25 Jahre BÖL und Bio-Siegel

25 Jahre BÖL und Bio-Siegel: das große Bio-Jubiläumsjahr!

Im Jahr 2001 erblickten sowohl das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) als auch das Bio-Siegel das Licht der Welt – echte Meilensteine für die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft! Gemeinsam blicken wir auf 25 Jahre mit vielen Höhepunkten zurück und finden heraus, wer schon alles eine Bio-Geburtstagstorte anschneiden durfte.

Mit dem Geschäftszeichen 515-1300-24/4 wurde das BÖL offiziell am 26. November 2001 "gegründet" – oder um es im Behördendeutsch korrekt zu formulieren: An diesem Tag wurde der Übertragungserlass "Übertragung von Aufgaben des BMVEL an die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung zur Umsetzung des Bundesprogramms Ökologischer Landbau – Projektträgerschaft und Einrichtung der Geschäftsstelle in der BLE" gezeichnet.

Der Auftrag von der damaligen Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL), Renate Künast, war klar: Das Programm sollte den Ökolandbau in Deutschland nach vorne bringen und erstmals eine gezielte Förderung von Öko-Forschungsprojekten ermöglichen.

Um diese Ziele zu erreichen, wurde am 5. September 2001 zusätzlich das staatliche Bio-Siegel vorgestellt. Damit sollten Bio-Produkte erstmals einen einheitlichen Wiedererkennungswert erhalten. Das Logo ist eine Erfolgsgeschichte, wie die aktuellen Zahlen zeigen: 111.882 Produkte von 7.315 Unternehmen sind in der Bio-Siegel-Datenbank registriert. Im September 2001 begann die Erfolgsgeschichte des Bio-Siegels – mit anfangs gerade einmal 14 Unternehmen und 45 Produkten, die das neue Siegel als Erste verwendeten.

Torten, Torten und noch mehr Torten

Das Bio-Siegel ist den Menschen hierzulande seit 2001 bestens bekannt – das europäische Bio-Logo wurde erst 2010 eingeführt. Deutschland leistete mit dem nationalen Siegel also europäische Pionierarbeit! Das sah Dr. Franz Ehrnsperger, Chef der Brauerei Ehrnsperger, bereits 2002 so. Er setzte damals große Hoffnungen in das neue Symbol und erklärte im Bio-Siegel Report von 2002:

"Zusammen mit den Kampagnengeldern eröffnet es in Deutschland erstmals die Chance, die berühmten 20 Prozent der Verbraucher zu erreichen, die sich für ökologisch erzeugte Lebensmittel ernsthaft interessieren."

Um das Siegel bekannt zu machen gab es damals eine groß angelegte Informationskampagne mit Plakaten, Zeitungsanzeigen und Werbespots. Ein kleiner Blick in die Vergangenheit:

Bio-Plakate hatten's drauf

Bio-Werbespots von früher

Junge Stimmen von damals und heute: 25 Jahre BÖL auf der Biofach

Auf der Biofach 2026 wurde ebenfalls das 25-jährige Jubiläum des BÖL gefeiert. Zu diesem Anlass hatte die BÖL-Geschäftsstelle junge Stimmen von damals und heute zu einer Podiumsrunde geladen, um gemeinsam auf die vergangenen 25 Jahre zurückzublicken.

Praxisnahe Öko-Forschung von Stunde eins

Eine absolute Besonderheit des Bundesprogramms sei die gezielte Öko-Forschung, stellte Professor Jürgen Heß von der Universität Kassel zu Beginn klar, denn "damals gab es keinen einzigen Fördertitel für Öko-Forschung. Die Ökos mussten in ihren Projektanträgen also die ganze Zeit Trojanische Pferde bauen. Das änderte sich glücklicherweise mit dem BÖL schlagartig und erstmalig." Wie bereits Prof. Heß vor 25 Jahren, freut sich auch heute Prof. Dr. Miriam Athmann über den großen Praxisbezug der BÖL-Forschungsförderung.

"Es gibt nur wenige Programme, die so eng mit Praxispartnern zusammenarbeiten. Der Austausch mit der Praxis ist unheimlich wertvoll",

betonte die Fachgebietsleiterin Ökologischer Land- und Pflanzenbau der Universität Kassel.

Traineeprogramm bringt die Ökos von morgen zusammen

Der intensive fachliche Austausch zeigt sich auch im Traineeprogramm Ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft, wie die Absolventin Anne Böhm des letzten Trainee-Jahrgangs 2025 erklärte. "Das Netzwerk, was durch die gemeinsame Zeit im Traineeprogramm entstanden ist, ist wirklich unbezahlbar", stellte die Mitarbeiterin des nachhaltigen Lieferkettenmanagements bei Rapunzel fest. Für Jan Plagge, Mit-Initiator des Programms vor 25 Jahren, ist "Fachwissen das Eine. Die sozialen und persönlichen Skills, wie ein Hof und deren Mitarbeitende zu führen sind, sind aber mindestens genau so wichtig. Dieser systemische Ansatz – ähnlich wie im Ökolandbau selbst – spiegelte sich von Anfang im Traineeprogramm wider."

Große Bio-Feste dank zielgerichteter Projektförderung 

Als Paul Hofmann von Bioland mit der Idee eines großen Straßenfestes "Bio erleben" in München auf das Bundesprogramm zuging, hatte er so seine Zweifel: "Ich wusste nicht, was das BÖL ist und hatte Angst, dass die Beamtinnen und Beamten gar nicht meine Sprache sprechen und nicht verstehen, was ich will." Die Förderung seines Projektes lief jedoch von Anfang an super. Das kann auch Johanna Zierl bestätigen. Sie ist Wertschöpfungskettenmanagerin bei Bioland und will mit ihrem Projekt mehr Bio auf die Wiesn bringen. "Mit dem Projekt können wir zeigen, dass Bio-Lieferketten modern, professionell und zuverlässig sind – auch auf der Wiesn!"

Gelebter Wissenstransfer in der Außer-Haus-Verpflegung

Zuverlässig hat das BÖL auch von Anfang an die Außer-Haus-Verpflegung begleitet. Vor 25 Jahren verfügten vielen Küchenteams nur sehr wenig Wissen rund um Bio-Produkte, wie Anja Erhart vom FiBL berichtete: "Ich wurde damals auf einer Veranstaltung gefragt, was denn an Bio-Rindfleisch Bio sein könne, das wachse schließlich nicht auf Bäumen. Das hat sich heute, auch aufgrund der vielen Informations- und Wissensveranstaltungen des BÖL, geändert." Eine Veränderung bei den Gästen konnte auch ihre Kollegin Ines Bauer feststellen: "Die Gäste setzen sich heutzutage mehr mit ihrer Ernährung auseinander. Da kommt es auf eine Kommunikation der Küchen an, um den Gästen eine informierte Entscheidung zu ermöglichen."

Bio-Hof Hephata Diakonie: einer von vielen Begleitern in den letzten 25 Jahren

In den letzten 25 Jahren sind zahlreiche weitere Maßnahmen, Projekte und Kampagnen aus dem BÖL und rund um das Bio-Siegel entstanden. Alle hier aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Am Beispiel des Bio-Hofs Hephata Diakonie aus Nordhessen lässt sich jedoch die Bandbreite der Angebote ablesen: So war der Hof im Jahr 2002 das 400. Bio-Unternehmen, welches Produkte mit dem Bio-Siegel kennzeichnet.

Sechs Jahre später konnte der Hof dann die Jury des Bundeswettbewerbs für Ökologischen Landbau überzeugen, vor allem durch die konsequent regionale ökologische Wirtschaftsweise und die Inklusion durch Arbeitsplätze für geistig behinderte Menschen.

Im Januar 2026 wurden erneut drei innovative Bio-Betriebe auf der Grünen Woche ausgezeichnet. Lernen Sie die aktuellen Preisträger des Bundeswettbewerbs Ökolandbau kennen.

Diese vorbildliche Arbeit erklärt auch, warum der Hof Mitglied im Netzwerk der Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau ist. Ziel des Netzwerks, das seit über 20 Jahren besteht, ist es, den Ökolandbau zu stärken und der Bevölkerung vor Ort näherzubringen. 

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Letzte Aktualisierung 23.02.2026

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