Grillkohle

Grillkohle: Ohne Tropenholz grillen

Beim Kauf von Grillkohle sollte man genau hinschauen, denn fast in jeder zweiten Grillkohle steckt Tropenholz. Aufdrucke wie "kein Tropenholz" oder "aus nat├╝rlicher Herkunft" garantieren keine tropenwaldfreie Kohle. Umweltfreundlicher grillen l├Ąsst sich mit Olivenkernen und Co. und seit kurzen auch mit einer biozertifizierten Holzkohle aus heimischen W├Ąldern.

Die Deutschen sind hei├č aufs Grillen und verfeuern daf├╝r j├Ąhrlich rund 250.000 Tonnen Holzkohle. Die stammt vor allem aus Polen, Paraguay, Nigeria und der Ukraine. Die Umweltorganisation WWF hat 36 Grillkohlen auf ihre Holzart und Herkunft analysiert. Das traurige Ergebnis: 61 Prozent der getesteten Produkte sind risikobehaftet, weil sie zum Beispiel aus Regionen mit einem umfangreichen illegalen Holzeinschlag stammen oder die verwendeten H├Âlzer falsch deklariert wurden. In fast jedem zweiten Produkt fanden die Umweltsch├╝tzer Tropenholz.

WWF Marktanalyse-Holzkohle 2018 - WWF Deutschland (PDF-Dokument)

"Unsere Analysen belegen, dass die Produktion von Grillkohle zu einem erheblichen Teil auf Raubbau an den W├Ąldern basiert", kritisiert Johannes Zahnen, Holzexperte des WWF Deutschland. Besonders bedenklich sei der hohe Anteil an nicht-zertifiziertem Tropenholz: "Mit der Zerst├Ârung der Tropen verlieren wir die artenreichsten Lebensr├Ąume der Erde und zugleich unsere wichtigsten Verb├╝ndeten beim Klimaschutz. Wir k├Ânnen nicht zulassen, dass der heimische Grill zum Scheiterhaufen des tropischen Regenwaldes wird."

Besser grillen mit zertifizierten H├Âlzern

Bei konventionellen Kohlen sollten wir zumindest auf das Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) achten. Das Siegel soll gew├Ąhrleisten, dass alle Rohstoffe aus nachhaltig bewirtschafteten W├Ąldern stammen. Dennoch hat der WWF selbst in Produkten mit solchen Umweltsiegeln falsch dekorierte H├Âlzer gefunden. Holzkohleprodukte unterliegen nicht der EU-Holzhandelsverordnung, Importe werden also nicht kontrolliert. Trotz dieser Schw├Ąchen bietet das FSC-Siegel eine erste Orientierung. Das auf der Verpackung h├Ąufig zu findende DIN-Pr├╝fzeichen sagt dagegen nichts ├╝ber die Herkunft der H├Âlzer aus. Es zeigt an, dass die Holzkohle keine Schadstoffe wie Pech, Erd├Âl oder Kunststoffe enth├Ąlt.

Bioholzkohle aus heimischen H├Âlzern

Bioholzkohle stammt aus ├Âkologischer Forstwirtschaft. "Unser Holz kommt aus von Naturland zertifizierten, nachhaltig bewirtschafteten W├Ąldern, beispielsweise aus dem Stadtwald von Saarbr├╝cken. In diesen W├Ąldern gibt es keinen Kahlschlag und keine Pestizide", erkl├Ąrt Aaron Armah, Gesch├Ąftsf├╝hrer der Nero GmbH. Das Augsburger Start-up hat 2018 die erste biozertifizierte Grillkohle auf den Markt gebracht. F├╝r eine hochwertige Holzkohle eignen sich am besten heimische Harth├Âlzer mit hoher Dichte wie Buche, Eiche und Ahorn. Um der M├Âbelindustrie keine Konkurrenz zu machen, landen nur naturbelassene Resth├Âlzer in der Kohle. Dar├╝ber hinaus sollte der Energieverbrauch bei der Herstellung so gering wie m├Âglich sein. "Wir produzieren unsere Kohle in einem f├╝r Umweltschutz und Nachhaltigkeit pr├Ąmierten Holzkohlewerk in Frankreich. Hier wird aus ├╝bersch├╝ssiger Energie sogar noch ├ľkostrom f├╝r 10.000 Haushalte gewonnen", versichert Aaron Armah.

Kohle aus Kokosschalen, Olivenkernen und Weinreben

Ganz ohne Holzkohle grillen l├Ąsst sich mit einem Elektro- oder Gasgrill und mit Abfallprodukten aus der Natur. Dazu geh├Âren Grillbriketts aus Olivenkernen und Kokosschalen. Die gibt es bereits in vielen Naturkostl├Ąden. Besonders Olivenbriketts brennen schnell und gut. Sie kommen anders als die Kokosprodukte aus Europa. Aus deutschen Landen gibt es zudem getrocknete Weinst├Âcke (Rebenglut) und Maiskohle. Bei der Maiskohle werden die Maisspindeln ÔÇô Maiskolben ohne K├Ârner ÔÇô verkohlt. In Wachs getr├Ąnkte Maisspindeln eignen sich als Anz├╝nder.

Hersteller von Maiskohle: Maister BBQ 

Allerdings seien auch die Alternativen nicht automatisch gut, gibt der WWF zu bedenken. Beispielsweise wenn f├╝r eine neue Kokosplantage der Naturwald geopfert wird. Oder die Agrarprodukte mit viel Chemie angebaut w├╝rden. Dennoch braucht bei dieser gro├čen Auswahl an Alternativen niemand mehr Holzkohle aus den Tropen. 


Letzte Aktualisierung 30.04.2019

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