Feldmaus

Feldmaus

Microtus arvalis (Pallas), Familie W√ľhler

Beschreibung des Nagetiers und seines Schadbilds

Feldm√§use sind kleine W√ľhlm√§use mit 8 bis 12 Zentimeter K√∂rperl√§nge und einem kurzen Schwanz von etwa einem Drittel der K√∂rperl√§nge. Sie tr√§gt ein graues Fell mit einer helleren Bauchseite. Feldm√§use legen unterirdische Nester und G√§nge an, die zahlreiche offene Eing√§nge von etwa drei Zentimetern Durchmesser haben. Bei der Nahrungssuche legen sie deutlich erkennbare, oberirdische Laufg√§nge an, die diese Baueing√§nge verbinden. Oft ist die ganze Fl√§che von Mausel√∂chern durchsetzt. Die Nester befinden sich bis zu 20 Zentimeter tief im Boden.

Feldmäuse beginnen mit dem Schadfraß an Gehölzen meist oberirdisch (Ringeln), arbeiten sich oft aber bis zur Wurzel vor, so dass im Endergebnis ein ähnliches Schadbild wie beim Schermausfraß entsteht. Die Breite der Nagezahnspuren gibt zusätzliche Hinweise auf den Schadensverursacher: Sie beträgt bei Feldmäusen ca. 1,5 Millimeter.

√Ąhnliche Sch√§dlinge

Die Erdmaus und ihre Bauten ähneln der Feldmaus sehr, sie trägt aber eine eher rot- bis dunkelbraune Fellfarbe, bevorzugt feucht-frische Standorte und erreicht weniger hohe Populationsdichten und Pflanzenschäden.

Die Schermaus unterscheidet sich von der Feldmaus durch ihre hauptsächlich unterirdisch verlaufenden Laufgänge mit seltenen, schnell verschlossenen Eingängen. Das Tier selbst ist deutlich größer und hat einen längeren Schwanz. Sie schädigt vor allem Wurzeln, kann aber auch bodennahe Rinde abnagen .

Schadwirkung im Acker-, Hopfen- und Obstbau

Feldm√§use bevorzugen weniger feuchte Standorte und Kulturen die Deckung bieten. Sie k√∂nnen in Gr√ľnland, Ackerbau und Obstbau sch√§dlich sein. Im Ackerbau sind zum Beispiel Raps, R√ľben, Mais und Futterpflanzen gef√§hrdet. Gro√üe M√§usepopulationen im Herbst stellen eine Gefahr f√ľr Keimlinge von Winterkulturen dar, die bis zum Totalausfall f√ľhren kann. Ernteverlust und Folgekosten f√ľr die Neueinsaat entstehen.

Von wirtschaftlicher Bedeutung sind vor allem die Wurzelfra√üsch√§den an Geh√∂lzpflanzen, wie zum Beispiel in Obstanlagen oder im Gartenbau. Nagesch√§den an Obstgeh√∂lzen treten vor allem in Frostperioden w√§hrend des Winterhalbjahres auf, wenn Nahrungsalternativen knapp sind. Darum sind Befallskontrollen und die Bek√§mpfung vor Winterbeginn eine wichtige Voraussetzung, um Sch√§den zu verhindern. Auch Gesundheitsrisiken k√∂nnen mit hohem Feldmausbefall einhergehen, da verschiedene Viren und Bakterien √ľbertragen werden k√∂nnen.

Im Hopfenbau werden Hopfeng√§rten mit minimaler Bodenbearbeitung und starkem Bodenbewuchs verst√§rkt befallen. Besonders Junghopfen ist sensibel gegen√ľber den W√ľhlmaussch√§den.

Biologie des Wurzelschädlings

Feldm√§use geh√∂ren gemeinsam mit der Erdmaus, der Schermaus und der R√∂telmaus zu den W√ľhl- oder Kurzschwanzm√§usen, und damit zu einer anderen Familie und Unterfamilie als die landwirtschaftlich nicht relevanten Langschwanzm√§use (Ratten, Hausmaus, Waldmaus u.a.).

Feldm√§use ern√§hren sich von ober- und unterirdischen Pflanzenteilen. Wie andere W√ľhlmausarten besitzt die Feldmaus ein sehr hohes Vermehrungspotenzial, schon im Alter von elf Tagen sind die Weibchen geschlechtsreif. Sie pflanzen sich vor allem von April bis Oktober, teilweise aber auch ganzj√§hrig fort. Etwa drei- bis viermal im Jahr wird ein Wurf geboren der etwa sieben Junge umfasst. Weibchen schlie√üen sich zu Nestgemeinschaften zusammen, durch die gemeinsame Versorgung der Jungen steigt ihre √úberlebensrate. Im Abstand von zwei bis vier Jahren kommt es zu einer starken Vermehrung, bisweilen auch zur Massenvermehrung, bei der mehr als 2000 M√§use je Hektar auftreten k√∂nnen. Ihre h√∂chste Populationsdichte erreichen Nagetiere im Sp√§therbst. Durch verschiedene Stressfaktoren und Nahrungsmangel brechen diese hohen Populationen dann wieder zusammen. Ihre regul√§re Lebensdauer betr√§gt nur etwa vier Monate.

Feldm√§use sind sowohl tags√ľber als auch nachts aktiv, wobei ein Aktivit√§tsschwerpunkt in der Abend- und in der Morgend√§mmerung liegt. Sie bilden eine wichtige Nahrungsquelle f√ľr einige Eulenarten dar, und wird auch von anderen Greifv√∂geln und Mauswieseln gejagt.

Regulierungsstrategien: vorbeugen und bekämpfen

Vorbeugende Maßnahmen

  • Im Obstbau Flache Drahtk√∂rbe um Wurzeln, Stamm und Baumpfahl anlegen: w√§hrend der Pflanzung von allen Seiten (auch oben) her dicht anlegen und befestigen. Die Maschenweite sollte h√∂chstens zwei Zentimeter betragen.
  • Bei h√∂herem M√§usebefall zumindest ab August das Gras in der Fahrgasse und im Baumstreifen kurz halten
  • St√§ndiges Aufsammeln von Fallobst vermindert die Anlockung des Sch√§dlings.
  • Bodenbearbeitung hemmt die Entwicklung der M√§use.
  • Im Hopfenbau die Pflanzen im herbst freilegen (Anrainen), um die M√§useg√§nge in der Reihe zu √∂ffnen
  • F√∂rderung nat√ľrlicher Feinde: Hermelin, Mauswiesel oder Greifv√∂gel mindern die Vermehrung der W√ľhlm√§use. Sie werden z.B. durch Sitzkr√ľcken und Nisthilfen f√ľr Greifv√∂gel, durch Steinhaufen, Holzstapel, Wurzelst√∂cke und √§hnliche Verstecke f√ľr Hermelin und Mauswiesel gef√∂rdert.
  • Alternative Verfahren wie das Ans√§en von Knoblauch, Kaiserkrone, Schwarze Johannisbeere, Steinklee, Wolfsmilcharten, begie√üen mit Buttermilch, sowie das Vertreiben durch Duftstoffe haben sich nicht bew√§hrt. Ebenso ungen√ľgende Wirkung haben akustische Ger√§te.

Direkte Bekämpfung mit Fallen

Im √∂kologischen Landbau k√∂nnen handels√ľbliche Schlagfallen verwendet werden, die auf die oberirdischen Laufg√§nge gestellt werden.

  • Die Fallen k√∂nnen mit ger√∂stetem Brot oder Nougatcreme bek√∂dert werden, sollten dann aber aus Vogelschutzgr√ľnden abgedeckt werden.
  • 500 bis 1000 Fallen je Hektar sind zu empfehlen.
  • Schadensschwelle: Auch einzelne Individuen k√∂nnen √ľber das Winterhalbjahr erheblichen Schaden anrichten. Das Bek√§mpfungsziel muss daher sein, die Obstanlage im Sp√§therbst w√ľhlmausfrei zu machen.

Alternativ werden auch Lebendfallen in Verbindung mit Einwanderungsbarrieren getestet.

  • M√§usez√§une um die Parzelle mit Standby-Boxen. Diese Fallen werden von M√§usen als sch√ľtzendes Versteck aufgesucht. Die Z√§une k√∂nnen aus gebrauchten Folien errichtet werden und m√ľssen mindestens 20 cm tief in den Boden eingegraben werden.
  • Gr√§ben rund um die Parzelle mit eingelassenen Fangwannen. Einwandernde M√§use rutschen in den Graben, landen sp√§ter auf der Suche nach einem Ausweg in der Fangwanne. Langschwanzm√§use k√∂nnen aus der Wanne springen, Feldm√§use nicht. Etwa die H√§lfte der M√§use in den Lebendfallen werden von r√§uberischen Tieren wie Wieseln, Waschb√§ren und Greifv√∂geln heraus gefangen.
  • Mit speziellen Fr√§swerkzeugen k√∂nnen etwa 20 cm breite und 50 cm tiefe, steile Gr√§ben die Einwanderung der M√§use fast vollst√§ndig verhindern. Zu bedenken sind hier eine wenig Unfallgef√§hrdete Lage des Grabens, die Wahl der Fr√§stechnik und die M√∂glichkeiten zur Unkrautbek√§mpfung entlang des Grabens.

Direkte Bekämpfung mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln

Im √∂kologischen Landbau sind derzeit keine Pflanzenschutzmittel gegen Nagetiere zugelassen. Kohlendioxid als Begasungsmittel ist nur als Insektizid und Akarizid im Vorratsschutz zugelassen. Das als Biozid zugelassene Kohlenmonoxid als Begasungsmittel ist nicht f√ľr den Pflanzenschutz sondern einzig f√ľr den Schutz der Gesundheit von Menschen und Tieren (z.B. in Nahrungs- und Futtermitteln) anwendbar.


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