Kommunen stehen bei der Verpachtung eigener Flächen für eine landwirtschaftliche Nutzung vor der Herausforderung, stärker auf Gemeinwohlorientierung zu achten. Neben der rechtssicheren Ausgestaltung der Pachtverträge ist es wichtig, einen Ausgleich zwischen ökologischen Zielen und wirtschaftlichen Interessen (Pachtzins) zu finden. Weitere Herausforderungen sind beispielsweise die Auswahl geeigneter Betriebe oder Planungssicherheit für Pächterinnen und Pächter. Auch Zielkonflikten, wie etwa zwischen Naturschutz, regionaler Versorgung und erneuerbaren Energien bieten ein Spannungsfeld bei kommunalen Verpachtungen. Nicht zuletzt erfordert die Umsetzung ökologischer Vorgaben personelle Ressourcen und fachliche Kompetenz in der Verwaltung.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung lernen deshalb die rechtlichen und praktischen Rahmen-bedingungen für die "Bio-Pacht" sowie konkrete Kriterien und Instrumente (zum Beispiel AbL-Kriterien) kennen. Sie verstehen zudem die Vorteile der ökologischen Landwirtschaft, profitieren von den Erfahrungen anderer Städte und einschlägiger Netzwerke. Sie erarbeiten eine Prozess-Checkliste als praxisnahe Orientierungshilfe. Diese zeigt, wann, wo und wie gemeinwohlorientierte Kriterien in den Verpachtungsprozess integriert werden können, auch ohne landwirtschaftliches Vorwissen. Es wird ein einheitliches Verfahren über verschiedene Liegenschaften hinweg möglich und die Transparenz gegenüber Pächterinnen und Pächtern steigt. Gleichzeitig hilft die Prozess-Checkliste, Risiken im Zusammenhang mit Fördermitteln, Vergaberecht oder Beihilferecht sowie rechtlich angreifbare Formulierungen zu vermeiden.
Ort
Neues Rathaus, Mosaiksaal (Raum 181)
Platz der Menschenrechte 1
30159 Hannover
Veranstalter
Verein zur Förderung der Bio-Städte e.V.
Rosenaustraße 5
Nürnberg 90429
Webseite: www.biostaedte.de
Ansprechpartner
Dr. Werner Ebert
E-Mail: werner.ebertbiostaedtede
Telefon: 09 11 / 9400 9945
Programm
- 09.30 Uhr: Begrüßung und Vorstellungsrunde: Dr. Werner Ebert - Bio-Städte, Marie Keul - BLE, Justin Kirchhoff -Landeshauptstadt Hannover
- 10:00 Uhr: Warum gemeinwohlorientierte Vergabekriterien für Kommunen wichtig sind – Impulsvortrag und Diskussion: Dr. Darya Hirsch, Bio-Stadt Bonn
- 10.30 Uhr: Was macht Bio besonders – und welche Anknüpfungspunkte gibt es für: kommunale Liegenschaftsverwaltung, nachhaltige Bewirtschaftung, Wirtschaftsförderung, Natur- und Klimaschutz? – Impulsvortrag und Diskussion: (Dr. Werner Ebert, Bio-Städte
- 11.00 Uhr: Pause
- 11.15 Uhr: Gemeinwohlorientierte Vergabekriterien für öffentliche Landwirtschaftsflächen – Impulsvortrag: Dr. Jan Brunner, AbL - Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V.
- 11.45 Uhr: Erfahrungen und erfolgreiche Modelle in Kommunen: Dr. Darya Hirsch - Stadt Bonn, Marius Nökel - Stadt Düsseldorf), Stephan Bormann, Stefanie Reimann - Landeshauptstadt Hannover
- 12.30 Uhr: Mittagspause
- 13.15 Uhr: Gemeinwohlorientierte Verpachtung - Umsetzung in die kommunale Praxis (World-Café)
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden gebeten, Fragen aus ihrer praktischen Arbeit mitzubringen. Mögliche Themen- wesentliche Inhalte kommunaler Pachtverträge (z.B. Regelungen, Laufzeiten, Kontrollen, Pachtzinsgestaltung, u.a.)
- passende gemeinwohlorientierte Kriterien und deren Anwendbarkeit in der Praxis
- rechtliche Rahmenbedingungen (z.B. GAP) und Förderung durch Bund und Bundesländer
- 14.00 Uhr: Vorstellung der Ergebnisse
- 14.20 Uhr: Pause
- 14.40 Uhr: Erstellen einer Prozess-Checkliste – Einzelarbeit, Arbeitsgruppen, Plenum
- Welche Kriterien werden wo verankert?
- Was gehört in Ausschreibung, Bewertung, Vertrag, Monitoring?
- Wo liegen förderrechtliche Grenzen?
- Anschließend: Vorstellung der Ergebnisse
- 15.45 Uhr: Fazit und Ausblick: Dr. Werner Ebert, Bio-Städte
- 16:00 Uhr: Ende
Anmeldung
Kosten
Kostenfrei
Die Veranstaltung ist Teil des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL) in Kooperation mit der Landeshauptstadt Hannover.