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Fünf Demons­tra­ti­ons­be­triebe für Naturschutz­be­ratung ernannt

Das Modellprojekt Naturschutzberatung der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg e.V. (FÖL) ernannte am 23. Juni fünf "Demonstrationsbetriebe für Naturschutz in der Landwirtschaft". Die Betriebe sollen als praktische Lehr- und Lernorte für verschiedene Landschaftsräume und Biodiversitätsmaßnahmen dienen und sich über naturschutzfachliche Beratung weiter entwickeln.

Logo FÖL e.V.

Die Betriebe – vertreten durch Oliver Franck und Fabian Riedel (GbR Riedel und Franck Gut Kienberg), Juliane und Sebastian Petri (Moorhofer Grünlandhof), Lisa Querhammer und Sascha Fiedler (Biohof Betula), Wiebke Fuchs, Robert Jäkel und Guido Leutenegger (Natur Konkret Guido Leutenegger Planetal-Lütte GmbH - Grosstrappenhof), Kathleen Domin (Landwirtschaftsbetrieb Domin) – erhielten von Martina Düvel, Landesamt für Umwelt Brandenburg, jeweils das Schild "Demonstrationsbetrieb für Naturschutz in der Landwirtschaft".   

Gewürdigt wurde damit auch die naturverträgliche Landwirtschaft der Betriebe, die im Rahmen des Modellprojekts nach dem Prinzip „Landwirt lernt von Landwirt“ naturschutzfachliches Wissen und Erfahrungen zu schonenden Bewirtschaftungsverfahren vermitteln.   

"Mehr Naturschutzmaßnahmen in landwirtschaftliche Betriebsabläufe zu integrieren, ist aufgrund des zunehmenden Artensterbens in unseren Agrarlandschaften dringlich; für Landwirtinnen und Landwirte, die allgemein unter hohem Ertragsdruck stehen, aber nicht leicht zu verwirklichen. Es hat sich in unserem Modellprojekt zur Naturschutzberatung bewährt, Naturschutzmaßnahmen in Form von Exkursionen und Feldtagen praktisch auf verschiedenen Betrieben zu zeigen und zu diskutieren, weshalb wir dieses Best-Practice Prinzip weiterführen", erläuterten Dr. Ulrike Knuth und Christina Menne (beide FÖL) das Prinzip der Demonstrationsbetriebe. 

Die ausgewählten Höfe wirtschaften innerhalb und außerhalb von Schutzgebieten, produzieren auf wiedervernässten Moorflächen, engagieren sich im Vogel- und Amphibienschutz und arbeiten mit naturschonender Beweidung und Mahd. Auch zeichnen sie sich durch Agroforstsysteme sowie angepasste Vermarktungsstrategien aus.  

Bei der Exkursion zu den Naturschutzflächen des Gut Kienberg erläuterten Betriebsleiter Oliver Franck und Fabian Riedel die Integration von Naturschutzmaßnahmen in das eigene Betriebskonzept. Das Gut setzt u.a. auf Vielfalt und kleinstrukturierte Bewirtschaftung mit Baum- und Strauchhecken. Highland Rinder beweiden die wiedervernässten Moorflächen und auf steilen Hangflächen wird Wein angebaut. Der Betrieb produziert auch „bunte Eier“ alter Zweinutzungsrassen in einem mobilen Stallsystem und engagiert sich im Wildbienenschutz, dem ökologischen Waldumbau und der Waldrandgestaltung. 

Aktuell werden fünf Landwirtschaftsbetriebe als Demonstrationsbetriebe in Brandenburg etabliert. Langfristiges Ziel ist ein Netzwerk von (naturschutzfachlich ausgerichteten) Demonstrationsbetrieben in ganz Brandenburg innerhalb und außerhalb der Schutzgebiete.  

Hintergrund:

Das Modellprojekt Naturschutzberatung Brandenburg ist ein Kooperationsprojekt der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg e. V. in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Verband für Landschaftspflege, dem Landesamt für Umwelt sowie verschiedenen Agrarbetrieben. Das Projekt lief erfolgreich von 12/2018 – 12/2022 und wurde bis 12/2024 verlängert. 

Das Projekt "Entwicklung, Erprobung und Evaluierung eines übertragbaren Modells einer einzelbetrieblichen Naturschutzberatung im Land Brandenburg" wird durch das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums gefördert.

Weitere Informationen:

Nächste Veranstaltung auf einem Demonstrationsbetrieb für Naturschutz:

Datum: Donnerstag, 31.08.2023
Ort: Natur Konkret Guido Leutenegger Planetal-Lütte GmbH, Bad Belzig
Themen: boden- und moorschonende Mähtechnik, Teilmahd, Altgrasstreifen, Brachen im Ackerland, Beweidungskonzepte mit Hochlandrindern/ Wasserbüffeln, Zusammenarbeit mit der Vogelschutzwarte in Baitz (LfU)

Quelle: Pressemitteilung des Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL) e.V.

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