Auf der Biofach 2026 wurde ebenfalls das 25-jährige Jubiläum des BÖL gefeiert. Zu diesem Anlass hatte die BÖL-Geschäftsstelle junge Stimmen von damals und heute zu einer Podiumsrunde geladen, um gemeinsam auf die vergangenen 25 Jahre zurückzublicken.
Praxisnahe Öko-Forschung von Stunde eins
Eine absolute Besonderheit des Bundesprogramms sei die gezielte Öko-Forschung, stellte Professor Jürgen Heß von der Universität Kassel zu Beginn klar, denn "damals gab es keinen einzigen Fördertitel für Öko-Forschung. Die Ökos mussten in ihren Projektanträgen also die ganze Zeit Trojanische Pferde bauen. Das änderte sich glücklicherweise mit dem BÖL schlagartig und erstmalig." Wie bereits Prof. Heß vor 25 Jahren, freut sich auch heute Prof. Dr. Miriam Athmann über den großen Praxisbezug der BÖL-Forschungsförderung.
"Es gibt nur wenige Programme, die so eng mit Praxispartnern zusammenarbeiten. Der Austausch mit der Praxis ist unheimlich wertvoll",
betonte die Fachgebietsleiterin Ökologischer Land- und Pflanzenbau der Universität Kassel.
Traineeprogramm bringt die Ökos von morgen zusammen
Der intensive fachliche Austausch zeigt sich auch im Traineeprogramm Ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft, wie die Absolventin Anne Böhm des letzten Trainee-Jahrgangs 2025 erklärte. "Das Netzwerk, was durch die gemeinsame Zeit im Traineeprogramm entstanden ist, ist wirklich unbezahlbar", stellte die Mitarbeiterin des nachhaltigen Lieferkettenmanagements bei Rapunzel fest. Für Jan Plagge, Mit-Initiator des Programms vor 25 Jahren, ist "Fachwissen das Eine. Die sozialen und persönlichen Skills, wie ein Hof und deren Mitarbeitende zu führen sind, sind aber mindestens genau so wichtig. Dieser systemische Ansatz – ähnlich wie im Ökolandbau selbst – spiegelte sich von Anfang im Traineeprogramm wider."
Große Bio-Feste dank zielgerichteter Projektförderung
Als Paul Hofmann von Bioland mit der Idee eines großen Straßenfestes "Bio erleben" in München auf das Bundesprogramm zuging, hatte er so seine Zweifel: "Ich wusste nicht, was das BÖL ist und hatte Angst, dass die Beamtinnen und Beamten gar nicht meine Sprache sprechen und nicht verstehen, was ich will." Die Förderung seines Projektes lief jedoch von Anfang an super. Das kann auch Johanna Zierl bestätigen. Sie ist Wertschöpfungskettenmanagerin bei Bioland und will mit ihrem Projekt mehr Bio auf die Wiesn bringen. "Mit dem Projekt können wir zeigen, dass Bio-Lieferketten modern, professionell und zuverlässig sind – auch auf der Wiesn!"
Gelebter Wissenstransfer in der Außer-Haus-Verpflegung
Zuverlässig hat das BÖL auch von Anfang an die Außer-Haus-Verpflegung begleitet. Vor 25 Jahren verfügten vielen Küchenteams nur sehr wenig Wissen rund um Bio-Produkte, wie Anja Erhart vom FiBL berichtete: "Ich wurde damals auf einer Veranstaltung gefragt, was denn an Bio-Rindfleisch Bio sein könne, das wachse schließlich nicht auf Bäumen. Das hat sich heute, auch aufgrund der vielen Informations- und Wissensveranstaltungen des BÖL, geändert." Eine Veränderung bei den Gästen konnte auch ihre Kollegin Ines Bauer feststellen: "Die Gäste setzen sich heutzutage mehr mit ihrer Ernährung auseinander. Da kommt es auf eine Kommunikation der Küchen an, um den Gästen eine informierte Entscheidung zu ermöglichen."