Rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Erdgases und Öls passieren in Friedenszeiten die Straße von Hormus, die nun seit Wochen wegen der Eskalation im Nahen Osten blockiert ist. Die Folgen gehen weit über gestiegene Spritpreise an den Tankstellen hinaus: Die globale Landwirtschaft ist zum überwiegenden Anteil auf synthetischen Stickstoffdünger angewiesen. Und der braucht diese fossile Energien, die, wie schon zu Beginn des Ukraine-Krieges, schlagartig knapp und extrem teuer geworden sind: zweitweise haben sich die Preise verdoppelt. Für die Zukunft braucht es daher dringend mehr unabhängige, resiliente Kreislaufsysteme, fordert Bioland.
Ackerbohnen, Erbsen und Klee statt Erdgas
Statt auf Kunstdünger, der mit sehr hohen Mengen importierter fossiler Energie hergestellt wird, setzen nachhaltige Landwirtschaftssysteme wie der Ökolandbau auf Leguminosen wie Ackerbohnen, Erbsen und Klee. Diese binden mithilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff direkt aus der Luft und stellen ihn dem Boden als natürlichen Dünger zur Verfügung. Ein mehrjähriger Kleegras-Anbau kann dadurch auch für stark zehrende Nachfrüchte ausreichend Stickstoff pro Hektar bereitstellen – und das ganz ohne fossilen Energieeinsatz. Damit sinkt der Gesamtbedarf an fossiler Energie auf Bio-Betrieben deutlich. Diese Fakten sollte die Politik anerkennen und jetzt mit gezielten Maßnahmen dafür sorgen, dass die Landwirtschaft nicht nur nachhaltiger sondern auch resilienter wird.
"Wir erwarten von der Bundesregierung entschlossenes, strategisches Handeln und dass sie die aktuelle Krise als Weckruf nutzt“, unterstreicht Bioland-Politikleiterin Carolin Pagel. Wichtig sei dabei vor allem, dass bei den Fördermitteln der EU-Agrarpolitik nachhaltige landwirtschaftliche Systeme wie der Ökolandbau angemessen berücksichtigt werden – besonders vor dem Hintergrund, welche wichtige Rolle sie für unsere Ernährungssouveränität spielen. Auch in der Wiederherstellungsverordnung und dem neuen Düngerecht solle laut Bioland der Ökolandbau entsprechend berücksichtigt werden. "Nachhaltigkeit und Ernährungssicherung sind kein Entweder-Oder, sie bedingen sich gegenseitig“, so Carolin Pagel abschließend.
Quelle: Pressemitteilung Bioland



