Wer heute in Deutschland einen landwirtschaftlichen oder gärtnerischen Betrieb gründen will — ohne elterlichen Hof, ohne Erbschaft, ohne Kapital im Rücken — steht vor großen Herausforderungen. Flächen sind kaum zugänglich und oft teuer. Für weitere Investitionen wie Technik und Ausstattung kommt auf Gründerinnen und Gründer nochmal eine Menge zu. Gleichzeitig stehen viele landwirtschaftliche Betriebe in Brandenburg und Sachsen-Anhalt vor ungelösten Nachfolgefragen. Hier setzt “FarmStarter ElbeValley” an: Das Projekt entwickelt und testet ein regionales Netzwerk zur Unterstützung von Neueinrichterinnen und Neueinrichter in die Landwirtschaft.
Kern des Vorhabens ist der Aufbau von sogenannten Inkubator-Höfen. Auf diesen Pilotbetrieben erhalten angehende Gründerinnen und Gründer Zugang zu Flächen, Infrastruktur und Mentoring durch erfahrene Praktikerinnen und Praktiker. So können sie eigene Betriebs- und Geschäftsideen unter realen Bedingungen erproben, Netzwerke aufbauen und den Weg in die unternehmerische Selbstständigkeit vorbereiten. Die beiden Pilotstandorte könnten dabei kaum unterschiedlicher sein: Der Betrieb von Julia Bar-Tal in der Prignitz bietet Raum für die Entwicklung kleinerer gartenbaulicher und landwirtschaftlicher Konzepte, während die Warnke Agrar GmbH in der Altmark Möglichkeiten für neue Betriebszweige und innovative Geschäftsmodelle in einem großstrukturierten Bio-Betrieb eröffnet.
Durch diese unterschiedlichen Ansätze soll untersucht werden, wie sich das Inkubator-Modell auf verschiedene betriebliche und regionale Kontexte übertragen lässt. “FarmStarter ElbeValley” wird im Rahmen der WIR!-Förderlinie des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert. Die Projektlaufzeit geht von April 2026 bis Dezember 2028. Zum Projektkonsortium gehören das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF), die Forschungsgesellschaft Die Agronauten, die Agrarsoziale Gesellschaft, die Warnke Agrar GmbH sowie die Landwirtin Julia Bar-Tal. Gemeinsam wollen die Partnerinnen und Partner einen Beitrag zum Generationenwechsel, zur Stärkung regionaler Innovationskraft und zur zukunftstauglichen Entwicklung der Landwirtschaft in der ElbeValley-Region leisten.
Quelle: Pressemeldung Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF)



