Weinbau

Ökologischer Weinbau

Im ökologischen Anbau steht die Qualität des Weines im Vordergrund. Bei bewusstem Verzicht auf Maximalerträge fördert der Winzer oder die Winzerin ein sich selbst regulierendes Ökosystem, das ohne chemische Pflanzenschutzmittel und leichtlösliche Stickstoffdünger auskommt. Im Vergleich zum konventionellen Weinbau ist damit ein gesteigerter Arbeitsaufwand verbunden, der sich in höheren Produktpreisen widerspiegelt.

Die Öko-Weinbaufläche in Deutschland hat über die Jahre stetig zugenommen und lag im Jahr 2019 bei 10.600 Hektar. Der Öko-Anbau stellt damit einen Anteil von 10,5 Prozent an der gesamten Rebfläche.

Seit 2009 hat sich die Öko-Anbaufläche mehr als verdoppelt. Der schnelle Anstieg der Öko-Weinbaufläche kann nach Angaben der Öko-Weinbauexperten Randolf Kauer und Beate Fader im Wesentlichen auf zwei Faktoren zurückgeführt werden: Zum einen haben in den vergangenen Jahren immer mehr Betriebe aus der „Spitzengruppe“ des deutschen Weinbaus auf Öko-Weinbau umgestellt. Zum anderen ist eine größer werdenden Nachfrage aus den Lebensmittelhandel und sogar den Discountern festzustellen.

Die deutschen Öko-Winzerinnen und -Winzer vermarkten ihre Weine überwiegend direkt ab Weingut. Daneben gibt es eine Zusammenarbeit mit dem Fachhandel und der Gastronomie. Seit den 1990er Jahren sind auch Genossenschaften in den Öko-Weinmarkt eingestiegen, zudem haben sich Vermarktungsinitiativen gegründet. Denn die steigende Nachfrage des Lebensmitteleinzelhandels kann von Einzelnen oft nicht bedient werden.

Sortenwahl

Die Rebensorte wählt der Bio-Winzer oder die Bio-Winzerin vor allem nach Vermarktungsmöglichkeiten, Qualitätsaspekten und Kleinklima aus. Mittlerweile existieren außerdem Sorten, die sehr widerstandsfähig gegen bedeutende Pilzerkrankungen sind. Auch der Boden beeinflusst die Sortenwahl und prägt den Wein in besonderer Weise.

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Düngung

Eine wichtige Voraussetzung für die Rebengesundheit und Qualität des Weines ist eine harmonische Nährstoffversorgung der Pflanze. Diese kann durch ein möglichst aktives Bodenleben gefördert werden. Durch Maßnahmen, wie die ganzjährige Begrünung mit verschiedenen Pflanzen, beeinflusst der Winzer den Anteil organischer Substanz im Boden positiv und fördert natürliche Lebensgemeinschaften.

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Pflanzenschutz

Grundlage des Pflanzenschutzes im Weinbau ist die Förderung der Pflanzengesundheit und der natürlichen Selbstregulierung. Im Gegensatz zum konventionellen Weinbau beugt der Winzer bzw. die Winzerin im Öko-Weinbau mehr vor als er kuriert. Das Vorbeugen beginnt bereits bei der Standortwahl und schließt auch die Wahl möglichst widerstandsfähiger Unterlagen und Sorten ein.

Begrünungsmanagement

Grundlage der weinbaulichen Produktion sind Erhalt und Steigerung der natürlichen Bodenfruchtbarkeit eines Standortes. Diese beruht auf einem positiven Zusammenwirken von Bodenleben, Bodensubstanz, Humusgehalt, Bodenstruktur, Bodenwasserhaushalt und Pflanzenwuchs. Die Begrünung ist dabei eines der wesentlichen Elemente der ökologischen Bodenpflege.

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Laubarbeiten

Termingerechte Laubarbeiten, die auf eine lockere, gut belichtete Laubwand abzielen sind von großer Bedeutung. Wasserschosse, Kümmertriebe sowie Stamm- und Wurzeltriebe entfernt der Öko-Winzer oder die Öko-Winzerin konsequent, Neutriebe schlauft er in das Drahtgestell ein und beugt dadurch Infektionen mit Krankheitserregern vor.

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Portaltipps

Umstellung auf ökologische Landwirtschaft
Ablauf der Umstellung, inklusive Umstellungsplan für Dauerkulturen
Förderung der ökologischen Landwirtschaft

Literaturtipps

  • Kauer, R und Fader B. (2015): Praxis des ökologischen Weinbaus, KTBL
  • Hofmann, U. (2014): Biologischer Weinbau

Letzte Aktualisierung 16.09.2021

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