Sortiment

Sortimentsgestaltung: Was kommt ins Regal?

Die Sortimentspolitik befasst sich vorrangig mit Entscheidungen, welche die Struktur, den Umfang und das Niveau des Sortimentes betreffen. Dar├╝ber hinaus sind Produktkennzeichnung und -verpackung von Bedeutung. Mit einer einheitlichen Sortimentsstruktur kann ein klares Image aufgebaut werden.

Es kann zwischen Sortimentstiefe (Anzahl der Alternativen innerhalb einer Warengruppe) und Sortimentsbreite (Anzahl verschiedener Warengruppen) unterschieden werden. Die Breite angebotener Sortimente unterscheidet sich in den meisten Vertriebslinien des deutschen Einzelhandels heute kaum. Meist variiert lediglich die Sortimentstiefe.

Auf den Nahrungsmittelm├Ąrkten gewinnen Produktkennzeichnungen, wie zum Beispiel Herkunfts-, G├╝te- und Markenzeichen, immer mehr an Bedeutung. Sie geben der Verbraucherin und dem Verbraucher ein Leistungsversprechen und sollen der leichteren Orientierung dienen. Aufgrund der teilweise inflation├Ąren Nutzung dieser Zeichen wird diese Wirkung jedoch weitgehend aufgehoben. Im Gegenteil, es kann sogar Reaktanz (bewusster Nichtkauf) auftreten, wenn die Vielzahl der Zeichen verwirrt und diese nur noch als "Marketing-Gag" wahrgenommen werden.

Wie finde ich "mein Sortiment"

Historisch sind Bioprodukte mit speziellen Ern├Ąhrungsans├Ątzen (vor allem der Natur- und Vollwertkost) gro├č geworden. Daraus hat sich ein Kernsortiment entwickelt, das sich sowohl in den Fachgesch├Ąften als auch im Lebensmitteleinzelhandel durchgesetzt hat. Aber dennoch l├Ąsst sich ein solches Kernsortiment nur dort wirklich erfolgreich etablieren, wo die Rahmenbedingungen auch entsprechend passen.

Bei Bio ist es wichtig, mit einer eigenen Sortimentsstrategie vorzugehen: Je mehr es Ihrem Unternehmensprofil entspricht, desto erfolgreicher wird sich Ihr Biosortiment durchsetzen. Wichtig ist, dass das Sortiment zu Ihrem Gesch├Ąft passt. Die nachfolgenden Faktoren sollten Ihre Sortimentsentscheidung bestimmen:

  • Kundenstruktur - Was ist Ihren Kundinnen und Kunden in Bezug auf Bio wichtig?
  • Unternehmensziele - Welche Positionierung habe ich bei meinen Kundinnen und Kunden?
  • Mitbewerber - Welches Bioangebot hat sich bei der Konkurrenz bew├Ąhrt?
  • Beratungskompetenz - ├ťber welche Kompetenz verf├╝gen Sie und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?

Naturkostfachhandel

Die Frische-Sortimente, wie Obst & Gem├╝se, K├Ąse, Brot & Backwaren und Molkereiprodukte sind die Basis der meisten Naturkostfachgesch├Ąfte. In vielen L├Ąden ist ein klarer Trend hin zu mehr Feinkost-Sortimenten erkennbar. So wird das Frische-Angebot vor allem in den Bereichen Antipasti oder Convenience-Produkte erweitert. In den vergangenen Jahren hat sich auch das Theken-Angebot an Wurst- und Fleischprodukten etablieren k├Ânnen. Im Trockensortiment sind die klassischen Naturkostprodukte wichtige Umsatztr├Ąger. Der Trend geht auch hier zu mehr Feinkost- und Convenience-Produkten und vor allem zu kleineren Abpackgr├Â├čen.

Reformhandel

Die Positionierung ist hier gepr├Ągt durch einen geringen Anteil an Bedientheken und einen Schwerpunkt im Trockensortiment (N├╝sse/Trockenfr├╝chte). Die klassischen Sortimente, vegetarische K├╝hlprodukte und Aufstriche haben einen hohen Stellenwert f├╝r die Kundinnen und Kunden. Die derzeit eher schwach besetzten Sortimente Obst/Gem├╝se und K├Ąse spielen auch in naher Zukunft keine so bedeutende Rolle.

Im Reformhandel sind Spezialsortimente stark gefragt. Dazu geh├Âren Allergikerprodukte, Naturheilmittel, Nahrungserg├Ąnzungsprodukte etc.

Lebensmitteleinzelhandel

Das Biosortiment im Lebensmitteleinzelhandel umfasst in der Regel zwischen 50 und 300, in der Spitze auch 1.000 und mehr Bioprodukte. Die Sortimentsans├Ątze sind dabei sehr vielf├Ąltig und h├Ąngen meist mit der Art und Weise der Platzierung der Bioprodukte und der Strategie der jeweiligen Handelszentrale zusammen.

Ist eine "Bioecke" vorhanden, das hei├čt eine Platzierung der Bioprodukte ausschlie├člich im Block, besteht das Sortiment in der Regel aus dem klassischen Naturkostsortiment, mit Getreideprodukten, ├ľlen und Aufstrichen. Auch die Sortimente Obst und Gem├╝se und Molkereiprodukte sind gelistet und werden entsprechend ausgelobt und beworben.

Werden die Bioprodukte in das andere Sortiment eingestreut, steht also beispielsweise der Bioreis neben dem konventionellen Reis, so ist eine freie, auf die jeweilige Warengruppe bezogene Sortimentsgestaltung m├Âglich. Aber auch hier empfiehlt sich eine klar erkennbare Biostrategie, um die Verbraucherinnen und Verbraucher an das Biosortiment heranzuf├╝hren.

Als erfolgreich zeigt sich auch eine Misch-Platzierung, bei der die klassischen Naturkost-Sortimente im Block, alle anderen Sortimente eingestreut platziert werden.


Letzte Aktualisierung 16.08.2017

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