Lieferantenbewertung

Lieferantenbewertung – Die richtigen Fragen stellen

Die Bio-Branche wächst. Damit kommen immer neue Unternehmen, die ökologische Rohstoffe anbieten, auf den Markt. Umso schwieriger wird es, den Überblick über die eigenen Lieferantinnen und Lieferanten zu behalten und neue Lieferunternehmen anhand der eigenen, aber auch rechtlich vorgegebenen Anforderungen zu bewerten.

Anforderungen formulieren

Ob Bio-Metzgerinnen und -Metzger auf dem Land oder große Bio-Hersteller mit umfangreichem Sortiment: Um neue, zuverlässige Lieferantinnen und Lieferanten zu finden, ist es empfehlenswert, sich bewusst zu machen, was die eigenen Anforderungen an Lieferunternehmen sind. 

Besonders hilfreich ist es, diese beispielsweise in einer Tabelle zu formulieren und eine Gewichtung von notwendig bis wünschenswert anzugeben. Anforderungen können zum Beispiel sein:

  • Bio-Zertifizierung
  • Vorhandene QS-Systeme (HACCP, ISO, IFS,…)
  • Umweltmanagementsysteme
  • Angehörigkeit zu einem Bio-Verband
  • GLOBAL GAP
  • Einhaltung weiterer Standards
  • Rückstandsanalysen
  • Eigene Absicherung der Qualität und Bio-Integrität bei Vorlieferanten
  • und viele mehr

Sind diese Anforderungen formuliert, kann daraus ein erster Lieferanten-Bewertungsbogen erstellt werden.

Drei wichtige Fragen

1. Wie hoch ist die Korruption im Herkunftsland meines Lieferunternehmens? Im ersten Moment könnten Sie denken, Korruption spiele nur bei Importware eine Rolle. Dies ist jedoch bei Weitem nicht so. Auch innerhalb von Europa kommt Korruption vor. Daher sollten Sie sich auch, wenn Sie Ihre Rohstoffe nur innerhalb der EU beziehen, Gedanken über dieses Thema machen. Informationen dazu finden sich auf dem Korruptionsindex von Transparency International.

2. Wie gut ist das Thema Bio in dem Land meines Lieferunternehmens verankert? Auch diese Frage spielt bei der Bewertung von Lieferunternehmen eine große Rolle. Hat das zugehörige Land eine eigene Bio-Verordnung? Gibt es einen aktiven Bio-Markt und ein Bewusstsein für Bio-Lebensmittel bei Staat und Verbraucherinnen und Verbrauchern? Ist dies der Fall, ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Lieferantin beziehungsweise der Lieferant Bio aus Überzeugung betreibt und damit ein zuverlässiger Partner sein kann, recht hoch. Ist Bio allerdings mehr ein reines Exportprodukt und vor Ort kein oder nur wenig Bewusstsein für die Kernthemen der ökologischen Landwirtschaft vorhanden, steigt das Risiko, dass die angebotene Ware nicht den eigenen Anforderungen entspricht.

3. Wie gut kennen Sie das Lieferunternehmen? Die Beziehungsebene ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Kennen Sie die Ware liefernde Person persönlich? Waren Sie bereits vor Ort und haben den Betrieb besichtigt? Wie lange ist das Lieferunternehmen schon bio-zertifiziert? Was ist die Philosophie der Geschäftsführung? Wie gut ist das Unternehmen organisiert?

Herausforderung Bio-Zertifikat

Unternehmen, die Bio-Produkte herstellen, sind gesetzlich verpflichtet, die Bio-Zertifikate ihrer Lieferanten zu prüfen und bei der Bio-Kontrolle vorzulegen. Je mehr Lieferanten ein Unternehmen hat, desto schwieriger wird dieses Unterfangen. Wenn die Bio-Zertifikate nur einmal im Jahr geprüft werden, besteht das Risiko, dass Änderungen im Zertifizierungsstatus des Lieferanten nicht oder viel zu spät erkannt werden. Dies kann zu viel Ärger führen, wenn die eingekaufte Ware eventuell schon in der Verarbeitung oder bereits im Verkauf ist. Um ganz sicher zu sein, müsste im Grunde bei jedem Wareneingang überprüft werden, ob der Status des Bio-Zertifikates noch aktuell und gültig ist. Dies kostet viel Zeit, welche sich kein Unternehmen wirklich nehmen kann. Abhilfe schaffen hier einige Anbieter von Programmen, die diesen Service übernehmen.

Vorhandene Instrumente nutzen

Es gibt Anbieter in der Bio-Branche, die Unternehmen bei der Bewertung ihrer Lieferanten unterstützen, beziehungsweise Instrumente zur Verfügung stellen, um das eigene Bewertungssystem aufzubauen. Diese sind: 


Portaltipp

Rückverfolgbarkeit versus Herkunftssicherung

Kontaktdaten

AöL-Geschäfststelle
Dr. Alexander Beck
Telefon: 09741 / 938 733 0
Email: alexander.beck@aoel.org

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