Verbraucher


"Jede Blüte zählt!" - Eine Aktion der Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau

Liebe Bienenfreunde,

Honigbienen, Wildbienen – sie gehören mit zu den wichtigsten Tieren für unsere Landwirtschaft. Denn 80 Prozent unserer Pflanzen müssen bestäubt werden. Rund die Hälfte der 560 in Deutschland vor-kommenden Wildbienenarten ist bedroht, deshalb brauchen sie unsere Hilfe. Sie können etwas für den Schutz der Bienen und anderer Bestäuber tun. Legen Sie Insektenhotels an, basteln Sie Saatgutprali-nen oder pflanzen Sie bienenfreundliche Blumen und Kräuter auf Ihrem Balkon oder in Ihrem Garten. Besuchen Sie Bauernhöfe oder Imkereien und lassen Sie sich von der Welt der fleißigen Insekten fas-zinieren. Und wenn Sie mehr wissen wollen, laden Sie sich unsere Bienen– App unter www.bmel.de/bienenapp herunter. Helfen Sie mit beim #Bienenfüttern. Jede Blüte zählt!

Herzliche Grüße

Ihre Julia Klöckner
Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft


Gemeinsam für unsere Bienen

Gesellschaft braucht Gemeinschaft. Deshalb engagieren sich die Biobetriebe des bundesweiten Netzwerks Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau gemeinschaftlich für die Bestäuberinsekten – und damit für unsere Gesellschaft. Denn ohne Biene, Schmetterling & Co. wären sowohl unsere Landschaften als auch unsere Obst- und Gemüseregale leer und farblos. Für die Gemeinschaftsaktion "Jede Blüte zählt!" haben sich die 240 Betriebe des Netzwerkes zusammengetan und zeigen im Bienensommer, was jeder einzelne für die Bestäuberinsekten tun kann. Besuchen Sie Veranstaltungen, Führungen und Hoffeste der Demonstrationsbetriebe und machen Sie mit beim Bienenfüttern. 

Das Netzwerk der Demonstrationsbetriebe ist eine Maßnahme des Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN). 240 Biohöfe laden Interessierte ein, die Vielfalt des Ökolandbaus zu entdecken. Ein Ziel: die Förderung der Biodiversität.

Zwei Beispiele aus dem Netzwerk:

Obstbauer Harald Quint hat auf seinen Plantagen Honigbienenvölker und solitärlebende Mauerbienen einziehen lassen. Sie befruchten die Blüten und sichern eine gute Ernte. Die Honigbienen und die Mauerbienen fühlen sich auf dem Demeter-Betrieb Vogelfängerkaten im schleswig-holsteinischen Linau rundum wohl: Nistmöglichkeiten und bunte Blühstreifen laden die willkommenen Gäste zum Verweilen ein.

Auch in Rheinland-Pfalz heißt es: Jede Blüte zählt! Zwischen den Obstbäumen von Bert Krämer bedienen sich Wildbienen am reich gedeckten Tisch: 20 Kilometer Blühstreifen liefern auf dem Bio Hof Bölingen von März bis Oktober Insektenfutter. Dass diese in direkter Nähe zum 'Arbeitsplatz' der Bienen liegen, ist Absicht. Denn die sonst so fleißigen Helfer fliegen zur Bestäubung nur 100 bis 300 Meter weit. 

Die Bestäubungsleistung von Biene und Co. ist für uns Menschen unverzichtbar: Ein Drittel aller Lebensmittel entstehen nur mit ihrer Hilfe. Die Mitglieder im Netzwerk der Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau wissen um den Verdienst der Insekten und treten aktiv für deren Schutz ein. Familie Gerster vom Demonstrationsbetrieb Sonnengut im südlichen Sachsen-Anhalt möchte den Bienen etwas zurückgeben, indem sie Zwischenfrüchte auf ihren Feldern säen, Saatkugeln streuen oder Blühstreifen anlegen – und Bildungsarbeit leisten. Diesen Ansatz verfolgen auch Ingrid und Fabian Lahres von der gleichnamigen Imkerei nahe Berlin. In ihrer Schauimkerei können Interessierte selbst aktiv werden und Honig schleudern. Aber vor allem auch das Wissen um den Wert der Bienen für Mensch und Natur mit nach Hause nehmen. Wer sich selbst für das Wohl der Insekten einsetzen möchte, findet auf dem Demonstrationsbetrieb Imkerei Fischermühle des Mellifera e. V. südlich von Stuttgart Expertinnen und Experten mit dem Schwerpunkt wesensgemäße Bienenhaltung. 

Es gilt: Was Biolandwirtinnen und -landwirten wichtig ist, gefällt auch den Bienen. Denn im ökologischen Landbau wird eine weite Fruchtfolge eingehalten, Klee, Phacelia und andere Zwischenfrüchte sind hier Standard und bieten nahrhaftes Futter für Bestäuberinsekten. Ebenfalls froh sind Biene, Schmetterling und Co. auf Streuobstwiesen und Weiden: Streuobstgärten bieten verschiedenen alten hochstämmigen Bäumen und heimischen Sorten eine Heimat – und dadurch auch vielen Vögeln, Insekten und Säugern. Brut- und Nisthöhlen finden sie hier ebenso wie ein blütenreiches Nahrungsangebot. Herabfallende Früchte werden auch sehr gerne von Wespen und einigen Schmetterlingen verspeist. Außerdem beherbergen nicht komplett abgemähte Weiden Kräuter und Blumen, die ein Festmahl für Bestäuberinsekten darstellen. Entsprechend der gesetzlichen Vorgaben werden im Ökolandbau keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel verwendet, was für das ganze Ökosystem von Vorteil ist.

Broschüre "Jede Blüte zählt" (PDF)


Letzte Aktualisierung: 26.07.2018