Laubarbeiten

Laubarbeiten im Ökoweinbau

Die Laubarbeiten wie Ausbrechen, Teilentblätterung der Traubenzone, Heften der einjährigen Triebe, Gipfeln und Laubschneiden sind ein wesentlicher Beitrag zur Sicherstellung einer optimalen Qualität und Gesunderhaltung der Trauben. Das Ziel ist eine lockere, luftige und schnell abtrocknende Laubwand mit optimaler Positionierung der Trauben zur Ausreife und Farbausbildung.

Ausbrechen von Trieben

Als erste Maßnahme zur Optimierung der Laubwand bietet sich das Ausbrechen von Trieben an. Das Ausbrechen vor der Blüte führt zu einer besseren Laubwandgestaltung mit gleichmäßigem Wuchs der einzelnen Triebe sowie besserer Besonnung der Gescheine und Fruchtansätze. Durch ein gezieltes Ausbrechen kann einem späteren kostenintensiven Ausdünnen vorgebeugt werden.

Generell sollten neben den "Wasserschossen" sämtliche Doppeltriebe (Burgundersorten) sowie schwachwüchsige Kümmertriebe entfernt werden. Bei Sorten mit kurzen Internodien sollte ein Triebabstand von zehn Zentimetern angestrebt werden (eine Handbreite). In der Traubenzone sollte jegliche Verdichtung verhindert werden, da diese Krankheiten begünstigt. Anzustreben sind acht bis zehn Triebe je laufenden Meter Rebzeile. Somit erhält man eine lockere Laubwandstruktur mit gleichmäßig im Drahtrahmen verteilten Langtrieben.

Gleichzeitig mit dem Ausbrechen sind bei sehr fruchtbaren Sorten die jeweils dritten Gescheine zu entfernen. Ein zeitgerechtes Aufbinden/Heften wird dadurch wesentlich erleichtert. Schlanke, 1,40 Meter hohe, gut belichtete Laubwände sind anzustreben und vorteilhaft, da es zu einer größeren Assimilationsleistung kommt. Diese wiederum führt zu einer besseren Ausreife und Aromabildung der Trauben.

Laubschnitt

Der Laubschnitt bzw. das erste Wipfeln/Gipfeln sollte etwa 10 bis 14 Tage nach der Blüte erfolgen. Ein zu frühes Entspitzen führt zu dichteren Trauben, höheren Erträgen und geringerer Qualität. Ziel des Laubschnitts ist ein optimales Blatt-Fruchtverhältnis. Je nach Sorte sind acht bis 10 Haupttriebblätter pro Traube erforderlich.

Die jungen Geiztriebblätter sind nur gering einzukürzen, da sie eine wertvolle Assimilationsquelle darstellen. Dies erfordert auch ein langes Gesunderhalten dieser Blätter. Eine zu starke Entblätterung der Traubenzone kann zu deutlichen Qualitätseinbußen führen. Die Assimilationsleistung wird stark reduziert und damit die Fruchtausbildung, Zuckereinlagerung und Ausfärbung der Trauben gehemmt.

Bei einer moderaten Entblätterung werden die Trauben ausreichend belichtet. Dabei kommt es in den Beeren verstärkt unter der Beerenschale zur Bildung wertvoller Aroma-, Farb- und Gerbstoffe. Die moderate Entfernung von ein bis zwei Blättern pro Trieb circa 14 Tage nach der Blüte verbessert das Kleinklima, die Abtrocknung und Belüftung der Beeren und begünstigt eine frühzeitige Adaption an wärmere Temperaturen und Sonnenschein. Durch diese natürliche Gewebeabhärtung wird einem Sonnenbrand sowie einem Botrytisbefall entgegen gewirkt. Die Entblätterung der Traubenzone ist nur auf der sonnenabgewandten Seite (Ostseite) sinnvoll. Nur bei Rotweinsorten, insbesondere Pinot Noir, kann eine intensivere Entblätterung zur vollständigen Farbausbildung sinnvoll sein.

Geiztrauben entfernen

Geiztrauben sollten aus qualitativen wie auch pflanzenpflegerischen Gründen weitgehend entfernt werden. Diese nachwachsenden Trauben bilden eine ständige Gefahr für Krankheitsinfektionen insbesondere Oidium und Peronospora.


Literaturtipps

  • Kauer, R und Fader B. (2015): Praxis des ökologischen Weinbaus, KTBL
  • Hofmann, U. (2014): Biologischer Weinbau

Letzte Aktualisierung 09.02.2018

Nach oben