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Urban Gardening schlägt Wurzeln

Urban Gardening heißt einfach Gärtnern in der Stadt. Aber nicht allein auf der privaten Scholle, sondern gemeinsam auf öffentlichen oder brachliegenden Flächen. Das gemeinsame Stadtgärtnern ist bei uns besonders bei jungen Leuten im Trend.

Ganz so neu ist es aber nicht. Die Idee dazu ist vor rund 40 Jahren in New York entstanden. Die Stadt hatte große Probleme mit leerstehenden und verwahrlosten Straßenzügen in der Innenstadt. Alles war voller Müll. Niemand, der nicht musste, wollte dort wohnen. Geschäfte für die tägliche Versorgung mit frischem Obst und Gemüse gab es dort nicht. Bis einige der Bewohnerinnen und Bewohner, die das nicht länger hinnehmen wollten, einfach anpackten. Sie beseitigten den Müll und legten auf den freigeräumten Grundstücken Gärten mit Obst, Gemüse und Kräutern für alle an. Die ersten Gemeinschaftsgärten in der Stadt waren geboren. In Amerika hat sich diese Idee sehr schnell verbreitet. Bei uns ist sie erst vor wenigen Jahren angekommen. Aber seitdem wachsen Gemeinschaftsgärten in deutschen Großstädten wie Pilze aus dem Boden. Das Tolle daran: Jeder der mag, kann ohne Anmeldung, Verpflichtung und Vorkenntnisse einfach mitgärtnern, pflanzen, pflegen und ernten.

Urban Gardening in Deutschland

Gemeinschaftsgarten
Sie waren die ersten, die Prinzessinnengärten in Berlin. Foto: www.der-kleine-horror-garten.de, Andreas Lauermann

Bei uns werden meist zuerst die Prinzessinnengärten in Berlin genannt, wenn es um Gemeinschaftsgärten in der Stadt geht. Die beiden Betreiber waren die ersten, die ein derartiges Projekt professionell aufzogen und dafür sehr viel Aufmerksamkeit in den Medien bekamen.

Inzwischen gibt es in jeder größeren Stadt oft mehrere vergleichbare Projekte. Und während diese in den ersten Jahren meist mit der illegalen Besetzung brachliegender Flächen begannen, wird die Begrünung von vorübergehend oder dauerhaft ungenutzten Flächen inzwischen von einigen Städten sogar unterstützt.

Die Stadt Andernach geht dabei sogar so weit, dass sie städtische Flächen mit Obst, Gemüse und Blumen bepflanzt und zur Ernte freigibt. Ein Engagement, das der "Essbaren Stadt" schon mehrere Auszeichnungen eingebracht hat. Und die Stadt Stuttgart hat sogar einen eigenen Koordinator für das Urbane Gardening eingestellt, damit die Gründung neuer Gärten einfacher und schneller geht.


  • Anja Klein und Andreas Lauermann: Urban Gardening – Gärtnerglück für Großstadtpflanzen (2013), Christian Verlag, 24,99 €, ISBN-13: 978-3862442171
  • Christa Müller: Urban Gardening – Über die Rückkehr der Gärten in die Stadt (2011), oekom verlag, 19,95 €, ISBN-13: 978-3-86581-244-5
  • Yohan Hubert: Urban Gardening - Gemüse anbauen ohne Garten (2016), Ulmer Verlag, 24,90 Euro ISBN: 978-3-8001-1267-8

Letzte Aktualisierung: 23.11.2017