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Was sind nachhaltiger Fisch und Meehresfrüchte?

Im Bio-Handel stammt der Fisch entweder aus zertifiziert nachhaltigem Wildfang oder aus ökologischer Aquakultur.
Wildfisch wird in seiner natürlichen Umgebung gefangen. Wildfisch gibt es nicht in Bio-Qualität. In Aquakulturen gezielt Fische, Krebstiere und Muscheln für die Vermarktung aufgezogen. Das Angebot reicht von Süßwasserfischen wie Forellen und Karpfen aus heimischen Teichen über Lachs aus Fischfarmen vor der Küste Irlands bis zu Garnelen aus Asien und Südamerika.
Auf ökologischen Aquafarmen haben die Wassertiere mehr Platz und leben möglichst artgerecht. Pflanzliche Futtermittel müssen aus der Öko-Landwirtschaft kommen. Wie bei allen Bio-Tieren ist der vorbeugende Einsatz von Arzneimitteln verboten.
Aber Meer und Seen bieten noch mehr: Nährstoffreiche Makro- und Mikroalgen sind im Kommen.
Augen auf beim Fischkauf!
Laut EU-Öko-Verordnung stammt Bio-Fisch immer aus Aquakultur. Eine Bio-Zertifizierung von Wildfängen ist nicht möglich, da weder Einfluss auf die Haltung noch auf die Ernährung der Tiere genommen werden kann. Ob Fisch aus einer ökologischen Aquakultur stammt, lässt sich am EU-Bio-Logo, dem Bio-Siegel sowie den Siegeln der Bioanbauverbände erkennen. Außerdem hat das Aquaculture Stewardship Council (ASC) zusammen mit dem WWF Kriterien für eine nachhaltige Aquakultur entwickelt. Fisch aus einer nachhaltigen Aquakultur trägt das ASC-Siegel.
Wildfische, also freilebende Fische im Meer, gibt es nicht in Bio-Qualität. Dafür geben hier andere Siegel darüber Auskunft, ob der Fischfang nachhaltig abläuft. In BNN-zertifizierten Bio-Läden wird beispielsweise nur Wildfisch verkauft, der den Sortimentsrichtlinien entspricht. Für wild gefangenen Fisch und wild gesammelte Meeresfrüchte aus dem Meer muss ein Nachweis über die nachhaltige Bewirtschaftung der Bestände erbracht werden. Dieser ist stets auf zwei Wegen zu führen:
- Unabhängige Institutionen wie FishBase oder Fischbestände online haben die Fischart oder eine bestimmte geografische Herkunft, gegebenenfalls in Verbindung mit einer bestimmten Gewinnungsart, als vertretbar eingestuft.
- Unabhängige Kontroll- oder Zertifizierungseinrichtungen wie ASMI (Alaska Seafood Marketing Institute), FOS (Friend oft he Sea), IRF (Iceland Responsible Fisheries), KRAV Ekonomisk Förening, Naturland, MSC (Marine Stewardship Council) oder Pêche Responsable erbringen den Nachweis, dass Fang, Gewinnung und Herstellung durch das kontrollierte/zertifizierte Unternehmen gemäß den Anforderungen durchgeführt worden sind.
Zudem müssen folgende Kriterien für nachhaltig bewirtschaftete Bestände von Fisch und Meeresfrüchten aus Wildfang/Wildsammlung erfüllt werden:
- Die Bestandsgröße der Wildfischbestände lässt einen nachhaltigen Fischereiertrag zu.
- Der ausgeübte Fischereidruck ist so niedrig, dass er den Bestand nicht gefährdet.
- Es werden keine Jungfische gefangen.
- Es werden keine destruktiven Fangmethoden eingesetzt, die viel Beifang erzeugen oder empfindliche Meereshabitate zerstören. Grundschleppnetze gelten als destruktive Fangmethode. Kleinere und leichtere, semipelagische Scherbrettschleppnetze (Typ OTB) dürfen dann zum Einsatz kommen, wenn durch fachkompetente, unabhängige Institutionen belegt ist, dass sie im Fanggebiet nicht destruktiv wirken.
Wild gefangener Fisch aus natürlichen Binnengewässern darf laut BNN-Sortimentsrichtlinien gehandelt werden, wenn er in der Region direkt von Anglerin oder vom Angler oder Fischerin oder Fischer bezogen wird, der Bestand nicht gefährdet ist und Herkunft sowie Fangmethode nachgewiesen sind. Zudem muss der Fisch unter präziser Angabe der regionalen Herkunft gekennzeichnet werden.
Klein- und Küstenfischereien sind nicht verantwortlich für die Überfischung der Meere. Um einen Wettbewerbsnachteil für diese Betriebe zu verhindern, dürfen Produkte aus Klein- und Küstenfischerei im Handel geführt werden, wenn die Fischerei folgende Kriterien erfüllt:
- Fahrzeuge mit einer Länge von weniger als 12 Metern
- Fischfang innerhalb der 12-Meilenzone
- Fahrzeuge nicht mehr als 24 Stunden am Stück auf See
- Es kommt hauptsächlich stationäres Gerät (das heißt Gerät, das nicht geschleppt oder durch das Wasser gezogen wird) wie Treib- und Stellnetze, Haken und Leinen oder Fangkammern und Fallen zum Einsatz.
Der Fisch-Einkaufsratgeber des World Wide Fund (WWF) ist eine gute Hilfe bei der Fischauswahl. Laut Greenpeace sollte man zum Beispiel auf Makrele, Aal und Rotbarsch verzichten und sich dafür lieber für ein Gericht mit Karpfen oder anderen heimischen Teichfischen entscheiden. Der Allesfresser Karpfen gilt als anspruchslos. Er muss nur wenig bis gar nicht gefüttert werden und stellt daher keine Bedrohung für andere Fischarten dar, die sonst als Fischfutter verarbeitet werden. Außerdem ist der Karpfen nicht sehr anfällig für Krankheiten und Parasiten.