Tag des Ökolandbaus auf dem Landwirtschaftlichen Hauptfest in Stuttgart

Beim Tag des Ökolandbaus auf dem Landwirtschaftlichen Hauptfest in Stuttgart betonten Sarah Schweizer, Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat Baden-Württemberg, und Marcus Arzt, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg (AÖL BW) die Bedeutung der ökologischen Landwirtschaft.

Für Staatssekretärin Sarah Schweizer ist die ökologische Landwirtschaft ein wichtiger Baustein für die Ernährungssouveränität im Land. Der geringe Selbstversorgungsgrad bei Lebensmitteln – bei Fleisch liege er unter 50 Prozent, bei Gemüse sogar unter 30 Prozent – bereite der Landesregierung Sorgen. “Unabhängiger werden ist angesichts der multiplen Krisen der richtige Weg”, betonte die Staatssekretärin. Wie im Koalitionsvertrag von Grün-Schwarz vereinbart, soll Ernährungssouveränität als Staatsziel in der Verfassung verankert werden. Hier spiele der Ökolandbau eine wichtige Rolle, so Schweizer. Er zeige, wie man boden- und ressourcenschonend wirtschaften kann. “Das möchten wir unterstützen.”

Unterstützung – dieses Stichwort griff Marcus Arzt, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg (AÖL BW), in seinem Grußwort auf. “Wir brauchen die Honorierung der Leistungen unserer Höfe, die wir am Markt nicht bekommen”, sagte Arzt an die Politik gerichtet. “Jeder Euro ist hier gut investiert.”

Ökolandbau sei ein riesengroßes Erfolgsmodell, aber kein Selbstläufer. Bäuerinnen und Bauern, Verbraucherinnen und Verbraucher seien gleichermaßen gefordert: “Nur zusammen können wir regionalen Ökolandbau voranbringen.” Die AÖL – Mitgliedsverbände sind Bioland, Demeter, Naturland, Ecovin und Ecoland - kämpfe daher auch für den Ausbau regionaler Strukturen: “Jeder Bäcker, jeder Metzger ist enorm wichtig, dafür setzen wir uns ein.”

Ökolandbau erhalte die Lebensgrundlagen, betonte Arzt und präzisierte: “Wir müssen die langfristige Fruchtbarkeit unserer Böden sichern, um resilienter zu werden.” Wie zuvor die Staatssekretärin bekannte sich der AÖL-Vorsitzende zum ambitionierten Plan, bis zum Jahr 2030 den Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche in Baden-Württemberg auf 30 bis 40 Prozent zu steigern: "Das Ziel bleibt."

Im Anschluss an das offizielle Programm standen bei einer „Reise zu Bio-Betrieben“ Menschen aus der Bio-Branche im Mittelpunkt: Erzeugerinnen und Erzeuger sowie Verarbeiterinnen und Verarbeiter gaben Einblick in ihre Arbeit und kamen mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch. In moderierten Bühnenformaten wurden Themen aus Pflanzenbau, Tierhaltung, Imkerei, Floristik und Weinbau vorgestellt und eingeordnet – direkt aus der Praxis und aus unterschiedlichen Perspektiven. Regionale Bio-Produkte gab’s natürlich auch zu verkosten.


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