Bio auf der Wiesn: vom Projekt zur gelebten Praxis
Wie sieht es eigentlich praktisch aus, wenn mehr regionale Bio-Produkte auf einem der größten Volksfeste der Welt angeboten werden sollen? Und was ist erforderlich, damit dies gelingen kann? Das vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) geförderte Projekt "Mehr Bio auf der Wiesn" läuft seit August 2024. Ziel ist es, den Bio-Anteil auf dem Münchner Oktoberfest deutlich zu erhöhen. Inzwischen sind elf der 15 großen Zelte biozertifiziert.
Bei der “Bio-Schmankerl-Tour” die Vielfalt der Bio-Produkte erleben
Am 29. September waren Medienschaffende, Kooperationspartnerinnen und -partner des Projektes, Wiesn-Stadträtin Anja Berger und die bayerische Bio-Königin Lena 1. zur “Bio-Schmankerl-Tour” über das Oktoberfest eingeladen. Die erste von insgesamt drei Stationen was das Festzelt Fischer-Vroni. Dort präsentierte der Wirt Hans Stadtmüller den neuen Bio-Bayern Saibling, der 2026 erstmals auf der Speisekarte steht. Stadtmüller erklärte, dass immer mehr Gäste gezielt nach einem regionalen Bio-Produkt fragen und sich wirklich Gedanken machen, was auf ihrem Teller liegt.
Doch wie gelingt es, mehr Bio aus der Region zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu haben? Hier hat die Wertschöpfungskettenmanagerin Johanna Zierl das Team der Fischer-Vroni tatkräftig unterstützt: Angefangen mit einem Gespräch kurz nach der Wiesn 2025 stellte sie den Kontakt zur Fischzucht Orten bei Füssen her. Viele weitere Produkte, angefangen mit Brathändeln, über Kartoffelsalat bis hin zu Kaiserschmarrn sind in der Fischer Vroni ebenfalls nur in Bio-Qualität erhältlich.
Nachdem die Fische verputzt waren, ging es für die Teilnehmenden der “Bio-Schmankerl-Tour” weiter zu "Jürgen"s Bio-Bratwurst". Am Verkaufsstand ist alles Bio: Neben verschiedenen, größtenteils selbst entwickelten, Bratwurstarten sind hier auch die Semmeln, der Senf und sogar die Getränke biozertifiziert. Weiter ging es zur dritten und letzten Etappe der Tour in die Fisch-Bäda, ein sogenanntes “kleines Wiesnzelt”, das jedoch mit einem Bio-Anteil von 67 Prozent auf der Speisekarte glänzen kann. Probieren konnten die Teilnehmenden hier einen Bio-Apfelstrudel mit Vanillesoße und Bio-Zwetschgenknödeln mit Vanilleeis.
Wirt Peter Lingnau lobte Johanna Zierls Arbeit im Projekt “Mehr Bio auf der Wiesn” und betonte die besonderen Herausforderungen, den persönlichen Kontakt zu den Erzeugerinnen und Erzeugern in der Region herzustellen, die Bedürfnisse der Wiesn-Wirtinnen und -Wirte mit den Möglichkeiten der Erzeugerbetriebe in Einklang zu bringen und insbesondere auch die geballte Lieferung während der Wiesn zu stemmen.
Laut der Faire Wiesn Speisekartenauswertung beträgt der Bio-Anteil 2026 13,7 Prozent auf den Speisekarten. Das stellt im Vergleich zu 2025 einen Zuwachs von 3,6 Prozentpunkten dar.
Quelle: Presseinformation des BÖL (Michelle Spinelli)



