Hintergrund:
Die Jodversorgung in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren verschlechtert und wird von Experten und Expertinnen zunehmend als relevantes Public-Health-Thema bewertet. Laut Daten des Robert Koch-Instituts weisen 44 % der Kinder und Jugendlichen sowie 32 % der Erwachsenen ein erhöhtes Jodmangelrisiko auf. Besonders betroffen sind Frauen im gebärfähigen Alter. Gleichzeitig zeigt der aktuelle WHO-Bericht, dass Jodmangel in Europa wieder auf dem Vormarsch ist. Als Ursachen werden veränderte Ernährungsgewohnheiten, ein sinkender Einsatz von Jodsalz in der Lebensmittelproduktion sowie unterschiedliche nationale Regelungen zur Jodierung genannt.
Parallel dazu gewinnen Bio-Lebensmittel und pflanzenbasierte Ernährungsweisen zunehmend an Bedeutung. Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln ist in Deutschland in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Gleichzeitig zeigt das Produktmonitoring des Max Rubner-Instituts, dass Jodsalz in vielen Produktgruppen nur selten eingesetzt wird und der Anteil bei Bio-Produkten häufig nochmals niedriger ausfällt als im konventionellen Bereich.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welchen Beitrag die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft künftig zur Sicherstellung einer ausreichenden Jodversorgung leisten kann und welche rechtlichen, fachlichen und praktischen Voraussetzungen dafür erforderlich sind.
Ziele:
Die Veranstaltung verfolgt das Ziel, die aktuelle Jodversorgungssituation in Deutschland sowie die Rolle des Bio-Sektors im Kontext veränderter Ernährungsgewohnheiten zu diskutieren. Vertreter aus Wissenschaft, Lebensmittelwirtschaft, Verarbeitung, Verbänden, Handel, Beratung und Verwaltung sollen unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen und gemeinsam bewerten, welche Herausforderungen und Potenziale sich für die Jodversorgung durch Bio-Lebensmittel ergeben. Im Fokus stehen Fragen zum Einsatz von Jodsalz, zu Verbrauchererwartungen, zu pflanzenbasierten Ernährungstrends sowie zu möglichen Handlungsoptionen entlang der Wertschöpfungskette. Darüber hinaus sollen Wissenslücken, Forschungsbedarfe und mögliche Maßnahmen für Praxis, Politik und Lebensmittelwirtschaft identifiziert sowie die Vernetzung relevanter Akteuren gestärkt werden.
Termin
29.10.2026 von 15:00 bis 17:00 Uhr
Veranstalter
Bioland
Veranstaltungsort
online
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Kontakt
Michaela Völk
Telefon: 082134680266
E-Mail: bildungbiolandde
Zielgruppe
Landwirtinnen und Landwirte
Verarbeiter/-innen
Sonstige