"Die Nachfrage nach Bio wächst. Die EU-Öko-Verordnung ist eine wichtige Grundlage für diesen Erfolg, weil sie Vertrauen schafft, indem sie den Rahmen für eine umfassend nachhaltige Lebensmittelerzeugung setzt. Dieser Erfolg darf jetzt aber nicht durch übermäßige Detailregelungen gefährdet werden", mahnte Naturland Präsident Hubert Heigl am Sonntag auf der Grünen Woche in Berlin.
Verschärfung der Weideregeln stellt manche Betriebe vor große Herausforderungen
Hintergrund ist, dass die EU-Kommission derzeit insbesondere in der Tierhaltung die bestehende Verordnung neu auslegt und dabei die Spielräume für die Betriebe zum Teil erheblich einschränkt. Aktuellstes Beispiel ist die Rinderhaltung, wo zum Jahreswechsel die Vorgaben für die Weidehaltung massiv verschärft wurden. Angemessene Übergangsfristen fehlen dabei ebenso, wie Raum für individuelle Lösungen, die besondere regionale oder betriebliche Strukturen berücksichtigen. Ähnliche Szenarien sind auch bei der Haltung von Geflügel oder Schweinen zu befürchten.
In der Folge droht ein Verlust von Betrieben, deren Erzeugnisse eigentlich dringend benötigt werden, um die regionale Versorgung mit Bio-Produkten sicherzustellen. "Hier werden Betriebe, die zum Teil seit vielen Jahren mit großer Überzeugung ökologisch wirtschaften, ohne ersichtliche Grund zum Ausstieg aus Bio gezwungen. Das ist ein Verlust, der automatisch auch weniger Tierwohl, weniger Umweltschutz und weniger Klimaschutz zur Folge hat", kritisierte der Naturland-Präsident. Zudem gefährde die EU-Kommission mit dieser Politik das Erreichen ihrer eigenen Ausbauziele für den Öko-Landbau und damit auch die Ziele des Green Deals insgesamt.
Quelle: Pressemitteilung Naturland

