Landwirtinnen und Landwirte versorgen uns täglich mit Nahrungsmitteln und bilden damit eine wichtige Grundlage unserer Gesellschaft. Gleichzeitig beeinflusst die Art und Weise der Landbewirtschaftung unsere Umwelt und führt zu weitreichenden Veränderungen – im Positiven wie im Negativen. Deshalb geht es uns alle etwas an, wie wir unsere Ernährung und Landwirtschaft in Zukunft gestalten.
Dazu gehört es auch, das Thema Tierwohl mitzudenken. Konsumentinnen und Konsumenten legen immer mehr Wert auf gesunde und tierfreundlich produzierte Lebensmittel. Bio-Betriebe können diesen Anforderungen gerecht werden, denn im Ökolandbau gelten strenge Standards für die Haltung von Tieren, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Die Branche kann so aktiv zu Verbesserung des Tierwohls beitragen.
Der ökologische Landbau schützt nachweislich unser Wasser, das Klima und fördert die Artenvielfalt. Diese Leistungen kommen uns allen zugute. Doch was genau sind diese Umweltleistungen? Und wie können sie honoriert werden?
Eine adäquate Honorierung durch die Gesellschaft ist ein wichtiger Punkt, aber auch die Förderung des Ökolandbaus ist in diesem Zusammenhang von großer Bedeutung. Zahlreiche Förderstrategien haben es sich daher zum Ziel gesetzt, den Bio-Sektor und seine Vorteile zu stärken.
Neben den Zielen und Maßnahmen der Bio-Strategie 2030 spielen auch Themen wie Digitalisierung, Green Claims oder Verpackungsmüll für Bio-Unternehmen eine wichtige Rolle. Vor allem Nachhaltigkeit rückt immer mehr in das Bewusstsein vieler Menschen. In diesem Zusammenhang ist auch der Aufbau fairer Bio-Lieferketten von Bedeutung.
Frauen leisten weltweit einen zentralen Beitrag zur Landwirtschaft und Ernährungssicherung. Dennoch sind sie strukturell benachteiligt – beim Zugang zu Land, Kapital oder in der politischen Repräsentation. Um diese Ungleichheiten in den Fokus zu rücken und damit Veränderungen zu fördern, haben die Vereinten Nationen das Jahr 2026 zum "Jahr der Landwirtin" ausgerufen. Erfahren Sie hier, wie es global und national um die Situation der Landwirtinnen steht und mit welchen Maßnahmen sich der Agrarsektor gleichberechtigter gestalten lässt.
Slow Food ist eine Gegenbewegung zu Fast Food. Es geht darum, hochwertige Lebensmittel nachhaltig zu produzieren und bewusst zu genießen. Diese Ideale haben bisher allein handwerklich orientierte Lebensmittelverarbeiter und Restaurants umgesetzt. Seit Kurzem gibt es aber auch ein weltweites Netzwerk an Slow Food Farmen. Was steckt hinter dieser Bewegung?
Die foodsharing-Bewegung rettet tonnenweise gute Lebensmittel vor dem Müll: Ehrenamtliche sammeln beispielsweise von Supermärkten oder Kantinen gerettete Lebensmittel und verteilen diese kostenfrei. Oder private Haushalte bieten ihre Überschüsse auf einer Webseite oder in öffentlich zugänglichen Regalen an.
Wie werden die Leistungen des Ökolandbaus honoriert?
Aktuelle Lebensmittelpreise berücksichtigen nicht die wahren Kosten eines Produkts. Insbesondere die externen Kosten für Umwelt und Gesellschaft, die bei der Produktion eines Lebensmittels entstehen, spiegeln sich im Preis nicht wider. True Cost Accounting (TCA) und Sustainable Performance Accounting (SPA) bieten Ansätze, diese Kosten und Gemeinwohlleistungen besser abzubilden.
Mit TCA soll honoriert werden, dass die ökologische Landwirtschaft geringere negative Auswirkungen auf Klima, Wasser und Böden hat und zudem die Biodiversitätmehr fördert als die konventionelle Landwirtschaft. Somit sollten konventionelle Produkte teurer sein, um ihre externen Kosten zu decken.
SPA hilft Landwirtinnen und Landwirten, ihre sozialen, ökologischen und regional-ökonomischen Leistungen zu quantifizieren und zu monetarisieren, was eine gerechtere Entlohnung ermöglichen soll.
Neben TCA und SPA existieren weitere Modelle, die dazu beitragen sollen, die Umweltleistungen des Ökolandbaus gerechter zu honorieren:
Das DVL-Modell mit einer "Gemeinwohlprämie" und das niederländische Öko-Regelungssystem, das handlungsorientierte Indikatoren verwendet.
Das BÖLW-Stufenmodell und das Agroscope-Modell zielen darauf ab, die Agrarförderung an konkrete Nachhaltigkeitsziele zu koppeln und diese in die Praxis umsetzbar zu gestalten.
Der UGÖ-Bericht schlägt ein indikatordifferenziertes System der Honorierung vor, das 17 spezifische Umweltindikatoren beinhaltet.
Die Modelle variieren in ihrer Herangehensweise, wobei die Wahl zwischen handlungs- oder ergebnisorientierten Indikatoren eine zentrale Rolle spielt. Die Herausforderung liegt darin, ein politisch tragbares und praktisch umsetzbares System zu entwickeln, das auch den administrativen Aufwand für Landwirtinnen und Landwirte minimiert.
Mehr Platz, Auslauf und artgerechte Fütterung – Bio steht für mehr Tierwohl. Doch reicht das? Studien zeigen: Trotz besserer Haltungsbedingungen gibt es auch im Ökolandbau noch Schwachstellen, etwa bei der Tiergesundheit. Neue Konzepte sollen helfen, das Wohl der Tiere weiter zu verbessern.
Immer mehr Bio-Produkte wie Kaffee oder Schokolade tragen ein Fairtrade-Siegel. Doch längst nicht alle fair gehandelten Produkte sind auch gleichzeitig Bio. Während der Ökolandbau auf ressourcenschonende Anbaumethoden setzt, sorgt fairer Handel für gerechtere Arbeitsbedingungen und angemessene Preise für kleinbäuerliche Familien. Gemeinsam schaffen sie eine Zukunft, die sowohl die Umwelt schont als auch soziale Gerechtigkeit fördert.
Ernährung und Landwirtschaft – die Zukunft is(s)t ökologisch?
Zukunftsfähige Ernährungsweisen setzen auf mehr pflanzliche Lebensmittel, weniger tierische Produkte und eine stärker ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft. Die Planetary Health Diet ist ein Beispiel dafür, wie gesunde Ernährung und Klimaschutz zusammengehen können. Gleichzeitig rückt auch die Ernährungsdemokratie in den Fokus: Verbraucherinnen und Verbraucher wollen nicht nur konsumieren, sondern aktiv mitgestalten – etwa über Ernährungsräte, solidarische Landwirtschaft oder Mitmach-Supermärkte. Genauso wichtig ist in diesem Zusammenhang das Ziel, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Denn auch sie hat ihren Anteil an unseren Treibhausgasemissionen. Zahlreiche Initiativen wie Foodsharing, Apps oder auch Unternehmen haben es sich daher zum Ziel gemacht, überschüssige Lebensmittel zu retten und sinnvoll zu nutzen.
Förderrichtlinien im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau
Das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) ist ein wesentlicher Baustein des Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) zur Unterstützung der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft. Das Ziel des Bundeslandwirtschaftsministeriums ist es, die Rahmenbedingungen für den ökologischen Landbau zu verbessern und den Grundstein für eine weitere Ausdehnung zu legen.
Infos zu den Förderrichtlinien
Es gibt viele Möglichkeiten, um Kundinnen und Kunden auf den Geschmack von "Bio" zu bringen und gleichzeitig über die Vorzüge von Öko-Landbau und Bio-Produkten zu informieren. Informations- und absatzfördernde Maßnahmen, bei denen die Besonderheiten der ökologischen Erzeugnisse im Mittelpunkt stehen, können über eine Richtlinie im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau gefördert werden. Förderfähig sind alle Maßnahmen, die konkret die Verbraucherinnen und Verbraucher über den Öko-Landbau informieren und den Absatz von Bio-Produkten unterstützen. Institutionen wie BioStädte, Vereine, Verbände sowie Erzeuger(-gemeinschaften), die in Deutschland eine Niederlassung haben, sind mögliche Zuwendungsempfänger. Der Richtlinientext, ein Skizzenvordruck sowie weitere Informationen zu der Maßnahme sind verfügbar auf der Webseite des Bundesprogramms unter Information und Absatzförderung.
Um die ökologische und Formen der nachhaltigen Landwirtschaft in Deutschland voranzubringen, braucht es mehr Akzeptanz. Ein vielversprechender Ansatz ist die gezielte Ansprache des Messepublikums, insbesondere durch Vermittlung fundierter Informationen über die ökologische Landwirtschaft sowie über die Verarbeitung und Vermarktung von Produkten aus diesem Bereich. Das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) fördert Auftritte auf überregionalen oder internationalen Messen und Ausstellungen. Gefördert werden ökologisch wirtschaftende Unternehmen, aber auch Vereine und Verbände. Der Förderschwerpunkt liegt auf Fachmessen der Ernährungs- und Landwirtschaft. Auftritte auf Bio-Messen werden nicht gefördert.
Mehr Informationen, die Richtlinientexte für Ausstellungs- und Messebeiträge zur ökologischen Landwirtschaft sowie Antragsunterlagen finden Sie auf der Webseite des Bundesprogramms unter Messe- und Ausstellungförderung.
Mit diesem Angebot bekommen Gebietskörperschaften die Möglichkeit, Verbraucherinnen und Verbraucher über den ökologischen Landbau von der landwirtschaftlichen Erzeugung über die Verarbeitung und die Distribution bis hin zum Konsum zu informieren. Dies umfasst vor allem Informationskampagnen, -veranstaltungen und -medien. Als besonders förderwürdig gelten dabei pädagogische Angebote für Kinder, Jugendliche, Auszubildende, Studierende und deren Lehrkräfte zur Information über ökologische und regionale Wertschöpfungszusammenhänge.
Die "Richtlinien zur Förderung von Bio-Wertschöpfungsketten" (RIWert) unterstützen den Aufbau und die Weiterentwicklung von Wertschöpfungskettenpartnerschaften für biologisch erzeugte Produkte vor allem in und für die Region. Förderziel ist die Erhöhung der Kooperationskompetenzen durch Fort-, Weiterbildung und Beratung sowie der personellen Kooperationskapazitäten durch die Schaffung einer Koordinationsstelle. Daneben werden Initialveranstaltungen zur Ausbildung von Bio-WSK gefördert. Dadurch sollen stabile Bio-Wertschöpfungsketten in Regionen geschaffen werden. Der Richtlinientext, Hinweise zur Antragstellung sowie weitere Informationen sind verfügbar auf der Webseite des Bundesprogramms unter Förderung von Bio-Wertschöpfungsketten.
Um das Ziel, den ökologischen Landbau bis 2030 auf 30 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche auszudehnen, zu erreichen, muss vor allem auch die Nachfrage nach Bio-Produkten in der Außer-Haus-Verpflegung (AHV) wesentlich gestärkt werden. Denn hier ist das Nachfragepotenzial zurzeit nur ansatzweise ausgeschöpft. Die AHV, zu der die Individualverpflegung und die Gemeinschaftsverpflegung sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich gehören, bietet in ihrer Vielfalt auch unterschiedliche Absatzchancen für regionale Bio-Lebensmittel. Die Richtlinie zur Förderung der Beratung von Unternehmen der Außer-Haus-Verpflegung zum vermehrten Einsatz von Produkten des ökologischen Landbaus bietet ein Förderangebot an alle interessierten Unternehmen der Außer-Haus-Verpflegung. Der Richtlinientext, Hinweise zur Antragstellung sowie weitere Informationen sind verfügbar auf der Webseite des Bundesprogramms unter Förderung der Beratung von AHV-Unternehmen.
Bio-Branche im Fokus
Die Themen, die die Bio-Landwirtschaft beschäftigen, sind genauso vielfältig wie die Gesellschaft selbst. Nicht nur die Gleichberechtigung und die Rolle der Frau spielen im Ökolandbau eine wichtige Rolle, sondern auch der Öko-Nachwuchs, der sich zum Beispiel im "Bündnis JöLL (Junge ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft)" zusammengefunden hat, um sich zu engagieren. Was aber, wenn die Nachfolgegenerationen der Branche den Rücken kehren und den Betrieb nicht übernehmen wollen? Wie schafft man es, das Land in ökologischer Hand zu halten? Die Stiftung "Aktion Kulturland" oder auch zahlreiche Bürgerbündnisse setzen sich gezielt für eine nachhaltige Landvergabe ein. Auch ein Blick in das EU-Ausland kann Inspiration bieten, wie Ökolandbau in anderen Ländern funktioniert.
Anlässlich des Internationalen Jahres der Frauen in der Landwirtschaft 2026 hat sich ein breites Bündnis von Verbänden aus Landwirtschaft und Ländlichem Raum zusammengeschlossen und eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Das Bündnis fordert die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in ihrer ganzen Vielfalt in allen Bereichen der Landwirtschaft.
Vom 16. bis 25. Januar 2026 ist die Grüne Woche in Berlin. Die internationale Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau präsentiert zu ihrem 100-jährigen Jubiläum die von Tradition und Fortschritt geprägte Vielfalt der Land- und Lebensmittelwirtschaft. Mittendrin zwischen Tradition und Zukunft: die Bio-Halle (Halle 22a) mit dem diesjährigen Hallenmotto: "Bio erleben".
Pilze, die auf Möhrenresten wachsen, können als nachhaltige und schmackhafte Proteinquelle dienen. Dies zeigt eine Studie von Forschenden der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM): Vegane Patties und Würstchen, die mit dem hochwertigen Pilz-Protein hergestellt wurden, schmeckten den Testesserinnen und -essern besser als Produkte aus pflanzlichen Proteinen.
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