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Was bringen uns Bio-Regionen?
Bio und regional – das passt gut zusammen, ist aber längst noch nicht selbstverständlich. Statt auf die Landwirtschaftspolitik in Brüssel und Berlin zu warten, bringen Kommunen und Regionen den Biogedanken selbst voran. In Bio-Regionen scheinen die bundesweit anvisierten 30 Prozent Bio bis 2030 machbar zu sein. Davon profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher.
Was sind Bio-Regionen?
Unter die Bio-Regionen fallen Öko-Modellregionen, Bio-Musterregionen und Bio-Regio-Modellregionen: vom Land geförderte Bündnisse für den Öko-Landbau. Das können Zusammenschlüsse von Stadt und Landkreis, mehreren Kommunen, aber auch einzelne Landkreise sein. Ziel aller Bio-Regionen ist es, einerseits den Anteil an Bio-Flächen zu erhöhen und andererseits Verbraucherinnen und Verbrauchern mehr regionale Bio-Produkte anbieten zu können. Die Kombination aus regionaler Wertschöpfung und ökologischer Erzeugung soll die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raumes steigern.
Wo gibt es überall Bio-Regionen?
Mittlerweile gibt es in Bayern bereits 37, in Niedersachsen und in Nordrhein-Westfalen aktuell je fünf und in Brandenburg drei Öko-Modellregionen. Sachsen hat vier Bio-Regio-Modellregionen und Baden-Württemberg hat 14 sogenannte Bio-Musterregionen, was das Gleiche meint. Hessen hat die Förderung für die Öko-Modellregionen auslaufen lassen.
Alle Bio-Regionen auf einen Blick:
Wie wird man Öko-Modellregion?
Die staatlich anerkannten Öko-Modellregionen mussten in ihrem Bundesland an einem Wettbewerb teilnehmen. Damit alle mitmachen konnten, war kein fester Mindestanteil an ökologisch bewirtschafteten Flächen vorgeschrieben.
Eine Öko-Modellregion ist keine Auszeichnung für vergangene Verdienste. Stattdessen verpflichten sich die Kommunen und Akteurinnen und Akteure, sich auf den Weg zu mehr Öko-Landbau zu machen: Entscheidend sind überzeugende Konzepte, um neue Bio-Betriebe und Bio-Kundinnen und -Kunden zu gewinnen. Wer den Zuschlag zur Öko-Modellregion erhält, bekommt vom jeweiligen Bundesland Mittel für das Projektmanagement. Beispielsweise unterstützt Niedersachsen seine Modellregionen neun Jahre lang mit jeweils bis zu 60.000 Euro pro Jahr.
Wo liegt der Unterschied zur Bio-Stadt?
Wie der Name schon sagt, bestehen Bio-Städte nur aus einer Kommune. Das reicht von kleineren Städten wie Lauf oder Landshut bis zu Großstädten wie Hamburg oder München. Insgesamt 31 Bio-Städte und Kommunen gibt es mittlerweile in Deutschland im Netzwerk Biostädte.
Wer dem Netzwerk der Bio-Städte beitreten möchte, braucht einen Ratsbeschluss und klar definierte, selbstgesteckte Ziele. So steigern Bio-Städte Schritt für Schritt ihre Bio-Anteile bei der Beschaffung von Lebensmitteln in der Gemeinschaftsverpflegung und servieren Bio-Kost bei Empfängen. Anders als die Öko-Modellregionen finanzieren die Bio-Städte ihre Aktivitäten komplett aus Eigenmitteln. Um Stadt und Land besser zu vernetzen, hat sich die Bio-Stadt Nürnberg mit zwei benachbarten Landkreisen zur Öko-Modellregion zusammengeschlossen. Darmstadt will ebenfalls ein Bündnis mit einem benachbarten Landkreis eingehen.
Bestens im Bio-Geschäft: Öko-Modellregion Nürnberg
Nürnberg fördert den Ökolandbau bereits seit 2003. Die fränkische Bio-Stadt schreibt hohe Bio-Anteile bei der Gemeinschaftsverpflegung vor: zum Beispiel in allen Kitas mindestens 75 Prozent! Dank aktiver Verarbeitungsunternehmen und eines starken Bio-Fachhandels steigt die Nachfrage nach Bio ständig. "Mit dem Zusammenschluss zur staatlich anerkannten Öko-Modellregion soll der wachsende Bedarf an Bio-Produkten vermehrt aus der Region kommen. Das stärkt die Bio-Betriebe im Umland. Und konventionelle Landwirte sollen im Ökolandbau eine echte Alternative sehen", erläutert Dr. Werner Ebert, Koordinator der Biometropole und Öko-Modellregion Nürnberg.
Die Kombination aus Bio und regional schaffe zudem eine hohe regionale Wertschöpfung. Beispielsweise haben Bio-Bäuerinnen und -bauern gemeinsam mit Verarbeitungsunternehmen das Urgetreide Emmer wieder auf den Markt gebracht. Allein auf regionale Höfe zu setzen, sei nicht nachhaltig: "Wenn das Tierfutter aus Übersee stammt und Dünger und Pflanzenschutzmittel aus der Chemiefabrik kommen, kann von regionalem Fleisch doch keine Rede mehr sein", so Ebert.
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Letzte Aktualisierung 22.09.2026






