Verbraucher


Wasserschutz durch Ökolandbau

Wassertropfen, der in eine spiegelglatte Wasserfläche fällt. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Wasser bedeutet Leben. Foto: H. G. Oed/BMU

Seit 1950 hat sich der weltweite Wasserverbrauch verdreifacht. Dabei spielt die Landwirtschaft eine bedeutende Rolle. Sie "verbraucht" unglaubliche 70 Prozent des globalen Süßwassers beispielsweise für Bewässerung, Tierhaltung und den Anbau von Futtermitteln. Genau genommen kann man allerdings gar nicht von "verbrauchen" sprechen, denn Wasser wird lediglich genutzt und gelangt danach in den Kreislauf zurück. Weltweit sind die Wassermengen in den einzelnen Ländern jedoch sehr unterschiedlich verteilt. In unseren Breitengraden gibt es genug.

Dagegen kann der Wasserbedarf für die Produktion von Lebensmitteln in trockenen, wasserarmen Ländern, wie Spanien, Türkei oder Ägypten, schnell zum Problem werden. Zu großer Wasserverbrauch führt beispielsweise dazu, dass der Grundwasserspiegel sinkt. Meerwasser verunreinigt gegebenenfalls das Grundwasser, welches dann nicht mehr direkt als Trinkwasser zur Verfügung steht. Zudem sind in vielen Ländern die Umweltstandards so gering, dass mit der Landwirtschaft eine weitreichende Wasser- und Umweltverschmutzung einhergeht. Wenn wir Lebensmittel aus solchen Ländern kaufen und konsumieren, dann tragen wir zu Wasserverbrauch und Gewässerbelastung bei.

Regionaler Einkauf von Obst und Gemüse verbessert somit die virtuelle Wasserbilanz. Genauso wie ein bewusster und sparsamer Konsum tierischer Produkte, wie Fleisch, Milch und Eiern, weil die Tiere häufig Futtermittel aus fernen Ländern fressen. Ein weiterer Weg, Wasserressourcen zu schonen, ist der Biolandbau.

Biolebensmittel reduzieren Wasserbedarf

Getreidefeld wird bewässert. Es bildet sich ein Regenbogen. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Die Landwirtschaft benötigt sehr viel Wasser. Bauern sollten so wirtschaften, dass die wertvolle Ressource sauber bleibt. Foto: Dominic Menzler, BLE

Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), Österreich, hat ein Wasserbilanzierungsmodell entwickelt. Es berücksichtigt drei Formen des Wassers. Stefan Hörtenhuber vom FiBL erklärt: "Blaues Wasser ist Oberflächen- und Grundwasser, das in der Produktion beispielsweise für Bewässerung, Tierhaltung oder zur Mineraldüngerherstellung direkt eingesetzt wird. Grünes Wasser wird von Pflanzen und Boden während der Vegetationsperiode verdunstet. Graues Wasser bezeichnet jene Wassermenge, die nötig ist, um beispielsweise mit Nitrat, Phosphor und Pestiziden verunreinigtes Wasser in Grund- und Oberflächengewässern wieder als Trinkwasser aufzubereiten."

Hörtenhuber und seine Kollegen haben für 250 Biolebensmittel den Wasserbedarf ermittelt und kamen zu folgendem Ergebnis: Die in der konventionellen und biologischen Landwirtschaft gebrauchten Mengen an blauem und grünem Wasser sind recht ähnlich. Ausschlaggebend für einen Vergleich verschiedener Produktionsweisen ist das graue Wasser. Die biologische Landwirtschaft verursacht eine deutlich geringere Gewässerbelastung. Vor allen geringere Nitrateinträge sowie der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel wirken sich positiv auf den Wasserfußabdruck von Biolebensmitteln aus. Die vom FiBL errechneten Werte variieren zwar je nach Produkt. Durchschnittlich senken die bisher rund 250 bilanzierten Biolebensmittel den Wasserbedarf jedoch um etwa 15 Prozent. Noch deutlicher ist der Vorteil etwa bei Gemüse oder Schweinefleisch. Hier liegt das Wassereinsparungspotenzial von Bio bei 25 Prozent oder darüber.

Grundwasser schützen

Das Grundwasser liefert in Deutschland rund 75 Prozent unseres Trinkwassers. Der Schutz des Grundwassers vor Verunreinigungen ist daher von großer Bedeutung. Nitrat, Phosphat und Rückstände von Pflanzenschutzmitteln sowie Arzneimitteln belasten die Gewässer. Die Grundsätze der ökologischen Landwirtschaft sind darauf ausgerichtet, im Einklang mit der Natur zu wirtschaften und so die Umwelt zu schonen. Im Ökolandbau passt der Bauer die Wirtschaftsweise in besonderem Maße an Boden-, Gesteins- und Klimabedingungen an. Er wählt Feldfrüchte und Fruchtfolgen aus, die das Grundwasser schützen. Das kann einen höheren Aufwand bei der Flächenbewirtschaftung, höhere Risiken und geringere Erträge zur Folge haben. Über die Aktion Grundwasserschutz Unterfranken erhalten die dortigen Bauern für ihren Mehraufwand beispielsweise einen finanziellen Ausgleich.


Letzte Aktualisierung: 03.08.2015