Hintergrund:
Angesichts steigender Energiepreise, zunehmender Klimaschutzanforderungen und wachsender Unsicherheiten auf den Energiemärkten gewinnt die Frage nach einer möglichst unabhängigen Energieversorgung landwirtschaftlicher Betriebe zunehmend an Bedeutung. Bio-Betriebe verfügen häufig über gute Voraussetzungen, um erneuerbare Energien in ihre Betriebssysteme zu integrieren – beispielsweise über große Dachflächen für Photovoltaik, Biomassepotenziale, Wärmenutzungskonzepte oder einen hohen Eigenverbrauch durch Verarbeitung, Kühlung und Tierhaltung.
Gleichzeitig entwickeln sich neue technische Möglichkeiten rasant weiter: Batteriespeicher werden günstiger, elektrische Hof- und Arbeitsmaschinen kommen auf den Markt, Agri-PV-Anlagen eröffnen zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten und Biogas kann zunehmend flexibel zur Strom- und Wärmeerzeugung eingesetzt werden. Viele Betriebe stellen sich daher die Frage, welche Autarkiegrade heute realistisch erreichbar sind und welche Technologien für ihren jeweiligen Betriebszweig sinnvoll sind.
Während technische Lösungen oft verfügbar sind, bleiben die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen entscheidend. Investitionen in Energieerzeugung, Speicher oder alternative Antriebssysteme müssen sich langfristig rechnen und in die Gesamtstrategie des Betriebes passen. Praktische Erfahrungen und belastbare Wirtschaftlichkeitsrechnungen sind daher eine wichtige Grundlage für Investitionsentscheidungen.
Ziele:
Die Veranstaltung soll einen Überblick über aktuelle technische Möglichkeiten zur Eigenversorgung mit Strom, Wärme und Antriebsenergie auf ökologisch wirtschaftenden Betrieben geben. Dabei werden unterschiedliche Ansätze – von Photovoltaik und Batteriespeichern über Biogas bis hin zur Elektrifizierung von Hof- und Feldarbeiten – vorgestellt und hinsichtlich ihres Beitrags zur Energieautarkie eingeordnet.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der betriebswirtschaftlichen Bewertung der verschiedenen Optionen. Anhand konkreter Rechenbeispiele soll diskutiert werden, unter welchen Rahmenbedingungen sich Investitionen in Eigenstromnutzung, Speichertechnologien oder alternative Antriebssysteme wirtschaftlich darstellen lassen und welche Bedeutung Faktoren wie Strom-, Diesel- oder CO₂-Preise dabei haben.
Darüber hinaus sollen Praxisbetriebe ihre Erfahrungen mit innovativen Energiekonzepten vorstellen. Die Teilnehmenden erhalten Einblicke in reale Umsetzungsprozesse, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren und können die Übertragbarkeit der vorgestellten Ansätze auf unterschiedliche Betriebsformen des ökologischen Landbaus diskutieren.
Die Veranstaltung soll damit Orientierung für strategische Investitionsentscheidungen bieten und den Austausch zwischen Praxis, Beratung, Wissenschaft und Energieexperten fördern. Ziel ist es, Chancen und Grenzen einer weitgehenden Energieautarkie im ökologischen Landbau realistisch zu bewerten und konkrete Handlungsoptionen für unterschiedliche Betriebstypen aufzuzeigen.
Termin
09.11.2026 von 19:30 bis 21:30 Uhr
Veranstalter
Bioland
Veranstaltungsort
online
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Kontakt
Christiane Klei
Telefon: 0711-550939-48
E-Mail: veranstaltungen-bwbiolandde
Zielgruppe
Landwirtinnen und Landwirte