Hintergrund:
Ein wesentlicher Teil der Agrarlandschaft in Rheinland-Pfalz und Saarland ist artenreiches Grünland, das in der ökologischen Landwirtschaft eine hervorgehobene Rolle spielt. Mehr noch: Spitzenmäßiges Grünland entsteht gerade im Öko-Landbau! Neben seiner wichtigen landwirtschaftlichen Bedeutung in Form von Wiesen und Weiden erfüllt Grünland zahlreiche Funktionen, die gesellschaftlich von hohem Wert sind, z. B. Biodiversitäts-, Boden-, Klimaschutz, Wasserrückhalt und Erosionsminderung. Nicht zuletzt ist Grünland mit seinem hohen ästhetischen Naturwert auch relevant für Freizeitgestaltung und Erholung von Bürgerinnen und Bürgern.
Seit den 1990er Jahren hat Grünland stark abgenommen, was insbesondere auf den Strukturwandel in der Landwirtschaft - u.a. den Rückgang der Weidetierhaltung - und daraus folgende Aufgaben oder Umnutzung zurückzuführen ist. Dieser massive Verlust an wertvollem Grünland konnte mithilfe von EU- und Landesregelungen mittlerweile gestoppt werden. Die Politik hat den hohen gesellschaftlichen Wert von Grünland erkannt. Dies kommt beispielsweise in der EU-Wiederherstellungsverordnung zum Ausdruck sowie in der Grünlandkartierung des Landes Rheinland-Pfalz, aber auch in Programmen wie "Fairpachten" der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe. Die Ansprüche von Politik und Gesellschaft sind grundsätzlich nachvollziehbar und sinnvoll. In der konkreten betrieblichen Praxis entstehen dadurch jedoch viele Fragen und auch Frust: Durch die Zuweisung des Schutzstatus etwa wird das gesellschaftlich gewünschte artenreiche Grünland monetär entwertet. Die Leistung, die die Öko-Landwirtin oder der Öko-Landwirt mit dem Aufbau des wertvollen Grünlands erbracht hat, führt so finanziell gesehen zur Benachteiligung.
In der Diskussionsveranstaltung wird der Raum für den dringend notwendigen Austausch geöffnet: Was bedeuten die politisch-gesellschaftlichen Ansprüche auf Grünlandstandorte für die Betriebe der Region konkret? Was wurde übersehen, wo muss nachgebessert werden?
Ziele:
Die Veranstaltung bietet den Rahmen für einen Interessens- und Erfahrungsaustausch zwischen Politik, Verwaltung und Öko-Landwirtschaft. Ziel ist es, gemeinsam die Schwachstellen der aktuellen konkreten Umsetzung der Grünland-Gesetzgebung herauszuarbeiten und Lösungs- und Nachbesserungsmöglichkeiten auszuloten. Übergeordnet wird dafür sensibilisiert, dass es bei der In-Wert-Setzung von Leistungen des Öko-Landbaus um unterschiedliche Dimensionen - ideell wie finanziell - gehen muss.
Termin
30.06.2026 von 10:00 bis 14:00 Uhr
Veranstalter
Bioland
Veranstaltungsort
Hauptstraße 17
54552 Sarmersbach
Kontakt
Eva Wick
Telefon: 061312397948
E-Mail: eva.wickbiolandde
Zielgruppe
Landwirtinnen und Landwirte
Sonstige