelt und am Abend ein BIOSpitzenkoch köstliche Kreationen serviert, kann das nur eines bedeuten: Das BÖLN hat wieder einmal zu einem Blogger-Workshop geladen. Bei der "Expedition Biogemüse" hatten Food-Bloggerinnen und –Blogger wieder einmal Gelegenheit, die Erzeugung, Ernte und Verarbeitung von Biolebensmitteln live auf einem Betrieb zu erleben und anschließend leckere Biorezepte zu probieren.

Über 60 Gemüsearten im Anbau

Frau und Mann auf dem Acker. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Gemüseanbau aus erster Hand: Jenni Ponsens, Gemüsegärtnerin auf Gut Rothenhausen, weiht die Bloggerinnen und Blogger in die ökologische Landwirtschaft ein. Foto: BLE, Jürgen Beckhoff

Ziel der Expedition war dieses Mal der Demonstrationsbetrieb Gut Rothenhausen bei Lübeck. Ein Betrieb, der perfekt zum Thema passte. Denn Jenni Ponsens, die Gemüsegärtnerin der Hofgemeinschaft, konnte der Gruppe den ökologischen Gemüsebau in seiner ganzen Vielfalt präsentieren. Im betriebseigenen Gewächshaus und auf dem Acker werden hier über 60 verschiedene Gemüsearten angebaut. Die Liste reicht von Paprika, Stangenbohnen und Tomaten über Gurken, Zucchini und Kürbisse bis zu rotem und gelbem Mangold, Brokkoli und diversen ungewöhnlichen Blattsalaten – natürlich alles in Bioqualität.  

Wie vielfältig, aber auch anspruchsvoll und arbeitsaufwändig der Anbau von Biogemüse ist, davon konnte sich die Bloggergruppe bei einem ausführlichen Betriebsrundgang selbst überzeugen. Ponsens erläuterte den ökologischen Kreislaufgedanken, der auch beim Biogemüseanbau eine große Rolle spielt, und die Vor- und Nachteile samenfester Sorten. Außerdem stellte sie die Möglichkeiten der ökologischen Schädlingsbekämpfung vor, die Düngung mit Kleegras und Mist aus der Tierhaltung des Betriebs und natürlich das mühsame In-Schach-halten der Unkräuter. 

Mitmachen gehört dazu

Doch nicht nur Zuhören war gefragt, sondern auch aktives Mitmachen. So durfte das Bloggerteam im Gewächshaus eigene Anzuchttöpfe mit Erde füllen, die winzigen Salatsamen einsäen und bei norddeutschem Schmuddelwetter auf dem Feld Kohlrabi, Blumenkohl und Eichblattsalat ernten.

Menschen schneiden Gemüse. Klick führt zu Groaßnsicht.
Selbstgeerntetes Gemüse direkt weiterverarbeiten: Unter professioneller Anleitung von BIOSpitzenkoch Tino Schmidt wird das frische Gemüse geputzt, geschnibbelt und in leckere Gerichte verwandelt. Foto: BLE, Jürgen Beckhoff

Auch das Putzen, Schneiden und Reiben der Ernte war Teil des Programms – aus gutem Grund. Denn angeleitet wurden die Bloggerinnen und Blogger von Tino Schmidt, BIOSpitzenkoch aus Thüringen, der sein Können auch regelmäßig in verschiedenen Fernsehshows und auf großen Bühnen unter Beweis stellt. Dass beim abendlichen Grillen vor allem Biogemüse auf den Rost kamen, versteht sich von selbst. Geboten wurden unter anderem Aioli-Variationen mit gegrillter Paprika und Zitrone, Tomaten-Chutney aus geräucherten Kirschtomaten und als Nachtisch natürlich ein Karottenkuchen. Dazu wurde Grüner Gemüse-Smoothie gereicht und vorweg ein Aperititv aus Apfel-Quittensaft.

Neues Infoformat für jüngere Zielgruppen

Menschen ernten Gemüse. Klick führt zu Großansicht.
Gerade für junge internetaffine Menschen bieten Blogger-Workshops auf dem Biohof eine gute Gelegenheit sich mit der ökologischen Erzeugung und Verarbeitung fon Bioprodukten auseinaderzusetzen. Foto: BLE, Jürgen Beckhoff

Die Expedition Biogemüse war bereits die vierte und vorerst letzte Informationsveranstaltung des BÖLN für "Food-Blogger", bei denen bisher bereits die Erzeugung und Verarbeitung von Fleisch, Milch und Getreide auf verschiedenen Biobetrieben vorgestellt wurde. Mit dem ungewöhnlichen Veranstaltungsformat möchte das BÖLN vor allem junge, internetaffine Zielgruppen erreichen und über die Besonderheiten von Biolebensmitteln vom Acker bis zum Teller informieren. 

Elmar Seck, zuständiger Projektleiter im BÖLN, ist mit dem neuen Workshop-Konzept sehr zufrieden: "Unser Ziel war es, neue Wege in der Kommunikation zu gehen und über beliebte Foodblogs Verbraucherinnen und Verbraucher über den Ökologischen Landbau und Biolebensmittel zu informieren. Das hat sehr gut funktioniert." Das zeigen laut Seck schon die durchweg hohen Teilnehmerzahlen mit 15 bis 20 Bloggerinnen und Bloggern pro Veranstaltung. Noch wichtiger ist ihm allerdings die große Verbreitung der Inhalte: "Allein mit den ersten drei Themen haben wir über Social Media und Printveröffentlichungen mehr als 9,5 Millionen Kontakte erzielt. Und das bei einer Zielgruppe, die sich sehr fürs Kochen, gesunde Ernährung und nachhaltige Lebensmittel interessiert".


Letzte Aktualisierung: 03.07.2017