Eine aktuelle Studie aus Österreich zeigt: Eine Bio-Ernährung ist ohne Mehrkosten möglich, wenn der eigene Ernährungsstil insgesamt nachhaltiger ausgerichtet wird. Dieser führt gleichzeitig zu einer deutlichen Reduktion der Treibhausgas-Emissionen.
Was ist eine nachhaltige Ernährung?
Eine nachhaltige Ernährung bedeutet viel mehr, als nur konventionelle Lebensmittel durch Bio-Produkte auszutauschen. Ein Team um den Ernährungswissenschaftler Dr. Karl von Koerber erarbeitete bereits 2012 sieben Grundsätze einer nachhaltigen Ernährung:
- Bevorzugung pflanzlicher Lebensmittel (überwiegend lacto-vegetabile Kost)
- Ökologisch erzeuge Lebensmittel
- Regionale und saisonale Erzeugnisse
- Bevorzugung gering verarbeiteter Lebensmittel
- Fair gehandelte Lebensmittel
- Ressourcenschonendes Haushalten
- Genussvolle und bekömmliche Speisen.
Der Wissenschaftlichen Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE) formulierte in seinem Gutachten aus dem Jahr 2020 vier Zieldimensionen einer nachhaltigen Ernährung:
Neben Gesundheit, Tierwohl und Umwelt gehören dazu auch soziale Aspekte wie beispielsweise soziale Mindeststandards entlang von Wertschöpfungsketten.
Ein umfassendes Konzept für eine nachhaltige Ernährung entwickelte die internationale EAT-Lancet-Kommission mit der Planetary Health Diet (PHD). Sie hat zwei untrennbare Hauptziele, die sich ergänzen: Die Gesundheit des Men-schen und der Schutz des Planeten. Denn ein Ernährungsstil, der gesund für den Menschen ist, schont auch die planetaren Ressourcen. Die PHD plädiert im Sinne beider Hauptziele für mehr pflanzliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, gesunde Fette, Nüsse und Samen.
Gleichzeitig empfiehlt die planetare Ernährung maximal einen moderaten Konsum von tierischen Produkten wie Fisch, Geflügel, Eiern und Milchprodukten und eine Reduktion von zuckerhaltigen Lebensmitteln.
Text: Andreas Greiner, Ökonsult