Spargelrost

Spargelrost

Puccinia asparagi (DC.), Abteilung Ständerpilze

Schadbildbeschreibung

Erste Befallssymptome erscheinen in den nicht beernteten Junganlagen. Am unteren Stängelende der (oberirdischen) Spargeltriebe zeigen sich zunächst hellgrüne, ovale Flecke. Etwa ab Mai entstehen darin klebrige, orangefarbende Pusteln, die meist als erstes Befallsanzeichen bemerkt werden. In Ernteanlagen werden Spargelstangen meist vor der Ausbildung dieser Symptome geerntet. Zirka ab Anfang Juli bilden sich auf den Trieben und dem Kraut helle Flecken. In den Flecken sieht man braune oder gegen Vegetationsende schwarze Pusteln. Das Spargelkraut stirbt vorzeitig ab.

Schadwirkung

Bei starker Rostbildung wird die Reservestoffbildung in den unterirdischen Pflanzenteilen so eingeschränkt, dass die Ernte im Folgejahr um bis zu 30 Prozent gemindert werden kann. Die Schäden sind besonders bei trockenem Wetter stark und können auch zu einem vorzeitigen Vertrocknen und Absterben der Pflanzen führen. Die Anfälligkeit für andere Schadpilze ist bei den Rost-geschwächten Pflanzen erhöht.

Biologie in Kürze

Der Erreger bildet im Laufe einer Vegetationsperiode verschiedene Sporenformen aus. Die Wintersporen überwintern am abgestorbenen Spargelkraut. Im Frühjahr keimen sie aus und entlassen farblose Basidiosporen, die die ersten Infektionen des Jahres auslösen. Für die Infektion ist, je nach Temperatur, eine gewisse Blattnässedauer durch Regen, Tau oder Nebel erforderlich, niederschlagsreiche Frühjahrswitterung begünstigt daher die Primärinfektion. Sie beginnt meist mit den Spargeltrieben der Junganlagen.

Ab Mai bilden sich zunächst hellgrüne Sporenträger (Pyknidien), die sich zu orangenen Sporenlagern (Aecidium) entwickeln und Aecidiosporen bilden. Diese werden mit Luftbewegung und Regenspritzern verbreitet. Nachfolgend entwickeln sich, besonders an den Trieben, die braunen Sommersporen (Uredosporen), durch welche die stärkste Ausbreitung erfolgt. Warme und trockene Witterung mit nächtlicher Taubildung begünstigt die Ausbreitung. Sie können auch über größere Entfernungen mit dem Wind transportiert werden und führen zu einem Befall des im Juni/ Juli erscheinenden Krautes, sowie über den Rest der Wachstumsperiode. Zum Ende des Sommers bilden sich die schwarzen Wintersporen (Teleutosporen).

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

  • Wenig anfällige Sorten wählen,
  • Spargelreihen in Hauptwindrichtung, schnelles Abtrocknen der Bestände sichern,
  • Anbau in windoffenen Lagen,
  • Genaue Bewässerungssteuerung um Vertrocknen geschwächter Pflanzen sowie zu lange Blattnässedauer zu verhindern
  • Trockenes Spargelkraut oder zumindest befallenes Kraut im Herbst beseitigen,
  • Während der Stechzeit auflaufende Spargelsämlinge vernichten (außer Grünspargel).

Direkte Bekämpfung durch zugelassene Pflanzenschutzmittel

Zur direkten Bekämpfung sind derzeit Pflanzenschutzmittel auf Basis folgenden Wirkstoffes zugelassen:

  • Kupferhydroxid, es hat eine protektive Wirkung und muss daher ab Befallsgefahr (mit Sommersporen) vorbeugend und wiederholt angewendet werden. Jährliche Höchstaufwandmengen an Reinkupfer sind zu beachten.

Bitte prüfen Sie unbedingt die aktuelle Zulassung und Anwendungsbestimmungen, zum Beispiel unter www.pflanzenschutz-information.de!

 

Weblink

Symptombilder verschiedener Entwicklungsstadien und Schaubild über den Krankheitsverlauf des Spargelrostes im Hortipendium.

Letzte Aktualisierung 05.12.2019

Pflanzenschutzempfehlungen

Cover der Broschüre

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empfehlungen für den Biogemüsebau

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