Gesunde Herden im Ökolandbau: Praktische Präventionsstrategien und Parasitenmanagement

Wissenstransfer-Veranstaltung

Hintergrund:
Ökologisch wirtschaftende Betriebe mit Wiederkäuerhaltung verfolgen das Ziel, gesunde, langlebige und leistungsfähige Tierbestände aufzubauen. Forschungsergebnisse zeigen eindeutig, dass Faktoren wie Fütterung, Stallhygiene, Betriebsmanagement und Zucht maßgeblichen Einfluss auf die Tiergesundheit haben. Dennoch können selbst bei optimalen Bedingungen in ökologisch wirtschaftenden Rinder- und Schafbetrieben typische Erkrankungen auftreten, die in bestimmten Fällen eine tierärztliche Behandlung notwendig machen. Solche Behandlungen verursachen sowohl direkte Kosten als auch indirekte Aufwände im Betriebsablauf.
Gleichzeitig setzt die EU-Öko-Verordnung klare Grenzen beim Einsatz von Tierarzneimitteln, insbesondere Antibiotika und Antiparasitika, was die Bedeutung eines wirksamen, präventiv ausgerichteten Managements weiter erhöht. Für Bio-Betriebe ist daher entscheidend, frühzeitig Risiken zu erkennen, Gesundheitsprobleme zu vermeiden und natürliche Heil- sowie Stärkungsmethoden gezielt einzusetzen.
Zu diesen vorbeugenden Maßnahmen gehören sowohl Haltungs- und Weidemanagement als auch der Einsatz der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde). Letztere erfordert fundiertes Wissen über die Wirkung von Heilpflanzen und ihre Einsatzmöglichkeiten im Stall und auf der Weide. Ein wertvolles Werkzeug für das Parasitenmanagement stellt die Entscheidungshilfe Weideparasiten dar, die Weidetierhalterinnen und -halter dabei unterstützt, Parasitenbefall vorzubeugen und den notwendigen Einsatz von Antiparasitika deutlich zu reduzieren. Die Saatzucht Rose (gastgebender Betrieb) hat spezielle Nachsaatmischungen entwickelt, die Wilkräuteranteile enthalten. Diese Mischungen speziell für ökologisch bewirtschaftete Grünland- und Weideflächen entwickelt wurden. Bei der Beweidung durch Wiederkäuer werden mit dem Futter durch die Tiere durch den Kräuteranteil auf dem Grünland gesundheitsfördernde Stoffe aufgenommen.Der Einsatz von Kräutermischungen als Nachsaat kann somit zur Umsetzung gesundheitspräventiver Strategien beitragen.
Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass Spitzwegerich bei der Einsaat in Grünland und Ackerfutter pflanzenbauliche Vorteile wie höhere Erträge, bessere Trockenheitsverträglichkeit und eine verbesserte Futterqualität bietet. Zudem hat Spitzwegerich eine Bedeutung als Heilpflanze. Diese Synergie hat bisher nur eine untergeordnete Rolle gespielt und soll mit dem Seminar kommuniziert werden.

Ziele:
Ziel der Veranstaltung ist es, wirksame präventive Maßnahmen zur Erhaltung der Tiergesundheit in der ökologischen Wiederkäuerhaltung zu vermitteln. Dazu gehören ein durchdachtes Parasiten- und Weidemanagement sowie die praxisnahe Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Phytotherapie. Die Teilnehmenden lernen, wie eine gesunde Weidezusammensetzung – unterstützt durch gezielte Nachsaat wertvoller Heil- und Futterpflanzen – die Widerstandskraft der Tiere stärkt.
Neben der Vorstellung und praktischen Nutzung der „Entscheidungshilfe Weideparasiten“ werden weitere vorbeugende Managementinstrumente behandelt, die den Einsatz allopathischer Medikamente gemäß EU-Öko-VO möglichst gering halten. Durch konkrete Beispiele, Erfahrungsberichte und praktische Übungen lernen die Teilnehmenden, wie frühzeitig erkannte Gesundheitsprobleme mithilfe pflanzlicher Verfahren verhindert oder deren Heilung unterstützt werden kann.
So befähigt die Veranstaltung Landwirtinnen und Landwirte, die Gesundheit, Entwicklung und Leistungsfähigkeit ihrer Rinder- und Schafbestände zu fördern und zugleich eine tiergerechte, ökologisch und wirtschaftlich nachhaltige Haltung sicherzustellen.

Termin

01.07.2026 von 09:00 bis 15:00 Uhr

Veranstalter

GÄA

Veranstaltungsort

Im Geströdig 9
99198 Erfurt

Kontakt

Ute Baumbach-Rotbarth
Telefon: 01727778165
E-Mail: ute.baumbachgaeade

Zielgruppe

Landwirtinnen und Landwirte
Beratung
Sonstige

Diese Veranstaltung ist eine Maßnahme des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL), initiiert und finanziert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Die Teilnahme ist kostenlos. Bei Präsenzveranstaltungen können jedoch Kosten für Verpflegungsaufwände entstehen, die auf alle Teilnehmenden umgelegt werden.

Nach oben
Nach oben