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Erste BÖL-Vernetzungs- und Transfermaßnahme zum Thema Bio-Schweinehaltung

Auf Einladung des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL) haben sich Ende Oktober über 30 Forschende aus elf Forschungsprojekten in Bonn getroffen, um sich über ihre Projekte auszutauschen und miteinander zu vernetzen. Alle Projekte haben zum Ziel, die Produktionssysteme der ökologischen Schweinehaltung zu verbessern.

Gruppenfoto von etwa 30 Personen

Foto: BLE

Das BÖL fördert im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) mit der Bekanntmachung "Verbesserung und Weiterentwicklung nachhaltiger Produktionssysteme in der ökologischen Schweinehaltung" bis zu 11 Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zu diesem Thema. Die Bekanntmachung hat zum Ziel, offene Fragen rund um Züchtung, Haltung und Fütterung von Bio-Schweinen zu beantworten. Die Forschungsprojekte haben eine Vorbildfunktion, so dass auch konventionelle Betriebe von den Ergebnissen profitieren können. Das stellte der langjährige Berater Martin Kötter-Jürß in seinem Grußwort heraus. Seiner Ansicht nach ist "die Öko-Schweinehaltung bunt: die Betriebsstrukturen sind genau so vielfältig wie die Rassenwahl. Das bringt allerdings auch Herausforderungen mit sich: wir müssen viele unterschiedliche Lösungen für unterschiedliche Betriebe finden beziehungsweise entwickeln."

Um sich über diese und weitere Herausforderungen auszutauschen, präsentierten die Projektnehmerinnen und Projektnehmer ihre Forschungsprojekte und damit verbundene Forschungsfragen. Dabei wurde auch die Vielfalt der Forschungsthemen deutlich: Angefangen mit genomischen Charakterisierungen alter bedrohter einheimischer Schweinerassen, der Entwicklung eines Gesamtzuchtwertes bei Schwäbisch-Hällischen Schweinen mit besonderem Fokus auf Tierwohl und Fleischqualität, über Ansätze zur Praxisforschung auf Bio-Betrieben und der Reduzierung von Saugferkelverlusten bis hin zu Untersuchungen zur Auslaufgestaltung und Desinfektionsmöglichkeiten sowie Futteroptimierung wird fast die gesamte Spannbreite der Öko-Schweinehaltung erforscht.

Im Anschluss entstanden durchaus kritische, aber immer konstruktive Diskussionen. Deutlich wurde unter anderem, dass ein transparenter und unkomplizierter Datenaustausch und -abgleich zwischen den Projekten wünschenswert ist oder dass es häufig schwierig sei, Praxisbetriebe für die Forschungsprojekte zu gewinnen.

"Das war ein guter fachlicher Austausch. Es ist immer hilfreich, wenn Kolleginnen und Kollegen kritisch auf das eigene Projekt schauen. Einige Anregungen werde ich auf jeden Fall mitnehmen," schilderte Prof. Dr. Christine Große-Brinkhaus von der Universität Göttingen. Bei einem gemeinsamen Abendessen wurde der Austausch intensiviert, der auch in Zukunft fortgeführt werden soll.

Hintergrund

Das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) ist das zentrale Umsetzungs- und Finanzierungsinstrument des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) zur Stärkung der ökologischen  Land- und Lebensmittelwirtschaft in Deutschland.

Die Bekanntmachung "Verbesserung und Weiterentwicklung nachhaltiger Produktionssysteme in der ökologischen Schweinehaltung" fördert Entwicklungs- und Forschungsvorhaben im Rahmen des BÖL im Zeitraum 2024 bis 2029.

Kontakt

Geschäftsstelle Ökologischer Landbau
Telefon:  02 28/ 68 45-32 80
Fax:  0 30/ 18 10 68 45 -29 07
E-Mail:  boel@ble.de


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