Spagat Öko-Direktvermarktung: Zwischen selbstbestimmter Wertschöpfung und Selbstausbeutung

Wissenstransfer-Veranstaltung

Hintergrund: Die Direktvermarktung ist für viele - gerade auch für viele junge - Öko-Betriebe ein wichtiger Betriebszweig. Sie ermöglicht unter anderem eine Preisgestaltung ohne Zwischenhändler, wodurch höhere Gewinnmargen möglich werden - eine große Chance für umfassendere Wertschöpfung. Gleichzeitig wurde im Forschungsprojekt KennDi 2020 nachgewiesen, dass selbst bei ansehnlichen Gewinnen das kalkulatorische Ergebnis schnell droht, negativ auszufallen, wenn der Wareneinsatz, die Arbeitskosten und/oder die Allgemeinkosten steigen. Ganz vergessen wird darüber hinaus in der Kalkulation oft die angemessene Entlohnung des eigenen Arbeitsaufwands der Unternehmerin/des Unternehmers: Im KennDi-Projekt zeigte sich, dass der Gewinn je Unternehmer-Arbeitsstunde bei mehreren der untersuchten direktvermarktenden Betriebe bei unter 7 Euro pro Stunde liegt. Direktvermarktung bietet daher zwar einerseits große Chancen für die Vermarktung, aber andererseits in vielen Fällen auch ein erhebliches Risiko der Selbstausbeutung. Daher stellt sich die Frage, wie eine tragfähige und damit zukunftsfähige Direktvermarktung von Öko-Betrieben gelingen kann, die die eigene Arbeitskraft schont bzw. wirtschaftlich in der Lage ist, die eingesetzten Arbeitsstunden der Unternehmerin/des Unternehmers angemessen in Wert zu setzen.

Ziele: Die Teilnehmenden lernen die wichtigsten Kennzahlen in Bezug auf den Einsatz ihrer eigenen Arbeitskraft im Rahmen der Direktvermarktung kennen. Sie entwickeln außerdem ein vertieftes Verständnis für "Risikoposten", d.h. die für ein positives kalkulatorisches Ergebnis risikoreichsten Kostensteigerungen. Die Teilnehmenden reflektieren in einem Workshopteil ihren eigenen Arbeitsaufwand für ihr Modell der Direktvermarktung. Über den neuen Selbstbedienungs-Hofladen der Sehnenmühle GbR sowie durch den Austausch innerhalb der Gruppe bekommen die Teilnehmenden Anregungen für eine teilautomatisierte Direktvermarktung. Sie diskutieren auch Vor- und Nachteile von (teil-)automatisieren Modellen.

Termin

20.10.2026 von 14:00 bis 18:00 Uhr

Veranstalter

Bioland

Veranstaltungsort

Sehnenmühle-Steinbach 1
55469 Riegenroth

Kontakt

Eva Wick
Telefon: 061312397948
E-Mail: eva.wickbiolandde

Zielgruppe

Händler/-innen

Diese Veranstaltung ist eine Maßnahme des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL), initiiert und finanziert durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Die Teilnahme ist kostenlos. Bei Präsenzveranstaltungen können jedoch Kosten für Verpflegungsaufwände entstehen, die auf alle Teilnehmenden umgelegt werden.

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