Am besten eignet sich spezielles Saatgut für Sprossen und Microgreens. Das enthält keine Schadstoffe und pathogene Keime. Es wird unter hygienischen Bedingungen produziert, um die Sicherheit der Sprossen zu gewährleisten.
"Genau wie beim Fleisch sollen wir auch bei Saatgut auf gute Bio-Qualität achten. Unser Bio-Saatgut ist nicht hybridisiert, genmanipuliert oder mit Chemikalien belastet und wird mikrobiologisch untersucht", rät Jaqueline Hütter, Geschäftsführerin von Seedbutler. Bio-Saatgut sei zwar etwas teurer als konventionelles, aber preislich mache das keinen großen Unterschied. Schließlich benötigten wir pro Sprossenmahlzeit nur wenig Saatgut.
Bio-Saatgutbetriebe arbeiten nach den gleichen Richtlinien wie Bio-Landwirtinnen und Bio-Landwirte und werden ebenfalls von unabhängigen Kontrollstellen überprüft.
Pflegeleichte Sprossen-Sorten für den Start
Wer zum ersten Mal Keimlinge oder Sprossen selbst ziehen möchte, sollte mit pflegeleichten Sorten beginnen. Besonders gut geeignet sind:
- Kresse: keimt sehr schnell ohne Einweichen und lässt sich einfach auf Watte oder Küchenpapier ziehen.
- Alfalfa: mild im Geschmack, keimt zuverlässig im Sprossenglas und braucht wenig Pflege. Ideal für Salate oder Sandwiches.
- Mungbohnen: robuste Keimlinge, die bereits nach wenigen Tagen verzehrfertig sind. Sie lassen sich kurz blanchiert genießen.
- Radieschen: scharf-würzig im Geschmack, keimen schnell und bringen Pep in die Küche.
- Brokkoli: die Sprossen gelten genau wie das Gemüse als besonders gesund.
Welche Sprossen darf man nicht essen?
Keimlinge und Sprossen lassen sich aus Samen vieler Pflanzenarten gewinnen, deren Blätter, Stängel oder Früchte essbar sind. Aber nicht aus allen: Nachschattengewächse wie Kartoffeln, Tomaten, Paprika, Chilis und Aubergine enthalten Giftstoffe wie Solanin. Keimlinge von Hülsenfrüchten wie Erbsen, Bohnen und Linsen sollten vor dem Essen mindestens zwei Minuten blanchiert oder kurz mitgegart werden. So werden bedenkliche Stoffe wie Lektine oder Phasin unschädlich gemacht. Wer spezielles Saatgut für Sprossen und Microgreens verwendet, ist auf der sicheren Seite.
Kann man selbst angebaute Keimlinge und Sprossen bedenkenlos essen?
Wer Sprossen züchtet, sollte sorgfältig arbeiten und gewisse Hygieneregeln einhalten. Denn in einem feuchtwarmen Klima können sich nicht nur Sprossen, sondern auch Bakterien schnell entfalten. Daher:
- immer saubere Gefäße verwenden,
- Bio-Saatgut für Sprossen und Microgreens verwenden,
- Sprossen im Keimglas zweimal täglich spülen, an heißen Tagen eventuell öfter,
- wenn die Samen muffig riechen oder seltsam aussehen, lieber nicht verspeisen,
- bei Microgeens Bio-Anzuchterde, Bio-Kokosfasern oder ein frisches Vlies verwenden oder auf Saatgutpads setzen.