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Was sind die Regeln für die Verarbeitung von Biolebensmitteln?

Möhrenstücke auf Förderband. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Auch die Verarbeitung von Lebensmitteln ist gesetzlich geregelt. Foto: Thomas Stephan, BLE

Möglichst naturbelassen sollen Biolebensmittel sein, so schreiben es die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau vor. Deshalb regeln sie neben der Erzeugung auch die Verarbeitung der Biorohstoffe zu Lebensmitteln.

Bei einem Lebensmittel, das mit Begriffen wie "Bio" oder "Öko" gekennzeichnet ist, müssen mindestens 95 Gewichtsprozent der landwirtschaftlichen Zutaten aus ökologischem Anbau stammen. Und die restlichen fünf Prozent? Dies dürfen nur Zutaten sein, die nachweislich in ökologischer Qualität nicht verfügbar sind. Wasser und Salz zählen beispielsweise nicht zu den landwirtschaftlichen Zutaten und werden in dieser Rechnung nicht berücksichtigt.

Da viele verarbeitende Betriebe sowohl konventionelle als auch ökologische Lebensmittel produzieren, müssen die Verantwortlichen die Produktion räumlich und/oder zeitlich trennen, damit es zu keiner Vermischung kommt.

Natürliche Rohstoffe statt Zusatzstoffe

Zusatzstoffe werden eingesetzt, um Lebensmittel länger haltbar zu machen, ihnen ein appetitliches Aussehen zu verleihen oder auch um weniger ausgeprägte Aromen zu verstärken. So erleichtert eine Vielzahl von Konservierungsmitteln, Farb- und Geschmacksstoffen die Verarbeitung und ermöglicht eine standardisierte Produktqualität.

Biolebensmittel müssen mit einem Zehntel der zugelassenen Zusatzstoffe auskommen. Einzeln in einer Positiv-Liste aufgeführt sind pflanzliche Verdickungsmittel, Backtriebmittel oder Emulgatoren, ohne die sich bestimmte Produkte einfach nicht herstellen lassen.

Verboten sind allerdings sämtliche Süßstoffe und Stabilisatoren sowie synthetische Farbstoffe, Konservierungsmittel und Geschmacksverstärker. Die Anreicherung von Lebensmitteln mit Vitaminen und Mineralstoffen ist für Biolebensmittel nur dort zulässig, wo sie gesetzlich gefordert wird, zum Beispiel muss Babybrei mit Vitamin B1 angereichert werden.

Um die nicht verwendeten Zusatzstoffe auszugleichen, stellen die Hersteller von Biolebensmitteln besonders hohe Anforderungen an die Qualität ihrer Rohstoffe. Gleichzeitig entwickeln sie neue Rezepturen, die ohne solche Zusatzstoffe funktionieren.


Letzte Aktualisierung: 19.07.2017