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Auf den Punkt gebracht

Konsumentinnen und Konsumenten wollen wissen, ob sie mit dem Kauf eines Bio-Produktes einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Politische Entscheidungsträger stellen sich die Frage, ob durch die Förderung des Öko-Landbaus agrar-umweltpolitische Ziele effizient erreicht werden können oder andere Maßnahmen hierfür besser eignet wären. Der Bericht fasst die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Themen "Erträge", "Klimaschutz", "Wasserschutz", "Biodiversität", "Energie", "Gesundheit" und "Bezahlbarkeit" zusammen.
Empfehlungen für die Praxis
Schlagworte müssen wissenschaftlich untermauert werden
In der Kommunikation mit Konsumentinnen und Konsumenten, zum Beispiel im Hofladen, fehlt in der Regel die Zeit, um Fragen zum Öko-Landbau differenziert zu beantworten. Hierfür bieten sich einfache und kurze Statements an. Wichtig ist es jedoch, dass der Antwortgeber über entsprechende Hintergrundinformationen verfügt, wie sie der vorliegende Bericht gibt.
Eine gute Grafik sagt mehr als viele Worte
Selbsterklärende und einprägsame Grafiken können eine Informationsvermittlung sehr unterstützen, weshalb der Bericht gut verständliche grafische Elemente beinhaltet.
Auch im Öko-Landbau gibt es Entwicklungspotenzial
Der Öko-Landbau ist eine sehr nachhaltige Form der Landwirtschaft. Dennoch gibt es auch hier Verbesserungsmöglichkeiten. Eine ehrliche Kommunikation sollte auch dies herausstellen.
Weniger ist oft mehr
Es gilt, die Informationen auf die Kenntnisse und Bedürfnisse der Konsumentinnen und Konsumenten abzustimmen. Deshalb ist es in der Regel besser, mit einfach verständlichen und kurzen Argumenten zu arbeiten.
In der Öffentlichkeit gilt es, Sachverhalte auf das Wesentliche zu reduzieren und eindeutige Antworten zu geben. (Dr. Jürn Sanders. Projektleiter)
Informationen zum Projekt
Ziel dieser Arbeit war es, die gesellschaftlichen Aspekte des Öko-Landbaus empirisch fundiert zu beschreiben. Dies geschah in komprimierter Weise, um dabei zu eindeutigen Schlussfolgerungen zu kommen. Um möglichst aussagekräftige wissenschaftliche Erkenntnisse zu nutzen, wurden bei der Literaturauswahl schwerpunktmäßig wissenschaftliche Metaanalysen herangezogen (Thünen Report 65). Zudem wurden nach Möglichkeit Veröffentlichungen genutzt, die in Fachzeitschriften mit einem besonders strengen Review-Verfahren erschienen sind. Die identifizierten Kernaussagen wurden im Rahmen wiederholter Diskussionsrunden mit Fachexpertinnen und Fachexperten reflektiert, ob sie sich verallgemeinern lassen bzw. allgemein gültig sind.
Nachhaltige Erträge
Öko-Landwirtinnen und -Landwirte verzichten auf Höchsterträge. Eine ausreichende Lebensmittelversorgung wäre dennoch global möglich, wenn die Menschheit weniger Fleisch konsumieren würde und weniger Lebensmittel entlang der Wertschöpfungskette verloren gehen würden.
Klimaschutz
Der Öko-Landbau verwendet weniger mineralischen Stickstoffdünger, sodass bei der ökologischen Bewirtschaftung weniger Treibhausgase emittiert werden. Zudem fördern ökologische Bewirtschaftungspraktiken den Humusaufbau, wodurch CO2 aus der Atmosphäre im Boden gebunden werden kann.
Wasserwirtschaft
Der Öko-Landbau nutzt potenziell ins Grundwasser austretende schädliche Stoffe nicht oder nur stark reduziert.
Biodiversität
Der Verzicht auf chemische Pflanzenschutz- und Düngemittel und ein hoher Anteil an naturnahen Flächen auf Öko- Betrieben wirken sich positiv auf die (funktionale) Biodiversität aus.
Energie sparen
Öko-Landwirtinnen und -Landwirte verwenden keine energieintensiv produzierten Mineraldünger und keine synthetischen Pflanzenschutzmittel. Deshalb verbrauchen Öko-Betriebe im Schnitt deutlich weniger Energie als konventionelle Betriebe.
Ernährung
Mehr sekundäre Pflanzenstoffe, mehr ungesättigte Fettsäuren: ökologisch erzeugte Lebensmittel punkten mit zahlreichen Vorteilen für die Ernährung. Bio-Lebensmittel weisen zudem kaum Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und Nitrat auf. Ein weiteres Plus: In verarbeiteten Bio- Lebensmitteln werden weniger Zusatzstoffe verwendet.
Preis
Das hochpreisige Image von Bio-Lebensmitteln stimmt nur zum Teil, denn im Handel variieren die Preise für gleiche Artikel erheblich. Dass viele konventionelle Lebensmittel zu noch höheren Preisen erfolgreich verkauft werden, zeigt, dass in breiten Bevölkerungskreisen eine höhere Zahlungsbereitschaft für Bio-Lebensmittel vorhanden wäre.
- Dr. Jürn Sanders (Projektleitung)
- Jan Albus, Dr. Anita Frehner, Dr. Robert Hermanowski, Prof. Dr. Jürgen Heß, Dr. Adrian Müller, Sarah Oberländer, Bernadette Oehen, Dr. Lukas Pfiffner, FiBL Frankfurt und Frick Prof. Dr. Ulrich Hamm, FiBL-Fellow
Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) Deutschland
Kasseler Straße 1a
60486 Frankfurt am Main
Dr. Jürn Sanders
E-Mail: Juern.Sandersfiblorg
Projektlaufzeit: 11 / 2022 - 10 / 2023
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Letzte Aktualisierung 16.04.2024

